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Dormagens harter Kampf beim EHV Aue ohne Lohn

2. Handball-Bundesliga : Dormagens Kampf bleibt ohne Lohn

Die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen waren dicht dran, zumindest drei Punkte von ihrer Ostreise in dieser Woche mitzubringen. Doch nach dem Sieg in Dessau setzte es am Donnerstag eine 28:29-Niederlage in Aue.

Wer selbst schon mal Wettkampfsport betrieben hat, kann sich gut vorstellen, dass die Rückreise der Dormagener Zweitliga-Handballer vom Spiel beim EHV Aue nicht vergnüngungssteuerpflichtig war. Um 3.15 Uhr am Freitagmorgen stieg der müde Bayer-Tross am Höhenberg mit zwei anstrengenden Spielen in den Knochen aus dem Reisebus. War der Start in die Woche am Dienstag mit dem 28:20-Sieg beim Dessau-Roßlauer HV noch überaus positiv verlaufen, setzte es am Donnerstagabend allem Kampf zum Trotz eine hauchdünne 28:29 (15:14)-Niederlage gegen den Tabellennachbarn aus dem Erzgebirge.

„Anfangs war es ruhig, nachher war die Stimmung aber wieder gut. Im Nachhinein kann ich auch nicht traurig sein, die Jungs haben einen großen Kampf geliefert und letztlich gegen eine sehr gute Mannschaft knapp verloren“, meinte TSV-Coach Dusko Bilanovic. Besonders hatte ihn beeindruckt, dass sein Team trotz heftigen Gegenwinds die Partie bis zum Schluss offenhielt. Zum Beispiel schlichen sich bei Dormagen nach einer starken Anfangsphase (11:6-Führung nach 17 Minuten) zunehmend technische Fehler ein, die Unruhe ins Spiel brachten und dazu beitrugen, dass die Partie kippte. Auf der Torhüterposition konnte Sven Bartmann nicht an seine starke Vorstellung gegen Dessau anknüpfen und verlor mit nur vier Paraden das Duell mit seinem Gegenüber Sveinbjönr Petursson (10). Auch der zwischenzeitlich beim TSV eingewechselte Ole Christian Simonsen (3) konnte daran nichts ändern.

Auch personell machten sich die Strapazen mit drei Spielen innerhalb einer Woche bemerkbar. Joshua Reuland musste mit einer Knieprellung vom Feld, Jakub Sterba mit einer Muskelverletzung und Kapitän Patrick Hüter in der 50. Minute wegen seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe. Und dann gab es aus Sicht von Trainer Dusko Bilanovic auch noch insgesamt zu viele Zeitstrafen gegen sein Team. „Das hat sehr viel Kraft gekostet“, betonte der TSV-Coach. Der bärenstarke André Meuser schürte mit einem Doppelschlag in der Schlussphase die Hoffnung auf etwas Zählbares, doch dann markierte Kevin Roch den Siegtreffer für den EHV Aue.

Nach der Freude über den Sieg gegen Dormagen erhielt die Auer Mannschaft allerdings am Freitag einen Dämpfer. Weil sie am Sonntag zuvor gegen den TuS Ferndorf gespielt hatte, bei dem am Dienstag bei Routine-Tests zwei Spieler positiv auf Corona getestet wurden, müssen jetzt auch alle EHV-Spieler auf Anweisung des Gesundheitsamts in Quarantäne und können so am Sonntag nicht beim HSV Hamburg antreten – obwohl die gesamte Mannschaft vor der Partie gegen Dormagen zweimal negativ getestet worden war.

Direkten Einfluss hat das vorerst auf Dormagen nicht. „Aue gilt wegen des Spiels gegen Ferndorf als Kontakt eins und wurde vorsorglich in Quarantäne geschickt. Wir sind dagegen nur Kontakt zwei und haben zunächst keine Restriktionen zu befürchten“, erklärte Björn Barthel auf Nachfrage. Der Handball-Geschäftsführer des TSV hatte sich beim Dormagener Gesundheitsamt informiert. Nur wenn unter den PCR-Tests, die die Auer am Freitag absolvierten, positive dabei sein sollten, drohen den Dormagenern Konsequenzen. Die Ergebnisse sollen am Samstag vorliegen. „Bis dahin habe ich allen aus der Mannschaft empfohlen, sich in Selbstquarantäne zu begeben“, sagte Barthel. Ob das für nächsten Freitag geplante Heimspiel gegen Ferndorf stattfinden kann, ist vornehmlich wegen der Corona-Fälle beim TuS aktuell jedenfalls nicht klar.