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Überraschender Toptorschütze für Dormagen in Dessau

Dormagen in der 2. Handball-Bundesliga : Bayers überraschender Toptorschütze

Den Zweitliga-Handballern des TSV Bayer Dormagen ist beim Aufsteiger Dessau-Roßlauer HV die Revanche für die bittere Hinspielniederlage gelungen. Am 28:20-Auswärtserfolg hatte der Grieche Carlos Iliopoulos großen Anteil.

Im Gefühl des sicheren Sieges war plötzlich die ganz große Leichtigkeit da. Als Benjamin Richter in der 56. Minute den Ball über die Abwehr hinweg hoch in den Torraum passte und Ian Hüter per Kempa-Trick das 26:18 für den TSV Bayer Dormagen erzielte, war die Partie der 2. Handball-Bundesliga beim Dessau-Roßlauer HV am Dienstagabend längst entschieden – und die so heiß ersehnte Revanche für die schmerzliche Hinspielniederlage (21:24) gegen den Aufsteiger unter Dach und Fach. Letztlich endete die Partie mit einem auch in der Höhe völlig verdienten 28:20 (14:12)-Erfolg für die Gäste.

„Dieser Sieg gibt frischen Wind für unser Spiel in Aue am Donnerstag“, sagte TSV-Coach Dusko Bilanovic. Weiteren frischen Wind, genauer gesagt. Denn nach den beiden ernüchternden Auswärtsniederlagen gegen den HC Elbflorenz und die DJK Rimpar Wölfe war der Erfolg in Dessau nach dem Heimsieg am Freitag zuvor gegen die SG BBM Bietigheim bereits der zweite in Folge. Somit konnten die Dormagener ihren Anspruch untermauern, sich in der erweiterten Spitzengruppe festzusetzen. Den beiden jüngsten Siegen gemein war, dass der TSV nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte nach der Pause mächtig aufdrehte und am Ende als klarer Sieger vom Feld ging. Schon das 33:27 gegen Bietigheim war eindeutig, die acht Tore Vorsprung gegen Dessau ergaben dann neben dem 27:19 gegen Hamm sogar den bislang höchsten Saisonsieg.

„Zuletzt hat uns ausgezeichnet, dass wir in der zweiten Hälfte noch eine Schippe drauflegen konnten. Dessau war in der zweiten Hälfte dagegen total platt. Das zeigt unsere gute Kondition“, meinte Dusko Bilanovic. Allerdings hatte der TSV-Coach schon ganz früh selbst dafür gesorgt, dass die unangenehme Auswärtspartie ein gutes Ende nehmen konnte. Denn bis zur 4:1-Führung der Gäste erinnerte der Spielverlauf in fataler Weise an die Hinrundenpartie im TSV-Bayer-Sportcenter. Gegen die agile und aggressive Abwehr der Dessauer agierten die Dormagener viel zu kopflos, leisteten sich technische Fehler und scheiterten mehrfach aus aussichtsreichen Positionen am gegnerischen Torwart. Schon in der 7. Minuten konnte sich Bilanovic das nicht mehr mit anschauen und nahm eine Auszeit.

 „Da habe ich die Jungs erst einmal daran erinnert, was wir vor der Partie besprochen haben“, meinte Bilanovic. In der Folge agierten die TSV-Spieler im Angriff zunehmend flinker und sorgten mit vielen Positionswechseln dafür, dass die bis dahin kompakter Gastgeber-Abwehr im weiteren Spielverlauf immer größere Probleme bekam. Auch die Reduzierung der technischen Fehler und eine stabilere Abwehrleistung sorgten dafür, dass die Partie nach der ersten Führung seit dem frühen 1:0 (Siebenmeter von Benjamin Richter) durch den Treffer von Jakub Sterba zum 6:5 (13.) nach und nach in Richtung der Gäste aus Dormagen kippte.

Daran konnte auch nichts ändern, dass die Dormagener schon in der 20. Minute ihren Kapitän und Kreisläufer Patrick Hüter wegen einer Roten Karte für ein grobes Foulspiel und nach dem Seitenwechsel den Halbrechten André Meuser nach dessen dritter Zwei-Minuten-Strafe verloren (49.). „Die Breite auf der Bank hat uns geholfen“, sagte Dusko Bilanovic, der im Vorfeld der Partie das richtige Näschen hatte. Denn da hatte er dem Griechen Carlos Iliopoulos schon gesagt, dass er gegen Dessau seine Chance bekommen würde. Der Sommerneuzugang vom Drittligisten Northeimer HC hatte im bisherigen Saisonverlauf großes Verletzungspech und konnte bislang noch nicht zeigen, wieso die Dormagener den Linkshänder auf Halbrechts als Ersatz für André Meuser verpflichtet haben.

In zuvor sechs Kurzeinsätzen hatte er kein Tor erzielen können, am Dienstag war er am Ende mit sieben Treffern der beste Schütze des Spiels. Quasi mit dem Pausenpfiff erzielte er unter anderem das enorm wichtige 14.12, auch das letzte Tor der Dormagener in Dessau markierte er. „Carlos war mein Joker, mit dem Dessau sicher nicht gerechnet hat. Ich bin stolz, dass er nach seinem Verletzungspech eine so tolle Leistung gezeigt hat“, meinte Bilanovic.