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Olaf-Merkel-Stiftung: Krefelder spielt Tennis für US-Universität

Krefelder spielt Tennis für US-Universität : Tim Hammes fühlt sich in den USA wohl

Der 18-jährige Krefelder aus der Talentschmiede der Olaf-Merkel-Stiftung für Leistungstennis absolviert seit August in den USA ein Wirtschafts-Studium und spielt für die Tennis-Mannschaft der Washburn University in Topeka (Kansas).

Mit gemischten Gefühlen stieg Tim Hammes Anfang August 2021 ins Flugzeug und machte sich auf dem Weg zu einem vierjährigen Studium an der Washburn Universität in Topeka, der Hauptstadt des Bundesstaates Kansas. Für das Tennistalent aus Krefeld, das sich bei der Olaf-Merkel-Stiftung für Leistungstennis auf den Sprung über den großen Teich vorbereitete und in der Medenspiel-Saison 2021 für den TC Bredeney spielte, stand schon lange fest, dass er Studium und Sport am besten in den USA miteinander verbinden kann. Das bestägtigte er dann auch im Gespräch mit der RP, als er über Weihnachten in der Heimat war.

„Tim ist sehr talentiert und hat sich in den vergangenen zwei Jahren sehr gut entwickelt. Da er schnell gewachsen ist, muss er noch körperliche Defizite ausgleichen und im athletischen Bereich arbeiten“, sagte Olaf Merkel, ehe sich sein Schützlinge auf den Weg in die USA machte. Daran arbeitet Hammes nun intensiv. Denn bis auf das Wochenende steht er täglich teilweise drei Stunden auf dem Tennisplatz. Dazu kommt dreimal pro Woche Krafttraining. „Das macht echt Spaß, weil wir als Team trainieren und uns gegenseitig puschen.“

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Von August bis Ende Oktober schlugen Hammes und seine elf Teamkollegen bei einigen Turnieren auf. Ende Januar begann für das Uni-Team die Vorbereitung auf die neue Saison. Bisher stehen zwei Siege und eine Niederlage zu Buche. Seine persönliche Bilanz seit Studienbeginn ist sehr gut. Von seinen acht Einzeln gewann er sechs, von den drei Doppeln zwei.  „Im März geht es für zwei Wochen zu Vorbereitungsspielen nach Kalifornien. Darauf freue ich mich schon. Die Stimmung in der Mannschaft ist super. Es wird auf Reisen auch viel gesungen und gelacht.“

 Während des Weihnachtsurlaubs trainierte Tim Hammes bei der Stiftung für Leistungstennis von Olaf Merkel (li.) mit Trainer Matthias Wunner (Mitte).
Während des Weihnachtsurlaubs trainierte Tim Hammes bei der Stiftung für Leistungstennis von Olaf Merkel (li.) mit Trainer Matthias Wunner (Mitte). Foto: Schoofs/schoofs

Elf Spieler aus verschiedenen Nationen gehören zum Team. Nach der Rückkehr aus der Sonne beginnt dann die amerikanischen Uni-Meisterschaft. Zunächst stehen 25 Conference-Duelle an. „Die weiteste Fahrt zu einem Auswärtsspiel dauert sechs Stunden, die kürzeste zwei oder drei.“ Diese Runde geht bis Mai: „Wenn wir in die Endrunde kommen, dann stehen noch weitere Reisen an.“ In insgesamt sieben Sportarten nimmt die Washburn University an Meisterschaften teil.

Mit dem Verlauf des ersten Semesters seines Wirtschaftsstudiums ist der 18-Jährige sehr zufrieden. „Dass die Vorlesungen in englischer Sprache sind, ist für mich kein Problem. Der Stoff war relativ einfach.“ Nach dem Frühstück drückt er von 9 bis 12 Uhr die Schulbank. Anschließend steht nur noch Tennis auf dem Programm. Nach dem Abendessen wird die Zeit in der Regel zum Lernen genutzt: „Wichtig ist auch, dass man bei dem ganzen Programm ausreichend viel Schlaf bekommt. Das war am Anfang für mich schwierig, da ich viel am Handy war und nicht auf die Uhr geschaut habe.“

In den ersten beiden Semestern teilt er sich in der Uni ein Zimmer mit einem Teamkollegen, erst mit einem Amerikaner, jetzt mit einem Japaner. Ab August kann er in eine eigene Wohnung umziehen: „Darauf freue ich mich schon. Das Essen in der Mensa ist zwar ok, aber dann kann ich mir mal selber was kochen.“ Waschen muss er jetzt schon selber, dafür steht in der Uni ein Waschraum zur Verfügung.

Gewöhnt hat er sich mittlerweile an den typisch amerikanischen Lebensstil. „Da läuft schon vieles anders ab als in Deutschland. Nur in der Uni wird wegen Corona genau darauf geachtet, ob der Abstand eingehalten wird oder Masken getragen werden. Außerhalb stört sich kaum einer daran.“ In der Freizeit, die eng bemessen ist, spielt er mit seinem Kumpels schon mal Golf. Auch ein Footballspiel der Kansas-City Chiefs hat er live im Stadion gesehen.

Als Tim Hammes am 19. Dezember für seinen Weihnachtsurlaub nach Hause kam, hatte er einen Tag später Geburtstag (18). Seine Mutter hatte für ihn eine Überraschungsparty organisiert: „Das war echt toll. Obwohl ich 40 Stunden wach war, hatte ich keine Probleme.“ Auch trainiert und bei Turnieren aufgeschlagen hat er bis zu seiner Abreise in die USA auch: „Es war schon etwas ungewohnt, vom Hartplatz auf Teppich zu wechseln. Aber ein Turnier in Bad Nauheim habe ich gewonnen.“ Gefreut hat er sich auch auf das Training mit Matthias Wunner in der Merkel-Stiftung: „Da konnte ich wieder an meinen technischen Defiziten arbeiten. Darauf wird beim Training in der Uni nicht so drauf geachtet.“ Im Sommer wird er dann wieder für den TC Bredeney spielen.