Fußball-Oberligist 1. FC Kleve holt Auswärtssieg in Meerbusch

Fußball-Oberliga : Akpinar taktiert zum Achtungserfolg

Fußball-Oberliga: TSV Meerbusch - 1. FC Kleve 0:2 (0:0). Rot-Blaue überzeugen im Aufsteiger-Duell. Jan-Luca Geurtz sieht Rot.

Es ist ein Novum für den 1. FC Kleve: Erstmalig schlägt die Elf von Umut Akpinar in dieser Spielzeit ein Team der Liga-Spitzengruppe und schiebt sich so auf den achten Tabellenrang vor. „Es zeichnet sich auch durch diesen Sieg ab, dass der von uns eingeschlagene Weg richtig war. Wir haben die Aufstiegsmannschaft zusammengehalten und finanziell sauber ergänzt“, sagt Teammanager Georg Kreß. Nach den Toren von Jannis Altgen und Pascal Hühner lautete der Endstand in Meerbusch 2:0.

Dabei verlief die Anfangsphase überhaupt nicht nach Plan. Die Gastgeber machten direkt deutlich, nicht auf Kompromisse aus zu sein und drückten den FC in die eigene Hälfte. So hätte der TSV schon nach 18 Minuten in Führung gehen können. In Folge einer flachen Hereingabe ins Zentrum war es an Jamie Darren van de Loo, bloß noch einzuschieben. Er verfehlte knapp.

Wenig später musste Bjarne Janßen herauseilen, um eine aussichtsreiche Schusschance zu verhindern. Der 19-Jährige vertrat Andre Barth überzeugend. Barth hatte den wohl besten Grund für sein Fehlen: die Geburt seines Kindes. „Es gibt Dinge im Leben, die sind wichtiger als Fußball“, sagt Akpinar. Mit zunehmender Spieldauer agierten die Schwanenstädter dann auf Augenhöhe.

„Kleve war sehr gierig, sie wollten den Sieg wohl mehr als wir“, sagt TSV-Trainer Antonio Molina. Altgen war es, der nach knapp einer Stunde den Auftakttreffer erzielte. Der über die ganze Spieldauer überragende Tim Haal eroberte das Leder und schickte Altgen steil in den Strafraum. Dort behielt er die Nerven, umkurvte Schlussmann Michael Kampmann und schob zur Führung ein.

Die Entscheidung durfte daraufhin sein Kollege Pascal Hühner herbeiführen. Erneut leitete Haal mit einem Steilpass ein, Hühner überwand den Torhüter mittels eines zielgenauen Flachschusses. In der Folge verfiel Meerbusch in Hektik und zog die Gäste und sowie den Schiedsrichter mit in den Sog der Unübersichtlichkeit, aus der drei Platzverweise entstanden.

Den Auftakt in das muntere Kartenspiel bescherte Vincent Reinert, der wegen wiederholten Foulspiels die zweite gelbe Karte gesehen hatte. Auch TSV-Akteur Daniel Hoff verschaffte seinem Ärger Luft, indem er den am Boden liegenden Levon Kürkciyan mit einem Schlag in den Nacken versah. Die Konsequenz: der vorzeitige Gang unter die Dusche.

Der in der 88. Minute eingewechselte Klever Jan-Luca Geurtz schien das Angebot auf die Verkürzung der Arbeitszeit ebenfalls attraktiv zu finden und trat an der Seitenlinie auf seinen Gegenspieler ein. Womöglich wäre eine gelbe Karte passender gewesen, Geurtz Foul gehörte dennoch in die Kategorie „Unprofessionell“. Der Unparteiische Christian Szewczyk schien zunehmend die Kontrolle zu verlieren, die Partie verlor sich in Nickligkeiten und groben Fouls. „Der Schiedsrichter war fast so schwach wie wir in der zweiten Halbzeit“, resümierte Molina.

„Ich habe noch nie in meiner Trainerlaufbahn so viele Torschüsse mit meiner Mannschaft geübt. Aber es hilft einfach nichts“, sagt Molina. So schlecht sah Akpinar Meerbusch nicht: „Es gibt kaum einen Unterschied zwischen Meerbusch und den anderen Top-Teams aus Baumberg, Velbert oder Homberg. Heute aber war das Spielglück auf unserer Seite.“ Spielglück? Davon kann wohl kaum die Rede sein. Der Wille nach drei Punkten, gepaart mit einem klaren taktischen Plan schien die Rot-Blauen zu beflügeln. Drei TSV-Heimspiele habe sein Team analysiert, sagt Akpinar, dessen taktisches Geschick vollumfänglich einschlug. „Umut hat seit Dienstag extrem intensiv mit den Jungs dieses Spiel vorbereitet. Das war dann heute schon unfassbar gut“, sagt Kreß.

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