Borussia Mönchengladbach: Oscar Wendt und Ramy Bensebaini teilen sich den Job hinten links

Job-Sharing bei Borussia : Wendt und Bensebaini teilen sich den Linksverteidiger-Posten

Oscar Wendt und Ramy Bensebaini wechseln sich hinten links nahezu ab. Der Schwede machte fünf der vergangenen neun Spiele, der Algerier vier. Und die Teilzeitarbeit zahlt sich laut Marco Rose aus.

Seit Donnerstag ist Oscar Wendt 34 Jahre alt. Just an seinem Ehrentag hatte sein Trainer Marco Rose keine gute Nachricht für den Schweden. Er werde im Europa-League-Spiel bei AS Rom nicht spielen, teilte Rose Wendt mit. Der Coach war sehr davon angetan, wie professionell dieser die Botschaft aufnahm. So spielte dann Ramy Bensebaini im Stadio Olimpico und machte auch einen guten Job. Wer nun dachte, damit habe sich der Algerier auch für eine Startelf-Teilnahme beim Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt verdient, der irrte. Dieses Mal durfte wieder Wendt ran – und der machte sich selbst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, als er kurz vor der Pause zum 2:0 traf. Es war sein erstes Tor seit dem 26. Januar, damals gab es ein 2:0 gegen Augsburg. 16 Tore und 16 Vorlagen hat  er nun insgesamt zusammen in seiner Zeit bei Borussia, die vor acht Jahren begann.

Dass sich Wendt wegen der Versetzung auf die Bank am Donnerstag wenig grämte, mag auch mit dem Wissen zu tun haben, dass diese Situation keine von großer Dauer sein würde. Denn Rose hat für den Linksverteidiger-Posten seit dem Derby in Köln, als Wendt eine Grippe hatte und Bensebaini sein Debüt feierte, ein regelrechtes Job-Sharing eingeführt. Fünfmal war in den vergangenen neun Spielen Wendt Startelf-Teilnehmer, viermal Bensebaini. Wendt spielte öfter in der Bundesliga, Bensebaini mehr in der Europa League.

„Das ist völlig in Ordnung“, befand der Sommerzukauf Bensebaini, der nach dem Afrika-Cup-Triumph mit Algerien einige Wochen brauchte, um spielbereit zu sein. „Jetzt bin ich fit“, sagte er. In Köln deutete der 24-Jährige seine speziellen Qualitäten an: dynamisch, aggressiv und offensiv ist der Mann, einer, der den Gegenspielern auch mal weh tut und auch weiß, wo das Tor steht. Unnötige Schauspieleinlagen, die er zu Anfang darbot, lässt er inzwischen weg, das ist gut so. Wendt ist der Elegantere der beiden Konkurrenten und natürlich mit seinen nun 255 Pflichtspielen für Gladbach und elf Lebensjahren mehr der Erfahrenere. Zudem liegt er in der Torbilanz vorn. Bensebaini hat dafür als Einwechselspieler den wichtigen Assist für Patrick Herrmann beim 1:1 bei Basakshir FK produziert. In Rom hatte er Pech, als er nach Florian Neuhaus’ Freistoß nur die Latte traf.

Bensebaini wurde geholt, um Wendt nach Jahren mal einen echten Konkurrenzkampf zu bescheren. Während seine Vorgänger dem Schweden kaum mal einen Einsatz abringen konnten, wenn dieser fit war, ist Bensebaini schon einen Schritt weiter: als Teilzeit-Wendt-Verdränger. Rose kann und will sich zu mehr nicht durchringen, weil er die Vorzüge beider Spieler sehr schätzt und das Duell „auf Augenhöhe“ (Rose) mit dem geteilten Job beantwortet.

„Beide sind wichtige Spieler, beide haben Qualität. Oscar hat gegen Frankfurt ein Tor gemacht, also war alles richtig. Ramy hilft uns mit seiner Dynamik immer wieder. Die Art und Weise, wie sie spielen, ist das eine, ihre Persönlichkeit das andere“, sagte Rose am Montag. „Das ist eine Position, auf der wir es ganz entspannt machen können mit der Belastungsteuerung. Auf anderen Positionen ist das anders.“

Welcher der beiden Linken am Mittwoch in Dortmund spielen darf, ist wegen des Wechselspiels nicht vorherzusagen. Beim Liga-Spiel beim BVB bekam Wendt den Vorzug. Aber auch daraus lässt sich wenig ableiten für den neuerlichen Vergleich mit der westfälischen Namenscousine. Möglich ist auch, dass Wendt und Bensebaini Seite an Seite spielen. Denn der Nordafrikaner gehört zu den möglichen Kandidaten, um bei Bedarf Vakanzen in der Innenverteidigung aufzufüllen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Oscar Wendt