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Corona-Virus wird zum Problem für Firma in Straelen

Virus hat auch Folgen für Straelen : Firmen: Corona schon jetzt spürbar

Sebastian Keuck, Geschäftsführer von Keuck Medien in Straelen, berichtet von Einbußen, weil Messen nicht stattfinden. Ein zweites Problem sind Lieferengpässe.

Der Coronavirus wirkt sich auch auf Betriebe am Niederrhein aus. Betroffen ist zum Beispiel Sebastian Keuck, Geschäftsführer der Keuck Medien GmbH in Straelen. „Wir haben den Bereich Werbetechnik stark ausgebaut“, erklärt Keuck. So plottet das Unternehmen Folien für Messestände, Wegweiser für Fußböden, um die Messebesucher zu leiten und stellt Deckenabhänger her, damit Logos schon von Weitem zu sehen sind.

Für die Mobilfunkmesse in Barcelona (MWC) sind auch Acryl-Buchstaben gefräst worden. Zum Einsatz kommen sie nicht. Die Messe wurde abgesagt. Genauso wie die Light&Building in Frankfurt. Die wurde auf September verschoben. Barcelona bedeute einen wirtschaftlichen Schaden von 4000 bis 5000 Euro, Frankfurt wären 8000 bis 10.000 Euro gewesen, so Keuck.

Nicht stattfindenden Messen sind das eine, fehlende Werbemittelbeschaffung das zweite Problem, erklärt Keuck. „80 bis 90 Prozent der Werbemittel kommen aus China“, sagt der Straelener. Gemeint sind Kugelschreiber, Zollstöcke und ähnliches, die durch den Werbedruck in Straelen eine persönliche Note bekommen. Die Werbemittel lassen auf sich warten, Aufträge können deswegen nicht umgesetzt werden. „So hängen wir gerade mit einer großen Lieferung im fünfstelligen Euro-Bereich im luftleeren Raum und können unser Lieferversprechen nicht halten“, erklärt Keuck. Viele Werke in China stünden aktuell aufgrund der Corona-Erkrankungs-Welle still. Eine Alternative zu der Lieferung aus China sei so schnell nicht in Sicht. „Der Auftrag ist erteilt, wir sind verpflichtet, die Sachen auch abzunehmen“, sagt Keuck. Zum Glück zeigten die Kunden Verständnis für die Situation, sagt Keuck.

Eine Blitzumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt, dass er mit dem Problem nicht allein dasteht. „Fast ein Drittel der befragten Betriebe mit Auslandsgeschäft berichtet von Umsatzeinbußen und einer Beeinträchtigung ihres Geschäfts durch den Ausbruch des Coronavirus“, heißt es in der Mitteilung der IHK. Mehr als jedes vierte Unternehmen leide aufgrund des Stillstandes in China schon unter Lieferengpässen. Die Prognose: „Eine Entspannung erwarten unsere Unternehmen nicht“, wird Stefan Dietzelfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK zitiert. Jedes zweite Unternehmen rechne mit weiteren Umsatzeinbußen und mit größeren Schwierigkeiten bei der Warenbeschaffung. Wenn die Situation länger anhalte, bestehe das Risiko, dass wegen des Ausfalls von Vorprodukten wichtige Produktionsketten abreißen, so Dietzfelbinger. Unter www.niederrhein-ihk.de/coronavirus finden sich Hinweise für Unternehmen unter anderem zum Arbeitsschutz und auch Antwort auf die Frage „Trägt Importware das Virus?“