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Coronavirus: Vorbereitungen für den Erstfall im Kreis Viersen

Die Situation im Kreis Viersen : Corona-Virus: Vorbereitungen für Erstfall

In Apotheken ist Mundschutz knapp geworden. Der Kreis und Krankenhäuser haben Vorbereitungen getroffen.

Wer bei Peter Müller in der Adler-Apotheke im Viersener Stadtzentrum einen Mund-Nasen-Schutz kaufen will, wird keinen bekommen. „Seit rund einer Woche sind wir  ausverkauft“, sagt der Chef der Apotheke. So lange schon fragen ihn Kunden auch nach dem Corona-Virus und nach Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung zu schützen.

„Ich werde wohl erst in der nächsten Woche wieder Mundschutz geliefert bekommen“, sagt Müller. Rund hundert Stück habe er geordert. Normalerweise sei dieser Artikel kaum gefragt. Die vermehrten Käufe seien eine Folge der Lungenkrankheit Covid-19. Müller selbst hält einen Mundschutz nur „für bedingt sinnvoll“. Effizienter sei eine gründliche Desinfektion etwa von Händen und Flächen mit einem Desinfektionsmittel, wie bei jeder anderen ansteckenden Krankheit aus.

Am Dienstag ist im Kreis Heinsberg, der an Niederkrüchten und Schwalmtal im Kreis Viersen  grenzt,  das Corona-Virus bei einem Ehepaar festgestellt worden, die Frau ist Erzieherin in einer Kita. Stefan Pusch, der CDU-Landrat des Kreises, hat darauf die Schließung aller Schulen und Kitas bis Montag angeordnet. Auch Schwimmbäder und Stadtbüchereien wurden geschlossen, im Rathaus ist ebenfalls bis einschließlich Montag der Publikumsverkehr eingestellt. Lesen Sie hier unseren Newsblog zu aktuellen Entwicklungen.

Aus dem Ortsteil Klinkum im Kreis Heinsberg stammt auch das Essen für die Kinder und Jugendlichen der Janusz-Korczak-Realschule.  Niederkrüchtens Bürgermeister  Kalle Wassong (parteilos) erklärte auf Anfrage, dass die Mahlzeiten auch gestern normal geliefert worden seien. Das Corona-Virus ist nach Auskunft von Experten nur von Mensch zu Mensch übertragbar. Anfragen von Eltern in der Verwaltung habe es zu der Mahlzeiten-Lieferung nicht gegeben  „Wir beobachten die weiteren Ereignisse aufmerksam“, sagte Wassong. Man solle aber nicht in Panik verfallen und sich besonnen verhalten.  Wassong  habe bereits Kontakt mit Landrat Andreas Coenen (CDU) gehabt; ansonsten orientiere er sich an offiziellen Erklärungen des Gesundheitsamtes.

Auch die Viersener Stadtverwaltung rät zur Besonnenheit. „Aktuell ist die Stadt Viersen vom Corona-Virus nicht betroffen“, betonte eine Sprecherin. „Dennoch nimmt die Verwaltung die Situation sehr ernst.“ Die Stadt stehe im engen Austausch mit Kreis und Nachbarkommunen. „Sollten Verdachtsfälle oder bestätigte Infektionen in Viersen auftreten, wird die Öffentlichkeit unverzüglich informiert“, so die Sprecherin. Derzeit bestehe aber kein Anlass, vorsorglich Schulen oder Kitas zu schließen. Auch Landrat Coenen (CDU) warnt vor Panik. „Wir nehmen die Lage ernst und wir sind gut vorbereitet auf den Ernstfall“, so Coenen. „Derzeit besteht aber kein Verdachtsfall im Kreis Viersen – deswegen bitten wir die Bürger um Ruhe und Besonnenheit.“ Der Kreis Viersen habe sich seit längerem auf das mögliche Auftreten des neuartigen Coronavirus vorbereitet. Das Gesundheitsamt des Kreises sei mit Kliniken und niedergelassenen Ärzten in Kontakt und habe ihnen entsprechende Handlungsempfehlungen gegeben.

Der Kreis Viersen erklärt auf seiner Homepage: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch im Kreis Viersen Erkrankungen auftreten.“ Für den eigenen Schutz vor Covid-19 sollten die Einwohner im Kreis Viersen  die gleichen Maßnahmen wie zur Grippesaison ergreifen. Zum einen sollte man auf eine gute Handhygiene achten, Husten- und Nies-Etikette berücksichtigen, indem nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge gehustet und geniest wird oder in ein Taschentuch, das anschließend entsorgt wird. Danach sollte man sich die Hände gründlich waschen. Zu Erkrankten sei außerdem Abstand zu halten, lauten die Empfehlungen, die sich an denen des Robert-Koch-Institus orientieren.

Ähnliche Ratschläge halten auch die Mediziner im Süchtelner St.-Irmgardis-Krankenhaus bereit. Allerdings habe es dort, so Sprecherin Sigrid Baum, bisher keine vermehrten Nachfragen zum Corono-Virus und zur Vermeidung von Ansteckung gegeben.  „Wir haben bisher auch keine Patienten behandelt, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus bestand“, so die Sprecherin. „Wir sind aber auf den Erstfall vorbereitet.“  Sollte dieser Fall eintreten, werde man je nach Schwere der Erkrankung über das weitere Vorgehen entscheiden. Ein Fokus bei der Vorbereitung der Ärzte liege darauf, wie sie selbst vermeiden können, dass sich das ansteckende Virus weiter ausbreitet. Dazu gehören eine gründliche Handhygiene sowie eine ausreichende Desinfektion.

Was sollten Menschen tun, die befürchten, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben? Der Kreis Viersen rät dazu, dass sie zunächst  mit ihrem Arzt telefonieren und keinesfalls direkt in die Praxis oder in ein Krankenhaus  fahren.