Radsport : Die Tour ist mehr als nur ein Eliterennen

Die Nachwuchsfahrer freuen sich schon auf ihren Auftritt bei der Tour de Neuss am kommenden Mittwoch. Und für die zweite Auflage des Sponsoren- und Firmenrennens haben sich schon elf Mannschaften angemeldet.

Neuss  Ein Lob von Hans-Peter Nilges zählt viel in der Radsportszene, denn es kommt selten. Der 64-Jährige, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten als Trainer vornehmlich beim VfR Büttgen einen Namen gemacht und Talente wie Nils Schomber und Max Stahr in die nationale Spitze geführt hat, gilt in der Branche als harter Hund. Wenn Hans-Peter Nilges sagt: „Wir können uns beim Neusser Radfahrerverein nur bedanken, dass er uns mit der Tour de Neuss so eine Plattform bietet,“ dann können sich kleine Mannschaft des NRV, die am Mittwoch zum 17. Mal das Radsportspektakel in der Neusser Innenstadt organisiert, darauf durchaus etwas einbilden.

Nilges weiß, wovon er spricht. Seit Jahren schickt er seine Talente auf den Rundkurs mit Start und Ziel auf der Kaiser-Friedrich-Straße. Nils Schomber, der sich aktuell in Schottland auf die Europameisterschaften im Bahnradsport (3. bis 7. August) vorbereitet und deshalb das Rennen 300 Meter vor seiner Haustür „sausen“ lassen muss, hat in Neuss schon zu Jugendzeiten gewonnen. Und in Dominik Bauer düpierte vor zwei Jahren ein Nilges-Schützling sogar die großen Namen im Elite-Rennen und schnappte ihnen den Sieg vor der Nase weg.

„So ein Rennen direkt vor der Haustür ist schon etwas Besonderes,“ sagt Rene Otterbein. Der 20-Jährige, der „an der Stadtgrenze von Düsseldorf“ wohnt und bei Radsport Michalsky in Hilden eine Ausbildung macht, vertritt am Mittwoch gemeinsam mit Alexander Görres (Neuss), Nicolas Heling (Grevenbroich) und Robert Deike (Düsseldorf) auf den 62 Runden die Farben des Team Sportforum Düsseldorf/Kaarst-Büttgen. Nilges traut vor allem Alexander Görres zu, eine gute Rolle im 50-köpfigen Fahrerfeld um Vorjahressieger André Greipel spielen zu können, entsprechend müssen die anderen ihrem „Kapitän“ zuarbeiten. Sie alle kennen die Tour de Neuss von ihren Auftritten in den Jugendrennen. „Die sind fester Bestandteil unseres Programms, wir wollen ja nicht nur Profi-Zirkus bieten, sondern auch etwas für die Talentförderung in der Region tun,“ sagt NRV-Vize Barthel Winands. Am Mittwoch stehen gleich drei im Zeitplan: U 11 (14.30 Uhr), U 13 (15.15 Uhr) und U 15 (16 Uhr), die alle zum Jugendcup des Radsportverbandes NRW gehören.

Nicht das einzige „Rahmenprogramm“, bevor um 19.15 Uhr das Eliterennen gestartet wird. Dass Kinder eine Runde mit den Stars fahren – noch nimmt Heinz Hegger (Mail: heinz.hegger@ish.de, Telefon 0172-2000654) Meldungen für dieses Ereignis (18.30 Uhr) entgegen – gehört ebenso zum Tour-Inventar wie die Aktion Tandem um 18 Uhr.

Besonders stolz ist der Geschäftsführer des Neusser Radfahrervereins aber darauf, dass sich für die zweite Auflage des „Firmenrennens“ die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften mehr als verdoppelt hat. Elf Teams gehen um 16.30 Uhr an den Start, darunter Sponsoren wie Schindler, die EGN oder die Stadtwerke Neuss, die im Radsport-erfahrenen Ekkehard Boden sogar ein Mitglied der Geschäftsleitung ins Rennen schicken. Aber auch die Kreispolizeibehörde, der Rhein-Kreis Neuss und die Aktion Fair Trade Deutschland sind mit von der Partie.

Sogar der Rekordsommer scheint mitzuspielen. Für Mittwoch versprechen die einschlägigen Wetterdienste vergleichsweise „kühle“ Temperaturen zwischen 27 und 29 Grad bei Sonnenschein und geringer Niederschlagswahrscheinlichkeit. „Wir werden uns aber auch auf Hitze einstellen und entsprechend Vorsorge treffen,“ kündigt Heinz Hegger an.