Borussia Mönchengladbach bleibt nach Sieg gegen Eintracht Frankfurt Tabellenführer

Borussia - Frankfurt 4:2 : Gladbach bleibt die Nummer eins

Nach einer starken ersten Halbzeit der Borussia tat Eintracht Frankfurt viel dafür, zurück ins Spiel zu kommen. Die Gladbacher hatten aber stets die passende Antwort parat und erobern mit einem 4:2-Sieg die Tabellenspitze zurück.

Borussia bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Dieses Mal nicht dank der gütigen Mithilfe der Konkurrenz, sondern aus eigener Kraft. Gegen Eintracht Frankfurt gab es einen 4:2-Erfolg. Erstmals seit der Saison 1976/77, an deren Ende Gladbach zum letzten Mal Meister wurde, sind die Borussen dreimal in Folge Tabellenführer. Entsprechend wurde gefeiert im Borussia-Park.

Rose rotierte erneut, aber zart. Auf der linken Seite führt der Zweikampf zwischen Oscar Wendt und Ramy Bensebaini derzeit zu einem Job-Sharing, dieses Mal war der Schwede wieder dran. Laszlo Bénes ersetzte im Zentrum Christoph Kramer. Das System blieb das der vergangenen Spiele: das 4-3-3. Über die Außen wollte Rose die Frankfurter Dreierkette auseinanderziehen. So hatten sich die Borussen beim 5:1 gegen Augsburg im letzten Heimspiel viele Freiräume im Strafraum geschaffen. Zudem begegnete Borussia den wie üblich wuchtigen Frankfurtern mit der Wucht von Marcus Thuram und Breel Embolo, dazu kam die Geschwindigkeit Patrick Herrmanns.

„Mit gefällt der Spielstil der Eintracht“, hatte Rose vorab gesagt. In den vergangenen Jahren hatte Gladbach den „Büffeln“ aus Hessen vor allem Spielkunst entgegengesetzt, nun ist sie selbst „büffeliger“ geworden, kämpferischer. So war es nicht mehr ein Vergleich zweier Fußball-Philosophien, sondern ein Gleich-Denken beider Teams, deren Trainer jeweils durch den RB-Salzburg-Ansatz geprägt sind.

Doch die Eintracht, die mit den Ex-Borussen Martin Hinteregger und Djibril Sow begannen, bot nicht die Lücken an wie Augsburg, das wurde schnell deutlich. Adi Hütters Team wartete tief und setzte auf Umschaltsituationen. Borussia arbeitete sich an der Lücken-Findung ab. In den ersten 20 Minuten gab es zwei Möglichkeiten, beide nach Ecken von Bénes, dessen Standards fast immer für Gefahr sorgten. Jantschke verfehlte mit dem Kopf das Tor, Thurams Versuch klärte Gelson Fernandes auf der Linie.

Dann gönnte sich die Eintracht ein wenig Offenheit – und wurde gleich bestraft. Der erste wirklich gelungene Spielzug brachte Gladbach das 1:0: Embolo und Bénes spielten Doppelpass, der Slowake schickte den Schweizer und dessen optimal getimte Hereingabe nutzte der umtriebige Thuram, der sein viertes Saisontor erzielte (28.). Das Unternehmen „Erster bleiben“ lief von dem Moment an runder, denn nun musste die Eintracht aufmachen.

Embolo musste kurz nach seiner Großtat verletzt raus und machte damit den Weg frei für Kapitän Lars Stindl. Der hatte in Rom mit seinem Elfmeter-Tor das 1:1 gerettet und war am Freitag zum zweiten Mal Vater geworden. Nun spielte er zum ersten Mal seit dem 7. April (1:1 gegen Bremen) im Borussia-Park und war sichtlich motiviert, erneut Zählbares beizutragen zum Spiel.

Erstmal aber hatte Wendt seinen großen Augenblick: Als Thuram der Ball abhanden kam im Strafraum, schoss der Schwede das Spielgerät kühl ins Netz zum 2:0. Gladbachs Überlegenheit war groß, doch Frankfurt unnachgiebig. Danny da Costa sorgte für den Anschluss und plötzlich war es das von Rose erwartete „intensive Spiel“. Gladbach musste nun um jeden Ball, jeden Meter und den Sieg kämpfen gegen die aufbegehrende Eintracht, die immer wieder gefährliche Abschlüsse hatte. Dann schaffte Nico Elvedi Borussia mit seinem Kopfball-Tor nach dem Freistoß von Bénes das 3:1. Erneut kam Frankfurt heran, es blieb eine Zitterpartie. Aber mit gutem Ausgang. Der Lohn für den dritten Heimsieg in Serie: Borussia reist am Mittwoch als bestes Bundesliga-Team zum Pokalspiel bei der kriselnden Namenscousine nach Dortmund. Und das mit großem Selbstvertrauen und dem Wissen, bereit zu sein für große Spiele.

Statistik

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Jantschke (46. Beyer), Elvedi, Wendt - Zakaria - Benes, Neuhaus - Herrmann (82. Hofmann), Embolo (35. Stindl), Thuram. - Trainer: Rose

Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hasebe, Hinteregger - da Costa, Sow, Fernandes (83. Joveljic), Kostic (79. Chandler) - Rode (46. Kohr) - Kamada, Paciencia. - Trainer: Hütter

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Tore: 1:0 Thuram (28.), 2:0 Wendt (45.+2), 2:1 da Costa (59.), 3:1 Elvedi (75.), 3:2 Hinteregger (79.), 4:2 Zakaria (85.)

Zuschauer: 52.300

Beste Spieler: Benes, Thuram - Fernandes, Kamada

Gelbe Karten: Neuhaus (3) - Abraham

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