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Wochenmarkt in Kamp-Lintfort: Äpfel und Beeren aus eigenem Anbau

Leckeres vom Wochenmarkt : Äpfel, Beeren und Co. aus eigenem Anbau

Immer mehr Kunden setzen beim Einkauf auf Frische und Regionalität. Gerade in der Corona-Pandemie haben sie den Wochenmarkt neu oder wieder entdeckt. Die RP stellt die Kamp-Lintforter Marktbeschicker vor.

Lange waren die Wochenmärkte in Kamp-Lintfort aufgrund der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Doch inzwischen sind viele Marktbeschicker in die Stadt zurückgekehrt. Immer dienstags ist zum Beispiel Michael Kerkmann mit seinem gut zwölf Meter langen Obst-, Gemüse- und Kartoffelstand auf dem Wochenmarkt vertreten. Bereits seit 30 Jahren versorgt der heute 56-jährige Landwirt aus Kevelaer seine Kunden mit unter anderem selbst angebautem Lebensmitteln, zuerst auf dem Rathausvorplatz und seit drei Jahren jetzt auf dem Prinzenplatz. Kerkmann ist eigentlich gelernter Großhandelskaufmann, übernahm mit 23 Jahren den von seinem Vater gegründeten Landwirtschaftsbetrieb. „Das war für mich von Anfang an klar“, erklärte er. „Ich habe meinem Vater schon vorher oft geholfen. Da wächst man dann rein.“

Einige der von ihm angebotenen Früchte, vor allem Äpfel, Beeren und Zwetschgen, stammen von seinen eigenen Bäumen und Sträuchern, andere Obstsorten, sein Gemüse- und Kartoffelangebot kauft er je nach Saison entweder auf den umliegenden Höfen oder auf dem Großmarkt ein. Zur Adventszeit bietet er zudem noch frisch geschnittenes Tannengrün an. Mit diesem Angebot hat er sich im Laufe der Jahre nicht nur in Kamp-Lintfort, sondern auch auf dem Meerbecker und Asberger Markt in Moers eine beachtliche Anzahl von Stammkunden erworben. Viele von ihnen wissen dabei seine derzeit sehr reichhaltige Auswahl an Beeren zu schätzen, darunter auch die besonders Vitamin-C-reiche, noch nicht ganz so bekannte Josta-Beere, eine aus Stachel- und schwarzen Johannisbeeren bestehende Kreuzung.

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Eine ältere Dame kannte diese Art auf jeden Fall noch nicht. „Wir schmecken die denn?“, wollte sie wissen. „Ein wenig wie beide Früchte zusammen, nur nicht ganz so intensiv wie schwarze Johannisbeeren. Dafür sind sie aber auch wesentlich preiswerter“, erklärte der Landwirt der Kundin freundlich und wartete geduldig, bis sie sich schließlich nach einigem Zögern für den Kauf der für sie bisher unbekannten Beerenart entschloss. „Ich bin sehr gerne auf dem Markt. Mir gefällt der Umgang mit den Menschen dort, und weil ich mein eigener Chef bin“, lächelte er. Dass der Aufbau seines Standes trotz 30-jähriger Routine gut anderthalb Stunden dauert, sodass er damit bereits um sechs Uhr morgens anfangen muss, macht ihm auf eine entsprechende Frage hin, nichts aus.

„Der Abbau geht meistens ein wenig schneller“, lächelte er dazu wieder freundlich. Während er seinen Stand in Kamp-Lintfort normalerweise alleine betreut, hat er für die beiden Moerser Märkte jedoch seit vielen Jahren schon eine angestellte Helferin. Seinen Landwirtschaftsbetrieb in Kevelaer bewirtschaftet er dagegen alleine. Kinder, die den Hof vielleicht eines Tages übernehmen könnten, hat er keine. Darüber mache er sich „aber jetzt noch keine großen Gedanken“, erklärte er: „Ich denke, das hat auch noch ein bisschen Zeit.“