Rheinberg: Rat für die Verlängerung der Konzession fürs Trinkwasser-Netz

Rheinberg: Rat für die Verlängerung der Konzession fürs Trinkwasser-Netz

In Rheinberg wurde bis zuletzt hart gerungen: CDU und Grüne setzten sich bei der Abstimmung gegen SPD, FDP und Die Linke durch.

Nach monatelangem Hickhack ist jetzt im Rat die Entscheidung gefallen: Der Konzessionsvertrag mit dem Kommunalen Wasserwerk (KWW) für das Trinkwassernetz wird um 15 Jahre bis zum 31. Dezember 2031 verlängert. Bis zuletzt wurde um das Für und Wider hart gerungen. CDU und Grüne stimmten für die Verlängerung, SPD, FDP und Linke dagegen.

Herbert Becker (FDP) sprach sich für die Kündigung aus: "Dann ist es immer noch möglich, mit den anderen Kommunen noch zu verhandeln." Nachdem Alpen, Sonsbeck und Xanten den Ausstieg aus der seit 2006 (damals kauften die vier Nordkommunen das ehemalige Kreiswasserwerk) bestehenden Zusammenarbeit mit der Niag durchsetzten, war immer wieder von atmosphärischen Störungen die Rede. "Wir sind nicht beleidigt, dass die drei anderen Kommunen den Vertrag gekündigt haben", so Becker. "Wir haben nur nie die Notwendigkeit dazu gesehen."

Auch Jürgen Madry (SPD) hielt die Kündigung "für richtig". Unterdessen meinte Jürgen Bartsch (Grüne), dass die Kündigung der Konzession und der Verkauf der Geschäftsanteile Gefahren für Rheinberg berge. Warum es Misstrauen gegen die drei Nordkommunen geben solle, sei ihm nicht klar. Bartsch: "Uns ist nicht bekannt, dass irgendwelche Finsterlinge aus Alpen, Sonsbeck oder Xanten uns über den Tisch gezogen haben." Und zum scheidenden SPD-Mann Michael Kuklinksi, der das Bild vom bösen Drachen ins Spiel brachte, sagte er: "Ich sehe keine bösen Drachen - nirgendwo."

Darin stimmte er mit Erich Weisser (CDU) überein. Der sah eine große Gemeinsamkeit mit den drei anderen Kommunen: "Die wollen gutes Wasser haben und möglichst wenig dafür bezahlen, und wir wollen gutes Wasser und möglichst wenig dafür bezahlen."

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Kuklinski betonte, dass es der SPD nur darum gehe, die Konzession zu kündigen, nicht aus der Gesellschaft auszutreten: "Wenn wir kündigen, haben wir zwei oder zweieinhalb Jahre Zeit, in ein Bieterverhältnis eintreten zu können."

Josef Devers (CDU) war von der ganzen Diskussion genervt: "Wir haben das Wasserwerk damals für einen guten Preis vom Kreis gekauft und wir haben gutes Wasser. Den Wasserpreis haben die Kommunen selbst zu verantworten. Ich weiß nichts von Misstrauen, und wir sollten die ganze Diskussion hier beenden."

Otfried Kinzel, scheidender KWW-Geschäftsführer, hatte die Sitzung in der Stadthalle von der Besucherbank aus verfolgt. Nach der Abstimmung trat er entspannt den Heimweg an.

(up)
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