Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel glänzt im Doppelpass bei Sport1

Starker Fernseh-Auftritt : Friedhelm Funkel glänzt im Doppelpass

In der Talkrunde beim Fernsehsender Sport1 steht ausnahmsweise einmal nicht der FC Bayern im Mittelpunkt, sondern Fortuna Düsseldorf. Und deren Trainer Friedhelm Funkel ist der Star des Tages.

Friedhelm Funkel kann sich entspannt zurücklehnen. Da sitzen Journalisten verschiedener Medien, die Trainerkollegen Hans Meyer und Stefan Effenberg sowie Moderator und Ex-Nationalspieler Thomas Helmer zusammen – und alle winden sie dem Chefcoach von Fortuna Düsseldorf einen Kranz. Die Sport1-Fernsehsendung „Doppelpass“ am Sonntagvormittag wird zum Triumphzug für den 65-Jährigen.

In der Sendung wird ansonsten ja überwiegend in allen nur erdenklichen Details über den FC Bayern München gesprochen, doch dieses Mal steht neben der Krise beim FC Schalke tatsächlich Fortuna im Mittelpunkt. Und das passt ja auch wunderbar, sind die Düsseldorfer doch durch ihren 4:0-Erfolg in Gelsenkirchen tags zuvor nicht ganz unschuldig am vorläufigen Tiefpunkt der königsblauen Krise.

Vor allem Effenberg lobt Fortuna über den grünen Klee. Es sei kein Zufall, dass sie ihre erstaunliche Erfolgsserie hingelegt habe, betont der Ex-Nationalspieler: „In Düsseldorf ist eine enorme spielerische Weiterentwicklung zu sehen. Man spürt das Selbstbewusstsein, das in dieser Mannschaft steckt, wenn nach einer Balleroberung sofort gezielt der Pass in die Spitze gespielt wird.“ Alle in der Runde schreiben Funkel den größten Anteil an diesem Selbstvertrauen zu, doch der reagiert, wie er eben immer reagiert: Er verweist auf das Team.

„Unser Erfolg basiert auf Teamgeist“, betont Funkel und bestätigt, was der Sender in einem Einspieler zuvor herausgestellt hatte: Mit das größte Verdienst des 65-Jährigen ist es, dass er Aufgaben im Trainer- und Funktionsteam gekonnt delegiert, Spezialisten herausbildet und sich entwickeln lässt.

Ein weiteres Stichwort in der Talkrunde ist Hierarchie. Effenberg, Meyer und Funkel selbst heben die enorme Bedeutung einer funktionierenden Hierarchie innerhalb einer Mannschaft hervor, wobei Kapitän Oliver Fink und seine Stellvertreter Adam Bodzek. Michael Rensing und Marcel Sobottka großes Lob abbekommen. „Das ist bei Fortuna wie früher bei Ottmar Hitzfeld bei den Bayern“, meint Effenberg und stellt den Unterschied zum FC Schalke heraus, wo frühere Führungsspieler wie Benedikt Höwedes und Ralf Fährmann „rasiert“ worden seien. „Friedhelm muss sich in Düsseldorf um interne Dinge gar nicht kümmern, das erledigen Olli Fink und der Mannschaftsrat für ihn.“

Das Gerangel um Funkels Vertragsverlägerung in Marbella, das einzige Mal, als bei Fortuna echte Unruhe aufkam, kommt zwar auch zur Sprache, doch der Trainer nimmt dem leicht auf Krawall gebürsteten Helmer sofort den Wind aus den Segeln: „Mit Lutz Pfannenstiel verstehe ich mich hervorragend, und da er jetzt als Sportvorstand da ist, habe ich weniger mit Robert Schäfer zu tun. Aber auch mit ihm bin ich auf einem guten Weg, da ist nichts zurückgeblieben.“

Ein paar Schmankerl gönnt sich die Runde auch noch. In einem Filmeinspieler wird gezeigt, wie Funkel seinen Stürmer Dodi Lukebakio in den Arm nimmt, während andere Kollegen während einer Partie Taktikzettel an ihre Spieler verteilen. „Ich brauche keine Zettel“, sagt Funkel grinsend und erntet Zustimmung bei Effenberg, während Meyer mit der Gelassenheit des Alters ergänzt: „Ich schätze Ralf Rangnick und den jungen Kollegen Nagelsmann sehr, und wenn sie Zettel verteilen wollen, sollen sie das tun.“ Originell schließlich, wie Helmer Funkels urige Aussprache „Lukebatschio“ für Fortuna-Stürmer Lukebakio übernimmt (der sich tatsächlich einfach so spricht, wie es geschrieben steht). Aber diese kleine Kuriosität nimmt niemand dem Trainer krumm, der sich wieder einmal bestens verkauft hat, ganz einfach, weil er sich gar nicht verkauft: Funkel ist authentisch – und das kommt bei den Leuten an.

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