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Borussia Mönchengladbach: Der Faktencheck zum 4:1 gegen Hannover 96

Neunter Heimsieg in Folge : Nur in der Meistersaison 1976/77 war Borussia besser

26 Punkte nach zwölf Spieltagen – diesen Wert hat Gladbach in seiner langen Bundesligageschichte erst einmal überboten. Ein wesentlicher Faktor ist dabei Borussias Heimstärke. Der Faktencheck zum 4:1-Sieg gegen Hannover 96.

Beste Punktebilanz seit 42 Jahren: Acht Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen – das macht 26 Punkte nach zwölf Spieltagen. Eine an sich schon beeindruckende Ausbeute, die mit dem Blick in Gladbachs Bundesliga-Historie zusätzlich ausgewertet wird. Denn nur einmal stand die Borussia in den 50 Spielzeiten zuvor nach zwölf Spielen besser dar.

In der letzten Meistersaison sammelten die Gladbacher dank neun Siegen und drei Unentschieden 30 Punkte. Es war auch die einzige Saison, in der aus den ersten zwölf Spielen mehr Siege heraussprangen als die acht Erfolge der aktuellen Fohlen-Generation. Auch in Sachen Torausbeute ist Gladbach stark wie selten zuvor. Die 30 Saisontore bislang wurden nur viermal überboten: 1971/72 (32 Treffer), 1973/74 (33), 1984/85 (35) und 1967/68 (38).

Neun Heimsiege in Folge: Serie ausgebaut, Teil eins: Mit dem 4:1 gegen Hannover 96 feierte Borussia ihren neunten Bundesliga-Heimsieg in Folge. Nur dreimal in seiner Bundesliga-Historie gelangen Gladbach längere Siegesserien auf eigenem Platz. In der Saison 1983/84 gab es zwölf Heimsiege am Stück, im Kalenderjahr 1987 waren es einmal elf und im Kalenderjahr 2016 zehn Erfolge in Serie. Insgesamt ist die Mannschaft im eigenen Stadion nun bereits seit elf Spielen ungeschlagen – vor den neun Siegen gab es zwei Unentschieden – und hat dabei immer mindestens zwei Tore erzielt.

Hannover war am Sonntagabend trotz frühen Rückstands indes keine wirklich hohe Hürde, um die Serie auszubauen – zumal die Niedersachsen zu Borussias Lieblingsgästen zählen. Das 4:1 war der siebte Heimsieg gegen 96 in Folge. Längere Serien hatte Gladbach nur gegen drei Gegner: gegen Werder Bremen und den MSV Duisburg (je acht Heimerfolge am Stück) sowie gegen den VfL Bochum (elf Dreier auf eigenem Platz in Folge).

In 18 Spielen immer getroffen: Serie ausgebaut, Teil zwei: In der siebten Minute schlenzte Thorgan Hazard den Ball mit dem linken Fuß in die lange Ecke – damit war bereits das 18. Bundesligaspiel in Folge mit einem Gladbacher Torerfolg perfekt. Kein anderer Bundesligist hat aktuell eine derart lange Serie vorzuweisen. Und auch Borussia selbst hat in ihren 50 Bundesligajahren nur fünfmal häufiger in Folge getroffen. Die Bestmarke datiert aus der Spielzeit 1977/78, als Gladbach in den letzten 27 Saisonspielen immer mindestens einen Treffer erzielte.

Hazards 1:1 war zugleich Gladbachs 100. Bundesligator gegen Hannover. Mit Jubiläumstoren haben es die Gladbacher in der laufenden Saison: So erzielte Patrick Herrmann beim 2:1-Sieg das 150. Tor gegen Schalke und Alassane Plea beim 2:4 den 100. Treffer gegen Hertha BSC.

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Schon zehn Torschützen: Plea blieb gegen Hannover zwar ohne eigenen Treffer und damit bei acht persönlichen Torerfolgen stehen. Doch da sein Sturmkollege Hazard wieder traf und ebenfalls Saisontor Nummer acht erzielte, hat das Duo bei gemeinsam nun bereits 16 Treffern ein Tor mehr geschossen als das etatmäßige Stürmerpaar der vergangenen Saison: Damals kamen Raffael und Lars Stindl in der gesamten Saison auf 15 Tore.

Torgefahr geht bei Gladbach aber nicht nur von Hazard und Plea aus. Gegen Hannover feierten in den Schweizern Michael Lang und Denis Zakaria gleich zwei Gladbacher ihre Torpremiere in der laufenden Spielzeit. Damit haben die Gladbacher nun bereits zehn verschieden Torschützen – mehr sind es nur bei Borussia Dortmund (15), Werder Bremen und dem FC Augsburg (je zwölf).

Dreimal das Blitz-0:1 in anderthalb Jahren: Bei allem Erfolg gibt es aber noch Verbesserungspotenzial bei den Borussen – vor allem, was die erste Spielminute angeht. In den vergangenen anderthalb Jahren kassierte Gladbach gleich dreimal innerhalb der ersten 60 Sekunden das 0:1. Am zweiten Spieltag der Vorsaison traf Alfred Finnbogason für Augsburg, am neunten Spieltag der laufenden Saison verwandelte Nils Petersen einen Foulelfmeter, und nun traf Bobby Wood bereits nach 22 Sekunden im Borussia-Park.

In allen drei Begegnungen kam Gladbach innerhalb der ersten 20 Minuten zum Ausgleich, die Endergebnisse waren aber höchst unterschiedlich. In Augsburg reichte es für Borussia immerhin noch zu einem 2:2, in Freiburg kassierte sie letztlich ein 1:3. Und gegen Hannover gab es einen ungefährdeten Sieg.