Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking kann sich auf seinen Kader verlassen

Kein Qualitätsverlust trotz Rotation : Borussia-Trainer Hecking kann sich auf seinen Kader verlassen

In Frankfurt war die vielleicht erfreulichste Erkenntnis für Trainer Dieter Hecking, dass er sich auch auf die Spieler verlassen kann, die zuletzt kaum oder gar nicht zum Zuge kamen. Einen Qualitätsverlust konnte er nicht feststellen.

Das 1:1 in Frankfurt dürfte für Dieter Hecking ein schönes Spiel gewesen sein. Seine spielerisch starke Mannschaft hat aufgrund einer Willensleistung in der zweiten Halbzeit noch den Ausgleich geschafft und so Charakter bewiesen. Der Punkt ist auch tabellarisch sehr viel wert, die Eintracht bleibt mit neun Zählern Rückstand klar distanziert auf die drittplatzierten Borussen. Und die dritte erfreuliche Erkenntnis für den Trainer: Seine Ersatzspieler – zumindest waren sie es in den Wochen zuvor – erwiesen sich als echte Startelfkandidaten, ein Spieler von der Tribüne dazu als guter Joker.

Auf vier Positionen veränderte Hecking in Frankfurt die Startelf seiner Borussen. Ungewöhnlich häufig. „Wir haben nicht die Doppel- oder Dreifachbelastung wie andere Vereine. Das ist gerade für unseren Kader schade, weil ich gerne mehr Einsatzzeiten vergeben würde“, erklärte der Gladbach-Coach. „Ich habe nicht so viele Chancen zu rotieren, aber diesmal gab es für mich den Anlass, auf vier Positionen etwas zu verändern, und alle vier haben mir gezeigt, dass wir dann keinen Qualitätsverlust haben.“

Ein Anlass für einen Wechsel war die Verletzung von Jonas Hofmann, für den Denis Zakaria, der punktgewinnbringende Torschütze, von Beginn an ran durfte. Patrick Herrmann ersetzte den zuletzt glücklosen Alassane Plea, Fabian Johnson kehrte anstelle von Michael Lang auf die Position des Rechtsverteidigers zurück. Und Christoph Kramer übernahm die Rolle von Tobias Strobl als alleiniger Sechser. „Wir haben immer betont, auch in den Phasen, in denen wir nicht so viel gewechselt haben, dass wir einen guten Kader haben. Das erkennt man auch im Training, wo das Niveau sehr hoch ist. Die Jungs haben es sich verdient, eine Chance zu bekommen und haben es auch gut gemacht. Ihnen gebührt ein großes Lob“, sagte Kapitän Lars Stindl. Darin bezog er auch Josip Drmic ein, der in der 67. Minute eingewechselt wurde und sogar die Chance zum Siegtreffer hatte.

Dass Hecking sich auf seinen Kader verlassen kann, hat er in dieser Saison schon häufiger erfahren können. Doch die zuletzt starken Joker Kramer und Herrmann unterstrichen, dass ihre Startelfambitionen gerechtfertigt sind. Und dass Johnson zu jeder Zeit eine gute Wahl bei der Suche nach einem Außenspieler ist. Obwohl er in den vergangenen Wochen so gut wie keine Rolle spielte.

So könnte die qualitative Tiefe im Gladbacher Kader zum Faustpfand in den verbleibenden zwölf Bundesligaspielen werden, in denen die Borussen den Einzug in die Champions League klarmachen wollen. „Für mich ist entscheidend, dass ich, wo es jetzt so langsam Richtung Saisonendspurt geht, diejenigen, die zuletzt hinten dran waren, mit Einsatzzeiten bestücke. Denn wenn ich sie erst nach acht, neun Spieltagen reinwerfe, haben sie gar keinen Rhythmus. Daher war es für mich sehr wichtig, vier andere Spieler in der Startelf mal auf dem Platz gehabt zu haben“, sagte Hecking.

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