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Aktion von Volksbank Niederrhein und RP:250.000 Euro für die Fluthilfe

Aufruf von Volksbank Niederrhein und RP : Niederrheiner spenden 250.000 Euro für die Fluthilfe

Über die Spenden-Aktion „Gemeinsam helfen“ von Volksbank Niederrhein und Rheinischer Post ist innerhalb von zwei Wochen eine Viertelmillion Euro zusammengekommen. Ein Großteil des Geldes hat die Empfänger bereits erreicht.

Im erfolgreichen Akquirieren von Spenden für den sehr guten Zweck hat der Vorstandschef der Volksbank am Niederrhein eigentlich schon Routine. Immerhin gelingt es dem Privatmann Guido Lohmann über die von ihm ins Leben gerufene Aktion „Bewegen hilft“ und den gleichnamigen Verein jedes Jahr aufs Neue, große Summen für Vereine und Organisationen in der Region zusammenzutragen. Das, was die Menschen, Unternehmen und Institutionen vor Ort, von Moers bis Xanten und darüber hinaus, in den vergangenen zwei Wochen gemeinsam für die Opfer der Flutkatastrophe geleistet haben, verschlägt allerdings auch dem erfahrenen Spendensammler die Sprache.

„Wir werden bis Samstag knapp 250.000 Euro eingesammelt und vor allem schon nahezu alle eingegangenen Gelder bereits dorthin weitergeleitet haben, wo sie dringend benötigt werden“, sagt Lohmann.

Die Spenden-Aktion „Gemeinsam helfen“ ist nach der Hochwasser-Katastrophe von der Volksbank Niederrhein und der Rheinischen Post gestartet worden, um die Menschen und Helfer in den betroffenen Gebieten zu unterstützen. Das Geld kommt von fast 2000 Einzelspendern und wird ohne Umwege weitergegeben, unter anderem an den Feuerwehr-Solidarfonds, den Solidarfonds Landwirtschaft und den Bundesverband der Rettungshundestaffeln (siehe Info-Box).

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„Die Reaktionen und Rückmeldungen der bedachten Einrichtungen waren zum Teil so emotional, dass ich das gar nicht richtig wiedergeben kann“, berichtet Lohmann. „Zumindest in meiner 14-jährigen Zeit hier am Niederrhein hat es etwas Vergleichbares hier vor Ort noch nicht gegeben.“

Die Idee zum Spendenaufruf entstand spontan. Die furchtbaren Bilder aus den Regionen, die von der Jahrhundertflut heimgesucht wurden, erreichten Guido Lohmann in seinem holländischen Urlaubsort. Von langjährigen Freunden aus dem Raum Aachen und Trier erfuhr er durch persönliche Schilderungen, wie verheerend die Wassermassen gewütet haben. Häuser, Straßen und Brücken wurden einfach weggespült, Menschen vom Wasser innerhalb von wenigen Minuten eingeschlossen und mitgerissen, weit mehr als 100 haben in den Fluten ihr Leben verloren. Tausende Familien stehen vor dem Nichts.

„Wir haben die Menschen hier am Niederrhein deshalb um solidarische Spenden für die Flutopfer und die engagierten Helfer vor Ort gebeten“, sagt Lohmann. „Dass die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft, die im Übrigen auch die vielen Sachspenden und persönlichen Einsätze im Flutgebiet mit einbezieht, am Ende so groß ist, hätte ich nicht für möglich gehalten. Darauf können alle, die sich in irgendeiner Form – ob im Großen oder im Kleinen – beteiligt haben, stolz sein, und dafür möchten wir Danke sagen!“

An Turan Akcil, Inhaber zweier Barbershops in Rheinberg zum Beispiel, dem, als er von der Hochwasserkatastrophe hörte, sofort klar war, dass er helfen will. Zunächst packte der Moerser sein Auto voll und brachte Betroffenen auf eigene Faust Lebensmittel und Getränke. Danach beschloss er, sämtliche Einnahmen eines Tages aus beiden Salons zu spenden.

Oder an Metzger Ludger Lemken, Bäcker Oliver Hertrampf und die Sonsbecker Bäckerei Tebart, die in der Metzgereien Lemken in Wesel und Xanten 1,50 Euro pro verkaufter Brat- oder Mettwurst im Brötchen spenden. „Helferbrötchen“ nennen sie das Benefiz-Produkt, das noch bis Ende August im Dienst der guten Sache angeboten wird. Denn, so Lemken, der Erlös soll erst im September übergeben werden – damit auch dann noch etwas bei den Menschen ankommt, wenn die erste Spendenbereitschaft vielleicht schon wieder abgeebbt ist.