Leserumfrage der RP zum Niersexpress: Kritik der Fahrgäste bleibt bestehen

Leserbefragung : Niersexpress: Kritik der Fahrgäste bleibt bestehen

Bei einer Kundenumfrage des Verkehrsverbundes erhielt die Nordwestbahn für den Niersexpress (RE 10) gute Noten. Das positive Urteil können viele Fahrgäste nicht bestätigen

„Der Zug ist für mich leider keine Alternative zum Auto“, sagt Robert van der Bloemen aus St. Hubert. Er ist einer derer, die sich an unserer Leserbefragung zum „Niersexpress“ beteiligt haben.Eine Kundenbefragung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) hatte durchaus sehr gute Bewertungen für die Nordwestbahn als Betreiber des Regionalzuges ergeben.

Robert van der Bloemen hat der Redaktion eine Liste zukommen lassen. Auf der hat er detailliert sämtliche Probleme notiert, die er bei seinen Fahrten mit dem RE 10 seit November 2015 erlebt hat. Da sind neben Verspätungen auch Zugausfälle verzeichnet, falsche Informationen der Fahrgäste und mangelnde Absprachen zwischen Nordwestbahn und DB Netz, die für das Streckennetz zuständig ist. „Für die Strecke von St. Hubert nach Düsseldorf und zurück benötigt man zum Teil bis zu vier Stunden.“

Klaus Krabbel aus Kempen hat ähnliche Erfahrungen gemacht, hat ebenfalls viele Verspätungen dokumentiert und sich per E-Mail bei der Nordwestbahn und beim VRR beschwert. „Von Nahverkehrsunternehmen erwarte ich, dass sie durchgehend akzeptable Leistungen anbieten“, meint er. Die Pünktlichkeit des Niersexpress bewertet er mit „ungenügend“.

Auch Sandra Westphal schildert negative Erfahrungen mit dem RE 10. Die Toiletten in den Wagen stinken und seien auch mal defekt. Zu Stoßzeiten seien die Züge überfüllt. Sie fährt wieder mehr mit dem Auto zur Arbeit – „entgegen meiner inneren Einstellung“, betont sie.

Als „katastrophal“ bezeichnet Dorothee Kuschat die Zuverlässigkeit der Nordwestbahn. Sie fährt regelmäßig von Kempen nach Geldern und zurück. Beim RE 10 gebe es „noch viel Luft nach oben für Verbesserungen“, meint sie.

Jörg Richter aus St. Hubert bemängelt, dass es für Berufspendler zu wenig Stellplätze für Fahrräder im Zug gebe.

Doris Nott aus Kempen, die seit Jahren den Zug nutzt und immer wieder Probleme schildert, meint: „Meine Erfahrungen sind alles andere als eine spezielle Pechsträhne.“

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