Fußball: Mission Klassenerhalt für den FC wohl erfüllt

Fußball : Mission Klassenerhalt für den FC wohl erfüllt

Oberliga: 1. FC Kleve - TSV Meerbusch 4:2 (2:0). Nur ärgste Pessimisten dürften die Bresserberg-Elf noch im Abstiegskampf wähnen.

Vor 250 Zuschauern befreite sich der 1. FC Kleve am 32. Spieltag von den Abstiegssorgen. 4:2 gewann das Team von Trainer Umut Akpinar gegen den Mitaufsteiger TSV Meerbusch. Bei zwei ausstehenden Spieltagen und  sechs Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz dürfte bei der Mission Klassenverbleib nichts mehr anbrennen.

Das Personal: Im Vorfeld der Partie entspannte sich die Personalsituation beim 1. FC Kleve deutlich. Anders als angekündigt war Offensivmann Niklas-Klein-Wiele doch an den Start gegangen. Während in der vergangenen Woche in Velbert noch Dano Evrard und Kosuke Hatta auf den defensiven Außenbahnen aushelfen mussten, waren nun dort wieder Fatih Duran und Mike Terfloth unterwegs. Im Sturm lief für den gelbgesperrten Levon Kürkciyan der Japaner Yusuke Unoki auf.

Der Blick auf die 1. Halbzeit: Die Rot-Blauen setzten sofort dort an, wo sie zuletzt beim 3:1-Erfolg in Velbert aufgehört hatten. Gallig in den direkten Duellen und mit klarer Spielidee kombinierten sich die Schwanenstädter schon nach sieben Minuten in den Strafraum der Gäste. Michel Wesendonk spielte sich auf der linken Seite frei und legte perfekt auf Niklas Klein-Wiele vor, der zum 1:0 nur noch einschieben musste. Der FC-Express rollte munter weiter: Mike Terfloth lief in der 26. Minute über das ganze Spielfeld, nahm zentral an der Strafraumkante das Spielgerät an und versuchte TSV-Schlussmann Andreas Lahn mit einem Heber zu überwinden. Der aber war zur Stelle. Besser machte es Yusuke Unoki. Er versuchte es aus knapp zwanzig Metern, sein platzierter Schuss flog wuchtig in die Maschen der Gäste. Die Getec-Arena war mitgerissen, das Bresserberg-Aufgebot bot bis dato eine glänzende Vorstellung. Einen Freistoß von Meerbuschs Emre Geneli hielt Torwart Ahmet Taner herausragend (37.), Unoki lief kurz darauf frei auf den Gäste-Keeper zu, der jedoch die Nerven behielt und den Ball abwehrte. Duran brachte Taner wiederum kurz vor dem Seitenwechsel in Bredouille. Taner war herausgelaufen, um sich des Balls anzunehmen, Duran hatte davon keine Notiz genommen und köpfte die Kugel in die Füße von Meerbuschs Tim Stappmann. Der aber konnte die Chance nicht nutzen.

Der Blick auf die 2. Halbzeit: Nach der Kabinenansprache flachte die Spannung der Partie für einige Zeit ab. Beide Mannschaften lauerten, wurden aber nur selten konkret. Einen sehenswerten Spielzug des TSV klärte Mike Terfloth nach 65 Minuten auf der Linie, der Selbige stieg nach einer Ecke (69.) am höchsten und köpfte nur wenige Zentimeter über das Tor. Dann aber folgten zwei Schreckmomente für die Akpinar-Elf: Im Klever Strafraum wurde Emre Geneli bedient, der den Anschlusstreffer besorgte. Da waren 71 Minuten gespielt. In der Folge lief Meerbuschs Dennis Dowidat frei auf Taner zu und spitzelte den Ball an ihm vorbei. Binnen zwei Minuten hatte Meerbusch so ausgeglichen. Doch der FC wollte sich für diese sportliche Ungerechtigkeit rächen: Niklas Klein-Wiele spielte Wesendonk mit einem Traumpass in die Tiefe frei, der die Nerven behielt und zur erneuten Führung einnetzte. Sogar der sonst so beherrschte Akpinar stürmte voller Euphorie einige Meter auf den Rasen. Seine Anweisung: Ruhe bewahren und die Entscheidung suchen. Die fand schließlich Pascal Hühner, der ein starkes Solo hinlegte, den Ball auf Unoki durchsteckte, der ob einer Abseitsposition aber fernblieb und erneut an Hühner übergab. Der 28-Jährige schoss dann zielsicher in die lange Ecke ein. Während die Gäste noch mit dem Unparteiischen darüber sinnierten, ob Unoki passiv oder aktiv im Abseits gestanden hatte, feierten die Klever bereits den verdienten 4:2-Sieg.

Spieler des Spiels: Niklas Klein-Wiele. Trainer Umut Akpinar hatte angekündigt, dass dieser berufsbedingt ausfallen würde. Doch er startete von Beginn an. Und zwar furios: Klein-Wiele sorgte für das erste Tor des Tages und inszenierte das 3:2 von Wesendonk mit einem genialen Pass. Zudem trieb er seine Kollegen immer wieder an, dirigierte regelrecht. Seine Formkurve zeigt schon seit Wochen steil nach oben.

Kommentar von TSV-Trainer Antonio Molina: „Wir hatten eigentlich schon nach zwanzig Minuten verloren. Kleve hat das gut gemacht. Heute hat bei uns aber auch Qualität gefehlt, wir hatten keinerlei Alternativen. Über die Niederlage dürfen wir uns jedenfalls nicht beschweren.“

Kommentar von FC-Trainer Umut Akpinar: „Das war ein hochverdienter Sieg, auf die Tabelle aber will ich noch nicht schauen. Wir haben noch einmal eine Steigerung zur vergangenen Woche gezeigt. Unser Plan wurde voll umgesetzt. Zwei Dinge waren nicht gut: unsere Chancenverwertung und die Phase vor dem Anschlusstreffer.“

Der Blick auf die Tabelle: Der 1. FC Kleve rangiert weiterhin auf dem neunten Tabellenplatz. Auf dem ersten Abstiegsplatz, dem 15., steht  Union Nettetal. Sechs Punkte haben die Schwanenstädter Vorsprung. Bei zwei ausstehenden Partien sind die Klever noch nicht offiziell gerettet. Doch Nettetal weist ein Torverhältnis von -17 auf, der FC hat im Gegenzug zehn Tore mehr geschossen als kassiert. So müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn die Rot-Blauen in der nächsten Spielzeit keinen Oberliga-Fußball präsentieren würden.

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