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1. FC Kleve Fußball-Oberliga: Nullnummer gegen Monheim

Fußball : Nullnummer bei Klein-Wiele-Comeback

Fußball-Oberliga Niederrhein: 1. FC Kleve - 1. FC Monheim 0:0. Leistungsgerecht trennen sich die Mittelfeld-Klubs ohne Torerfolg. Gäste-Trainer Dennis Ruess zeigt sich erzürnt über das Verhalten der Klever Ersatzbank und droht.

Betrachtet man die fünf namhaftesten Fußball-Ligen Europas, stellt man statistisch fest, dass acht Prozent aller Partien torlos enden. So ist es nur folgerichtig, dass auch den 1. FC Kleve nun dieses Schicksal ereilte: gegen den 1. FC Monheim reichte es nach einer ansehnlichen Begegnung nur zu einem Punkt. „Ein Sieg wäre möglich gewesen, aber wir sind nicht unzufrieden“, sagt FC-Coach Akpinar.

Von Beginn an duellierten sich die Kontrahenten auf Augenhöhe. Beide Farben forcierten kontrollierten Spielaufbau und fanden in der gegnerischen Hälfte immer wieder Räume vor. Es waren bereits 35 Minuten gespielt, als Gäste-Stürmer Nikola Aleksic Bjarne Janßen erstmalig mit einem feinen Heber prüfte, der jedoch unter Beweis stellte, wachsam sein Gehäuse zu hüten. Levon Kürkciyan wollte es besser machen, eroberte sich an Monheims Strafraum das Spielgerät und schloss nach schneller Kombination selber ab. Sein flacher Versuch landete jedoch in den Armen von Schlussmann Sebastian Semper.

Ein weiteres Raunen durchzog die mäßig gefüllten Reihen in der Getec-Arena, als sich Abdullo Saidov für den Bresserberg-Klub ein Herz fasste und aus 25 Metern finalisierte. Sein Schuss verfehlte das Tor jedoch um wenige Zentimeter. Nach dem Seitenwechsel setzte der FC zu einer Drangperiode an und kam durch den formstarken Jannis Altgen (53.) und Levon Kürkciyan (62.) zu guten Möglichkeiten.  Folglich entwickelte sich eine äußerst hitzige Schlussphase, die von Sekunden kollektiver Gänsehaut eingeleitet wurde: Kleves Niklas Klein-Wiele, seit zehn Monaten verletzungsbedingt außen vor, kehrte nach 79 Minuten auf den Rasen zurück und wurde frenetisch beklatscht. „Es fühlt sich einfach super gut an, wieder Teil der Mannschaft zu sein und ihr helfen zu können“, sagt Klein-Wiele, der schon mit einigen guten Aktionen gefährlich werden konnte. „Der Rückhalt der Fans tut mir jetzt richtig gut“, sagt der 24-Jährige, der sich im Februar in Niederwenigern an den Adduktoren verletzte. Über den gesamten sportlichen Sommer hinweg war er abgemeldet; Klein-Wiele ging in klirrender Essener Kälte und kehrte nun zum Klever Wintereinbruch zurück.

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Er musste jedoch zusehen, wie die Kicker aus der Rheinstadt überfallartig zu dritt auf Saidov zuliefen. Janßen aber entschärfte stark. „Das müssen wir einfach besser ausspielen“, sagt Monheims Trainer Dennis Ruess. „Wir hatten gerade in der ersten Halbzeit gute Chancen, letztendlich fehlte aber der letzte Pass“, sagt Akpinar. In einer hitzigen Atmosphäre nahm die Partie ein unrühmliches Ende: am Spielfeldrand kam es zur Rudelbildung, aus der heraus der Unparteiische Pascal Hühner und einen Monheimer Kollegen vom Platz stellte.

„Für mich ist ganz deutlich, weshalb die Lage eskaliert ist. Die Klever Bank hat immer wieder für Ärger gesorgt. Wenn ein Foul vor unserer Bank passiert, ist das ein Foul. Passiert das bei Kleve, ist sofort was los. Der FC ist mittlerweile aber auch dafür bekannt“, sagt Ruess und droht: „Wir nehmen jedes Spiel auf Video auf und werden auch das Verhalten der Klever Bank analysieren. Vielleicht legen wir das mal dem Verband vor“, fügt er an. Das sportliche Geschehen bewertete er wie folgt: „Wir haben dem FC zu viele Standards gewährt. Dabei sind sie stark. Insgesamt war das Spiel auch von langen Bällen geprägt, da der Platz zwar gut aussieht, letztendlich aber doch sehr weich ist. Ab der 70. Minute waren wir allerdings immer wieder gefährlich.“