Bundesliga: Fortuna Düsseldorf siegt mit 4:0 beim FC Schalke 04

Vierfaches Düsseldorf Helau : Jecke Fortuna demütigt Schalke

Fortuna Düsseldorf hat den FC Schalke 4:0 geschlagen. Neuzugang Dawid Kownacki traf doppelt gegen völlig verunsicherte Gelsenkirchener, deren Krise sich zuspitzt.

Zuletzt war das Karneval für die Fortunen kein gutes Omen. Die Düsseldorfer gewannen am Jecken-Wochenende nur eines der vergangenen 13 Ligaspiele (Bundesliga und Zweite Liga: vier Remis, acht Niederlagen). Diese Bilanz besserte das Team von Trainer Friedhelm Funkel am Samstag mit einem Kantersieg auf: Beim erschreckend schwachen FC Schalke gewann Fortuna völlig verdient mit 4:0. Besonders das Sturmtrio überzeugt: Dodi Lukebakio, Dawid Kownacki (2) und Benito Raman treffen und spielen Schalke schwindelig.

Die Fans in der Nordkurve gaben bereits um kurz nach 15 Uhr einen Einblick in das derzeitige Seelenleben auf Schalke: „Wir wollen euch kämpfen sehen“, hallte es schon vor Anpfiff durch die Arena. Nach dem Rücktritt von Sportvorstand Christian Heidel am vergangenen Sonntag und der Verpflichtung von Jochen Schneider als Ersatzmann hatte Trainer Domenico Tedesco keinen Zweifel daran gelassen, was gegen Fortuna auf der Tagesordnung steht: „Wir brauchen die verdammten drei Punkte."

Friedhelm Funkel wollte das freilich verhindern und setzte in der Veltins-Arena in der defensiven Grundordnung auf ein 4-1-4-1, das bei Ballbesitz zu einem 4-3-3 wurde. Marcel Sobottka feierte sein Comeback als einziger Sechser zwischen den zwei Viererreihen. Der ehemalige Schalker hatte sich im Trainingslager in Südspanien Anfang Januar einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen. Bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz 2019 hinterließ der 24-Jährige den Eindruck, als wäre er nie weg gewesen.

Insgesamt war Fortuna in den ersten 45 Minuten die deutlich souveräner auftretende Mannschaft. Während die krasse Verunsicherung der Schalker von Minute zu Minute deutlicher wurde, fühlten sich die Düsseldorfer in ihrer Spielanlage pudelwohl, obwohl dabei kein wirklich ansehnlicher Kick entstand. Die Gäste nutzten die einzige Spitze Dodi Lukebakio als Zielspieler, der dann die Außen Dawid Kownacki und Benito Raman einsetzen sollte. Die erste dicke Chance hatte dann aber Lukebakio selbst, der von Raman auf die Reise geschickt wurde. Und der Belgier verwandelte eiskalt. Die 4500 mitgereisten Anhänger bejubelten die Führung.

Doch dann hatte Schiedsrichter Felix Brych seinen ersten großen Auftritt. Videoschiedsrichter Günter Perl aus dem Kölner Keller hatte ihm den Hinweis gegeben, ein mögliches Foulspiel von Raman an Amine Harit zu überprüfen. Brych nahm daraufhin das Tor zurück. Ein merkwürdige Entscheidung. Vor allem, da das Foulspiel nicht so eindeutig war, dass eine klare Fehlentscheidung vorlag. Perl hätte der Regel folgend also gar nicht eingreifen dürfen. Funkel war am Spielfeldrand kaum zu beruhigen. Schließlich hatte Brych in dieser Spielzeit bereits einen unberechtigten Handelfmeter gegen Fortunas Kaan Ayhan in Mönchengladbach gepfiffen.

Eine knappe Viertelstunde später fand sich Brych wieder vor dem kleinen Bildschirm vor der Gegengeraden ein. Und diesmal kam er mit positiver Kunde für die Fortuna zurück: Es gab Handelfmeter. Kownacki hatte Raman mit einem tollen Pass steil geschickt, und als Raman dann Lukebakio bedienen wollte, verhinderte Matja Nastasic den Querpass mit der Hand – eine klare Sache. Lukebakio ließ sich die Chance nicht nehmen und erzielte nun vom Punkt aus auch einen gültigen Treffer zum 1:0 (35.).

Damit hatte Fortuna die Hausherren genau da, wo sie sie haben wollten. Das Publikum wurde immer unruhiger, die „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Rufe immer lauter. Bezeichnend für den grottenschlechten Auftritt: Schalke gab im ersten Durchgang keinen einzigen Schuss auf das von Michael Rensing gehütete Tor ab.

Das änderte sich in der 55. Minute – und dann aber richtig. Harit wurde prächtig freigespielt und zog ab. Rensing reagierte aus kurzer Distanz mit einem überragenden Reflex. Das brachte die Schalker Kurve, die bis dahin die Unterstützung vorläufig eingestellt hatte, wieder etwas in Wallung.

Nun sollte sich zeigen, ob Fortuna schon abgeklärt genug ist, um das Spiel weiter in ihre Richtung zu beeinflussen. Die Antwort: Eindeutig ja. Als Schalke gerade überlegte, ob sie nicht doch an diesem Fußballspiel teilnehmen wollen, spielte Raman einen genialen Pass auf Kownacki, der Alexander Nübel keine Chance ließ und den Ball zum 2:0 (62.) ins lange Eck chippte. Der erste Ligatreffer für die Leihgabe von Sampdoria Genua. Raman selbst legte sechs Minuten später nach Lukebakio-Vorlage zum 3:0 nach. Es war jetzt eine Demütigung für die Gelsenkirchener, die sich devot ihrem Schicksal fügten. Die Stimmung beim Schalker Anhang schlug nun von Frust in Wut um. Die Düsseldorfer Fans feierten hingegen ihr Team, sich selbst und Karneval. Kownacki spielte dabei mit dem 4:0 (84.) noch einmal den Einheizer.

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