Der Spargelhof Goetzens in St. Hubert-Escheln startet die neue Spargelsaison

Kempen : Am Samstag beginnt die Spargelsaison

Viele Spargelhöfe in der Region bieten ab dem heutigen Samstag das königliche Gemüse erstmals frisch an. Wie auf dem Spargelhof Goetzens in St. Hubert-Escheln wurde der erste Spargel unter wärmenden Folien gezogen.

Kaum hat Karl Goetzens die Glasflasche geöffnet und die beiden Gläschen eingeschenkt, verbreitet sich ein angenehmer Duft nach Spargel. „Das ist unser Spargelgeist, gebrannt aus dem Spargel der vergangenen Saison“, erklärt der Landwirt. Schon immer wollte die Familie einmal einen Brand aus dem hauseigenen Spargel ausprobieren. Mit der benachbarten Wackertapp-Mühle, wo die Brennerei „mühle4“ angesiedelt ist, wurde das Projekt im vergangenen Jahr umgesetzt. „Es sind keine Zusatzstoffe drin, sondern es handelt sich rein um Alkohol und Spargel“, sagt Josie Goetzens. So können die edlen Stangen einmal auf andere Art und Weise genossen werden.

Josie Goetzens zeigt den Spargelbrand, den es im Hofladen zu kaufen gibt. Foto: Wolfgang Kaiser

Wer das Gemüse allerdings lieber in seiner gewohnten Form genießen möchte, der kann sich ab sofort freuen. Mit dem heutigen Samstag eröffnet der St. Huberter Spargel- und Erdbeerhof Goetzens die Spargelsaison. Am 28. Februar kam Karl Goetzens sogar schon in den Genuss der ersten beiden Spargelstangen. „Ich habe auf dem Damm gearbeitet, sah zwei kleine weiße Köpfchen“, erzählt der Landwirt. Geteilt hat er die beiden Stangen mit niemanden. Die habe er direkt auf dem Traktor gegessen, und es habe phantastisch geschmeckt, fügt er lachend hinzu. Seine Familie musste noch etwas warten, bis der erste Spargel auf den Tisch kam. Am 10. März gab es bei Goetzens den ersten hauseigenen Spargel – ganz klassisch mit Sauce Hollandaise, Kartoffeln und Schinken.

Nun sind die Stecher schon fleißig bei der Arbeit, um den Hofladen zu füllen. „Es sieht gut aus, wenngleich die ersten Stangen ein wenig schmaler als im Frühjahr 2018 sind“, berichtet Goetzens. Er vermutet, dass dies an den Auswirkungen des trockenen und heißen Sommers 2018 liegt. Dessen Folgen sind noch immer spürbar. Auch wenn es in diesem März viel geregnet hat, so ist das Wasserdefizit noch nicht aufgefangen. Der Boden ist immer noch zu trocken. Der Landwirt kann das in den Unterböden feststellen. Dort, wo sich die Spargelpflanzen mit ihren 50 Zentimeter tiefen Wurzeln in den Boden graben, ist es definitiv für diese Jahreszeit zu trocken.

Der Spargel kommt aber damit aus, weil die Dämme mit ihren Folientunneln darüber die Feuchtigkeit speichern. Dennoch könnte Regen bei Durchschnittstemperaturen von zwölf Grad nicht schaden. Diese Temperatur tut dem Spargel gut. Ist es zu kalt, stoppen die Pflanzen ihr Wachstum. Dadurch kann die Stange bauchig werden. Strahlt die Sonne dagegen zu sehr, wird es in den Dämmen zu heiß. Zwei richtige Sonnentage in Folge lassen die Temperaturen unter den Folientunneln schnell auf 45 Grad steigen. Das wiederum führt zu den so genannten Zwillingen beim Spargel. Das heißt, die Stangen teilen sich. Geschmacklich können weder Wachstumsstopps noch Zwillinge dem Gemüse etwas anhaben, aber die Optik der langen schlanken Stangen ist dann nicht so gegeben.

Die Vorbereitungen der neuen Spargelsaison begannen auf der landwirtschaftlichen Anlage in St. Hubert schon Ende Oktober. Da wurden die Dämme angelegt. Der Boden war dabei dermaßen trocken, dass die Bügel für die späteren Folien nur ansatzweise in den Boden gesteckt werden konnten. „Man weiß nie, wie das Wetter wird. Wenn es zu stark regnet und man hat die Erddämme noch nicht aufgehäuft, dann hat man Pech gehabt. Daher haben wir die Arbeit im Oktober gestartet“, berichtet Karl Goetzens. Die Schönwetterlage im Februar nutzte der Fachmann, um die Bügel tiefer zu stecken und die Folien aufzuziehen.

Danach aber gab es zusätzliche Arbeit. Am extremen Sturmsonntag im März rissen die Tunnelfolien allesamt ab, und sie verdrehten sich. „Es sah aus wie in einem Mikado-Spiel“, erzählt der Landwirt. Folien mussten entwirrt und neu aufgezogen werden.

Als Erstes wird nun der weiße Spargel angeboten. Mit dem ersten grünen Spargel rechnet Goetzens innerhalb der nächsten Woche. Violetten Spargel gibt es auch. Da dieser nicht unter Folie gezogen wird, ist mit ihm erst Ende April im Hofladen zu rechnen. Während der erste Spargel komplett aus den Folientunneln stammt, geht es nach Ostern mit dem Spargel los, der ohne Tunnel, sondern lediglich mit schwarzer Folie abgedeckt wächst. Von Mitte Mai bis Ende der Saison gibt es Spargel, der mit weißer Folie geschützt ist. So ist über die gesamte Saison immer frischer Spargel verfügbar.

Wer beim Spargeleinkauf übrigens auf die obligatorischen Plastiktüten verzichten möchte, kann seine eigenen Kunststoff- oder Glasboxen mitbringen und befüllen lassen. „Darin kann man den Spargel problemlos transportieren“, sagt Josie Goetzens. Mit den ersten Erdbeeren aus seinen Treibhäusern rechnet der Landwirt indes zu Ostern.

Der Spargel- und Erdbeerhof Goetzens, Escheln 3 in St. Hubert, hat zunächst bis zum 6. April täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Danach ist montags bis freitags jeweils von 9 bis 18.30 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr sowie sonn- und feiertags von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet.

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