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800-Meter-Spezialistin aus Dormagen will ins EM-Halbfinale

Leichtathletik : Dormagenerin will ins EM-Halbfinale

TSV-Leichtathletin Tanja Spill streift bei den Hallen-Europameisterschaften in Polen zum ersten Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft über. Die 800-Meter-Spezialistin ist zuversichtlich.

Für Tanja Spill geht am heutigen Freitag ein Wunsch in Erfüllung. Wenn sie um 13.32 Uhr im polnischen Torun im fünften Vorlauf des 800-Meter-Wettbewerbs der Hallen-Europameisterschaften an der Startlinie steht, trägt die 25-Jährige erstmals das Trikot mit dem Adler auf der Brust. „Es war immer ein Traum von mir, für Deutschland zu starten. Es ist einfach ein tolles Gefühl, zu den Großen zu gehören“, erklärt die Leichtathletin des TSV Bayer Dormagen.

Für diesen Status hat sie nach einer schweren Fußverletzung inklusive einer Operation allerdings auch hart kämpfen müssen. Nachdem sie im vergangenen Jahr mit einem zweiten Platz bei den Deutschen Freiluftmeisterschaften ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hatte, trumpfte sie in der laufenden Hallensaison ganz groß auf. Nach starken Leistungen bei den Hallensportfesten in Erfurt und im belgischen Gent sicherte sie sich den DM-Titel in Dortmund. Mit der Siegerzeit von 2:03,06 Minuten fehlten ihr zwar sechs Hundertstel zur EM-Norm, den Startplatz bekam sie über die europäische Bestenliste dennoch. „Ich habe ein gutes Gefühl, bin nach meinen bisherigen Saisonrennen noch bereit für mehr“, sagt Tanja Spill. Am Mittwoch machte sie sich mit dem Flieger auf den Weg nach Berlin, von dort es ging sieben Stunden mit dem Bus nach Torun. Vor Ort ging es dann zum Corona-Test, erst dann ins Mannschaftshotel. Am Donnerstag gab es die Möglichkeit, auf der Wettkampfbahn eine lockere Trainingseinheit zu absolvieren.

„Das ist eine sehr schnelle Bahn mit steilen Kurven. Für mich macht das keinen Unterschied“, erklärt die Dormagenerin. Zusammen mit ihrem Vereinstrainer Willi Jungbluth, der nicht vor Ort ist, hat sie sich das Erreichen des Halbfinales als Mindestziel gesetzt. Dazu muss sie in ihrem Vorlauf unter die ersten Drei kommen. Da sie unter den sechs Starterinnen ihres Vorlaufs mit der drittbesten Zeit gemeldet ist, rechnet sich Spill gute Chancen aus, die nächste Runde zu erreichen. Hinzu kommt, dass die TSV-Athletin in Gent schon Erfahrungen im Duell mit der Irin Nadia Powers sammeln konnte, die mit 2:00:98 Minuten die beste Zeit im fünften Vorlauf zu Buche stehen hat.

„Sollte ich tatsächlich das Halbfinale erreichen, werden die Karten neu gemischt. Ob ich dann auch noch das Finale erreichen kann, hängt davon ab, was für ein Rennen das wird“, erklärt Spill, „aber ich will Schritt für Schritt gehen.“ Die Vorschlussrunden würden am Samstag ab 19 Uhr beginnen, der 800-Meter-Endlauf am Sonntag um 18.13 Uhr.