Kempens Jugendamt: Solidarität mit Dezernent Michael Klee in Brief an Bürgermeister Volker Rübo

Kempen : Jugendamt: Solidarität mit Michael Klee

In einem internen Brief an Kempens Bürgermeister Volker Rübo melden sich Mitarbeiter zur Wort.

Über diese Entwicklung ist Kempens Bürgermeister Volker Rübo alles andere als glücklich. In einem internen Brief an ihn kritisieren Mitarbeiter des Jugendamtes die öffentliche Demontage ihres Chefs, des Dezernenten Michael Klee. Den Brief, der öffentlich geworden ist, haben 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes unterzeichnet. Die Beschäftigten in der Behörde sind nervös, fühlen sich nach den Berichten im Zusammenhang mit Absagen an 69 Eltern, die für ihre Kinder zum 1. August keinen Betreuungsplatz bekommen, zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die Betroffenen bemängeln auch die verwaltungsinterne Zusammenarbeit mit anderen Fachämtern. Sie fordern unter anderem eine größere Wertschätzung durch Kollegen ein.

Bürgermeister Rübo nimmt die Kritik seiner Mitarbeiter im Jugendamt sehr ernst. Er habe in dem Amt eine „nervöse Stimmung“ wahrgenommen. Das sei nicht gut. „Wir werden uns zusammensetzen und die Probleme diskutieren“, sagte Rübo am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Er wirbt für gegenseitiges Verständnis für die Arbeit in den einzelnen Ämtern. „Die interne Kommunikation muss da sicherlich verbessert werden“, betonte er.

Dass der Beigeordnete Michael Klee, der seit dem Weggang der früheren Jugendamtsleiterin Heike Badberg im Sommer vergangenen Jahres selbst das Amt leitet, von Teilen der Politik öffentlich demontiert worden ist, findet Rübo überhaupt nicht gut. Er kann sehr gut verstehen, dass die öffentliche Kritik an Klees Arbeit auch dessen Mitarbeiter sehr belastet. Ihn selbst belaste das auch. Selbst Rübos CDU-Parteifreunde kritisieren Klee öffentlich. Er habe die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllt, hatte zuletzt CDU-Fraktionschef Wilfried Bogedain bei einem Pressegespräch gesagt. Eine Wiederwahl Klees als Beigeordneter, die im März 2020 ansteht, ist unwahrscheinlich. Das haben die Christdemokraten, aber auch die Fraktionen von FDP und Linken Klee bereits intern mitgeteilt. Öffentlich sind sie ebenfalls von ihm abgerückt. Öffentlich stehen nur SPD und Grüne weiter zu Klee.

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