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Kamp-Lintfort/Sonsbeck: Denen helfen, die nicht so viel Glück haben.

Unsere Stiftungen : Denen helfen, die nicht so viel Glück haben

Die Milestone Stiftung ging Ende 2020 an den Start und konnte schon erste Projekte realisieren. Kultur sowie Kinder- und Jugendhilfe sind Schwerpunkte der Stiftung, die Olaf Broekmans mit seiner Frau ins Leben rief.

„Wir haben viel Glück gehabt und von der Gesellschaft viel erhalten. Dafür sind wir dankbar. Jetzt geben wir der Gesellschaft etwas zurück. Wir helfen denen, die nicht so viel Glück hatten.“ So beschreibt Heike Broekmans den Grund, zusammen mit ihrem Mann Olaf Broekmans eine Stiftung zu gründen. Die beiden Sonsbecker haben diese nach der Milestone Consult, dem IT-Unternehmen ihres Mannes in Kamp-Lintfort, in dem sie und er arbeiten, Milestone Stiftung genannt. Sie haben die Stiftung, die am 20. Dezember 2020 an den Start ging, nicht nur für das Glück der anderen gegründet. Die beiden freuen sich, wenn sie anderen helfen können.

So erzählt Heike Broekmans, wie sie vom Sonsbecker Verein „Besondere Kinder“ eingeladen wurde, um sich an der Danziger Straße in Sonsbeck die Vereinsräume anzuschauen und zu besprechen, „wo der Schuh am meisten drückt“, wie die Fotografin und Designspezialistin es bezeichnet. „Unsere besonderen Kinder tanzen so gerne“, war ein Wunsch der Vereinsführung, allerdings war der Zustand des Gemeinschaftsraumes dazu nicht mehr ideal. „Vor allem der alte Boden war dringend renovierungsbedürftig“, blickt sie auf den Besuch zurück.

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Sie, die Kreative, sprach mit ihrem Mann, dem Wirtschaftsinformatiker, dem Organisator und Kulturliebhaber. Mit der Vereinsführung entwickelten sie einen Plan, der nicht nur den Boden umfasste. „Wir haben von einem Handwerksbetrieb den Boden herausreißen lassen und durch einen neuen ersetzt“, erzählt Olaf Broekmans. „Außerdem haben wir eine Wand mit Spiegeln versehen lassen. Er hat sich nun in einen richtig schönen Raum verwandelt. Die Kinder tanzen noch lieber dort –und können das hoffentlich noch viele Jahre.“

Bislang ist der Gemeinschaftsraum das größte Projekt der jungen Stiftung und typisch für sie. Es ist lokal ausgerichtet, obwohl das Geld der Milestone Stiftung vorrangig über die Milestone Consult hereinkommt, die mit ihren 75 Mitarbeitern auf dem ganz Globus Softwarelösungen für große Unternehmen entwickelt. Es wurde federführend über die Milestone Stiftung geplant und abgewickelt. Und es wurde komplett sowie direkt von der Stiftung finanziert, nicht über einen Zuschuss. Diese Grundsätze galten schon für das erste Projekt, die Wunschbaumaktion, die wenige Tage vor dem Erhalt des Stiftungsbriefs begann. Kinder aus drei Kinderheimen in Wachtendonk, Kempen und Geldern hielten auf Karten ihre Wünsche zu Weihnachten fest, darunter auch „herzzerreißende“, so Olaf Broekmans, zum Beispiel: „Eine Puppe zum Liebhaben“.

„Die Stiftung sollte die Karten übernehmen, die nicht von Mile­stones-Mitarbeitern direkt übernommen würden“, sagt der Sonsbecker mit sozialer Ader, der auch Vorsitzender des Kulturvereins „Son’Kult“ ist. „Aber nach wenigen Tagen waren schon alle Karten weg. Deshalb haben wir uns dann weitere Kinderwünsche bei den Tafeln in Issum/Geldern geben lassen.“

Bei einem anderen Projekt stellte die Stiftung für das Gerebernus Seniorenheim in Sonsbeck ein Paket mit 120 Büchern zusammen, damit die Senioren während der Pandemie lesen konnten. Heike Broekmans hatte bei einigen Besuchen vor Ort den Bedarf gesehen und gefragt, ob die Stiftung helfen könne. Bei wieder einem anderen Projekt stiftet die Stiftung nur hinzu: beim Kletterfelsen, den die Klimpansen des SV Sonsbeck bauen.

Gerade steht das nächste Projekt der noch jungen Stiftung an. Für den 21. August lädt sie zu einem Konzert ein. Fünf Musiker treten zusammen auf, entweder in der lichtdurchfluteten Eingangshalle der Milestone Consult an der Carl-Friedrich-Gauß-Straße in Kamp-Lintfort oder im Garten dahinter. Darunter sind unter anderen Sylvia Gonzalez-Bolivar, die einmal die Hauptrolle im Musical Tabaluga sang, oder Martin Engelien, der Bassgitarrist der Klaus-Lage-Band.

„100 Personen können kommen“, sagt Olaf Broekmans. „Die Musiker haben im Corona-Jahr 2020 keine Auftritte gehabt und kein Geld bekommen. Sie haben sehr gelitten. Wir sind froh, hier ein wenig helfen zu können und gleichzeitig ein Licht am Ende des langen Tunnels aufzuzeigen. Die Gage wird von uns übernommen. Für die Besucher ist der Eintritt kostenfrei. Sie können sich aber mit einer Spende bedanken.“

Anmeldungen über die Zentrale der Milestone sind erforderlich, die Corona-Regeln gelten selbstverständlich auch bei dem geplanten Konzert in Kamp-Lintfort.