Andreas Kappes ist tot - Ex-Radprofi und Tour-de-Neuss-Leiter stirbt an Insektenstich

Sportlicher Leiter der „Tour de Neuss“: Ehemaliger Radprofi Andreas Kappes ist tot

Der ehemalige Radprofi Andreas Kappes ist in der Nacht zu Dienstag im Alter von 52 Jahren an den Folgen eines Insektenstichs gestorben. Er war der Sportliche Leiter der Tour de Neuss, die am Mittwoch startet.

Der Schock sitzt tief beim Vorstand des Neusser Radfahrervereins (NRV). Am Montagabend klärten sie mit Andreas Kappes die letzten Details für die 17. Tour de Neuss, am frühen Dienstagmorgen erhielt NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers die niederschmetternde Nachricht: Andreas Kappes ist in der Nacht zu Dienstag im Alter von 52 Jahren verstorben, wohl an Herzversagen infolge einer allergischen Reaktion auf einen Insektenstich. „Das Rennen wird wie geplant stattfinden, auch wenn wir alle tief bestürzt sind,“ sagt Hilgers, der den ehemaligen Radprofi seit Herbst vergangenen Jahres in seinem Gartenbauunternehmen als Fahrer beschäftigt. Eine Absage der siebenstündigen Veranstaltung mit dem Eliterennen um 19.15 Uhr als Höhepunkt sei sicher nicht im Sinne des Verstorbenen, ist Hilgers überzeugt.

Andreas Kappes hatte zum 15. Mal das Fahrerfeld für die Tour de Neuss zusammengestellt, mit Vorjahressieger André Greipel und sieben weiteren Tour de France-Teilnehmern an der Spitze. Der gebürtige Bremer zählte selbst in den 80er und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den besten deutschen Radprofis, wobei er seine großen Erfolge vor allem auf der Bahn feierte. 24 Siege bei Sechstagerennen zieren seine Erfolgsbilanz, drei Mal wurde er WM-Dritter im Zweier-Mannschaftsfahren, 1998 Vize-Weltmeister im Punktefahren. Auf der Straße wurde er 1999 Zweiter der Deutschland-Tour, gewann zwei Etappen bei Paris-Nizza und eine beim Giro d’Italia. Allerdings fielen auch Schatten auf seine Laufbahn, 1997 wurde ihm nach einer positiven Dopingprobe der Deutsche Meistertitel im Punktefahren aberkannt und Kappes für sechs Monate gesperrt, drei Jahre später geriet er während der Bahnrad-DM erneut in Verdacht, doch das Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer sprach ihn von den Vorwürfen frei. Nicht nur deshalb war Andreas Kappes, der in Fahrer- und Veranstalterkreisen als „Querdenker“ galt, nie der strahlende Radsportheld wie andere Fahrer seiner Zeit, doch seine Leidenschaft für den Radsport hat ihn auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere vor zehn Jahren nicht verlassen. Die Fahrer bei der Tour de Neuss werden ihm am Mittwoch mit einer Schweigeminute gedenken.