Pferdesport : Franziska Hilgers siegt nach Babypause

Die Springreiterin vom Bergerhof holt sich den Kreismeistertitel in der Großen Tour beim Sommerturnier auf dem Hilgershof.

Franziska Hilgers macht nach ihrer Babypause da weiter, wo sie vorher aufgehört hatte: beim Schleifen sammeln. Die Amazone vom RV Torfgrafen Bergerhof sprang beim Turnier auf dem Hilgershof zum Kreismeistertitel in der großen Tour. Auf ihrem langjährigen Erfolgspferd Coragioso war sie mit zwei souveränen Nullrunden im M- und S-Springen nicht zu schlagen. „Es läuft“, freute sie sich.

Nach Platz sechs im M-Springen am Freitag folgte ein siebter Rang in der schweren Prüfung am Sonntag. Ihr inzwischen 16-jähriger Schimmelwallach präsentierte sich fit und sprunggewaltig wie eh und je – Interimsreiter Miguel Bellen Rodriguez hat den großen Weißen super fit gehalten. Zuletzt hatte Hilgers 2014 Silber in der großen Tour geholt.

Ihr auf den „Hufen“ war Johannes Pannenbecker. Der Holzbüttgener – Hofherr auf dem Pannebeckerhof - hatte seinen achtjährigen Wallach Mr. X gesattelt und erritt sich mit einem Abwurf im S-Springen den Vizetitel. Bronze holte sich Carmen Hintzen (RV Gut Kruchenhof) mit der erst siebenjährigen Conada. Die Ausbilderin vom Rommerskirchener Gut Kruchenhof hat die junge Stute bereits seit vier Jahren unter dem Sattel, bildete sie selbst bis zur Klasse S aus und freut sich daher sehr über den Erfolg. „Wir haben sie dreijährig gekauft. Da ist man schon besonders stolz, wenn man es bis zur schweren Klasse schafft“, sagt sie. Zum Publikumsliebling avancierte Patrick Wurm. Der Springreiter vom RC Gut Neuhaus Grevenbroich – beruflich als Hufschmied unterwegs – gewann den Hilgershof-Klassiker am Samstagabend: das Barrierespringen der Klasse S unter Flutlicht. Auf seinem zehnjährigen Braunen Amour du Bois kam er zwei Mal ohne Abwürfe durch die Sprungreihe. Allerdings musste er sich den Sieg mit Thorsten Schiltz (RV Neuss) auf Cobolt teilen, der am Ende ebenfalls fünf Fehlerpunkte gesammelt hatte. Unmittelbar vor dem Barrierespringen kaperten die Dressurreiter den großen Springplatz am Samstagabend. Für die S-Kür hatten sich nur die besten Paare aus dem Sankt Georg qualifiziert, darunter war auch Lokalmatador Christian Reisch (Neuss-Grefrather RC). Der Pferdewirtschaftsmeister vom Kambergerhof hatte Don Fitzgeraldo gesattelt, einen zwölfjährigen Württemberger Wallach. Die beiden Routiniers waren im Sankt Georg Dritte geworden (66,219 Prozent) – in der brütenden Hitze am Freitag. Der Samstag war temperaturtechnisch dann zwar etwas entspannter für die Zwei- und Vierbeiner, dennoch schwitzten alle im Akkord. Die Leistungen blieben davon aber unangetastet, so auch bei Reisch und seinem Erfolgspartner, In der Kür legte das Paar am Abend noch mal einen drauf: Platz zwei. Besser war nur die Krefelderin Manuela Hein, die auf Feline beide schweren Dressurprüfungen gewann.

Die erste Kreismeisterin in der Dressur stand da auch schon fest: Delia Heyers vom RV St. Johannes Waat sicherte sich den Titel in der mittleren Tour. Mit ihrer Stute Lotta H aus der Zucht ihrer Eltern gewann sie zum zweiten Mal eine grün-weiße Meisterschärpe. Sie war 2016 bereits Kreismeisterin der Junioren, ebenfalls mit Lotta. Dieses Mal gewann sie die Kandaren-L und wurde Zweite in der M-Dressur – damit war ihr der Titel nicht zu nehmen. Silber ging an Clara Berger auf Davis Cup, Rang drei an Edith Arians und Matino.

Der Samstagabend war einmal mehr der Publikumsrenner beim Sommerturnier auf dem Hilgershof. Hunderte Zuschauer pilgerten zur Kür und dem anschließenden Barrierespringen. Der große Springplatz bot trotz der langen Trockenheit, die derzeit allen Reitplätzen zu schaffen macht, beste Bedingungen. Dafür sorgten Turnierleiter Stephan Hilgers und sein Team, die unermüdlich im Einsatz waren.

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