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Finale in Fußball-Landesliga: SV Sonsbeck empfängt TSV Wachtendonk-Wankum

Fußball : Sonsbeck kostet den Oberliga-Aufstieg aus

Hinter einigen Spielern des Fußball-Landesligisten SVS liegen kurze Nächte. Nach der letzten Saison-Partie am Sonntag zu Hause gegen den TSV Wachtendonk-Wankum geht‘s zum Bürgermeister.

Eine Feierwoche liegt hinter den Fußballern des SV Sonsbeck. In einer überragenden Saison haben sie sich den Aufstieg in die Oberliga gesichert. Timo Evertz, der mit seinem Siegtreffer bei Fichte Lintfort die Landesliga-Meisterschaft in der Gruppe 2 perfekt gemacht hatte, hatte eine harte Woche. Er musste besonders bei der Aufstiegsparty kämpfen: „Mein Limit war schnell erreicht. Woran ich mich noch erinnere ist, dass ich vom Sportlicher Leiter Heiner Gesthüsen eine Zigarre bekam, was mich einerseits sehr gefreut hat, andererseits aber auch zu Hustausbrüchen führte“, sagt der 23-Jährige vor der letzten Saison-Partie am Sonntag, 15 Uhr, daheim gegen den TSV Wachtendonk-Wankum.

Evertz denkt gerne an sein Tor in Lintfort zurück. Es war sein erster Treffer in dieser Spielzeit: „Das Gefühl war der Hammer. Das hat mir mal wieder gezeigt, dass alles im Fußball passieren kann. Wir haben anschließend drüber spekuliert, welche Quote es gegeben hätte, dass ich mit links das Ding versenke.“ Und Evertz sagt weiter: „Einen riesigen Dank auch an unsere treuen Anhänger, die uns wieder bis zum Ende gepusht haben. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man weiß, dass ein ganzes Dorf hinter einem steht.“

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Den Rückhalt erlebte er auch während seiner Einkäufe beim Bäcker und im Supermarkt: „Da ich zurzeit ein Praktikum an der Realschule in Sonsbeck mache, haben mich einige Schüler schon mit Handschlag vor dem Gebäude begrüßt und mir zum Aufstieg und dem Tor gratuliert. Auch im Lehrerzimmer habe ich viele Glückwünsche erhalten. Schulleiterin Sonja Laarmanns hat mir sogar ihren frisch zubereiteten Kaffee angeboten. Ich glaube, dass sie mir angesehen hat, dass ich die Nacht zuvor nur ein paar Stunden Schlaf bekommen hatte.“

Timo Evertz wird natürlich auch am Sonntag dabei sein, wenn die Rot-Weißen den Tabellenvierten TSV Wa.-Wa. empfangen. Vor dem Spiel werden Stefan Hüpen (Fichte Lintfort), Luis Ramon Gizinski (GSV Moers) sowie Nathnael Scheffler (Ziel unbekannt) verabschiedet, und die Volksbank Niederrhein wird als neuer Trikotsponsor präsentiert. Hüpen und Gizinski werden in der Startelf stehen, wie Trainer Heinrich Losing sagte. Besonders Hüpen wird den SV Sonsbeck vermissen: „Von unserem Greenkeeper Oggy über alle Ehrenamtler dieses Vereins bis hin zum Team habe ich alle in mein Herz geschlossen. Hier fahre ich nicht nur hin, um viermal die Woche Fußball zu spielen. Ich bin gerne vorher am Platz, um mich mit den Menschen zu unterhalten. In Sonsbeck habe ich Freunde gefunden, mit denen ich auch abseits des Rasens sehr gerne viel Zeit verbringe.“

Der Keeper werde besonders Max Werner vermissen: „Mit ihm habe ich einen Bruder gefunden, mit dem ich die vergangenen Jahre einiges an Blödsinn erlebt habe. Daher wird mir der Abschied sehr schwerfallen. Ich werde die Zeit niemals vergessen.“ Und Gizinski, der drei Jahre im Verein gespeilt hat, sagt: „Man hat schnell gemerkt, wie viel dieser Aufstieg dem gesamten Verein bedeutet. Ich freue mich für jeden, der seinen Teil dazu beigetragen hat. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu den Jungs und Verantwortlichen. Wir hatten immer einen sehr guten Zusammenhalt. Das gilt für den gesamten Verein und den treuen Fans. Alles ist sehr familiär gehalten. Das findet man in der Art nur sehr selten und wird mir auf jeden Fall fehlen.“

Nach der Partie lädt die Mannschaft die rot-weißen Anhänger zu 200 Liter Freibier ein. Gegen 18.30 Uhr ziehen alle gemeinsam weiter zum Sonsbecker Rathaus, wo Bürgermeister Heiko Schmidt persönlich noch gratulieren möchte und sich die Mannschaft um 19 Uhr in das Goldene Buch der Gemeinde einträgt. Nach dem offiziellen Termin geht‘s wieder in die Vereinskneipe von Marlies und Hans Hahn. Schließlich gilt es, den Aufstieg ordentlich auszukosten.