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Thomas Kuck gewinnt Großen Preis beim Springturnier auf Gut Kruchenhof

Pferdesport : Ein paar Hundertstel entscheiden über den Sieg im Großen Preis

In der letzten Springprüfung auf Gut Kruchenhof triumphiert der Aachener Thomas Kuck mit knappem Vorsprung auf Lokalmatador Frederic Tillmann.

Oft entscheiden wenige Hundertstelsekunden über Sieg und Niederlage. Beim Großen Preis, dem schwersten Springen des Turniers auf Gut Kruchenhof, waren es 35 Hundertstel, die Frederic Tillmann die goldene Schleife kosteten. So „viel“ langsamer war der Grevenbroicher in der Siegerrunde des Zwei-Sterne-S als sein härtester Konkurrent Thomas Kuck. Der 27-Jährige aus Aachen (RV Laurensberg) blieb auf Kreta van Paemel, einer zehnjährigen Schimmelstute, in beiden Runden fehlerfrei.

Das galt zwar auch für Frederic Tillmann und seinen braunen Wallach By Balou, doch ihre 39,42 Sekunden reichten am Ende nicht. Trotzdem war der 40-Jährige zufrieden. Nach den kräftezehrenden Turniertagen in der Hitze zeigte sich sein Pferd in der letzten Runde noch einmal frisch und dynamisch im Parcours – und das, obwohl By Balou mehrere schwere Runden bewältigt hatte. Das Paar hatte das Ein-Sterne-S am Samstag gewonnen (die NGZ berichtete).

Wehmütiger Abschied: Sarah,Nina, Alexandra und Uwe Hintzen. Foto: Georg Salzburg (salz)

Den dritten Platz sicherte sich Daniel Könemund (RFV Burscheid Paffenlöh), dem auf Balousdor ebenfalls zwei Nullrunden gelangen. Das schafften insgesamt fünf Paare in der Siegerrunde, darunter auch der Viertplatzierte Theo Kröning vom RV Wevelinghoven. Im Sattel der erst achtjährigen Oldenburger Stute Capistrana freute er sich über zwei fehlerfreie Auftritte im letzten Springen des Turniers. Die Stute hat er bereits mehrere Jahre unterm Sattel, qualifizierte sie unter anderem als Sechsjährige für das Bundeschampionat. Inzwischen ist Capistrana unter dem jungen Grevenbroicher zum S-Pferd gereift.

Auf Platz sieben landete die beste Amazone des Springens: Franziska Hilgers (RFV Hilgershof) mit dem Wallach Gallantino. Sie kassierte in der Siegerrunde einen Fehler, nachdem es im Umlauf noch nach Plan gelaufen war. Und auch für Gilbert Tillmann, der vor wenigen Tagen den Tod seines Derbysiegers Hello Max verkraften musste, gab es noch eine Schleife. Der Grevenbroicher wurde mit seinem Derbypferd Hadjib Neunter. Er ritt in beiden Runden „auf Nummer sicher“, was ihm zwar keine Abwürfe, aber jeweils zwei Zeitfehler einbrachte. Insgesamt war das Starterfeld im schwersten Springen des Turniers mit 27 Paaren kleiner als gewöhnlich. Zum einen war das dem Wetter geschuldet, zum anderen der Gesamtsituation mit Corona.

Uwe Hintzen verfolgte die letzten Runden durch den von Nicole Hebmüller gestalteten Parcours am Rande des Springplatzes mit zwiespältigen Gefühlen. Seine letzten Minuten als Turnierchef, „sein“ letztes Turnier ausgerechnet inmitten der Corona-Pandemie und mit Hitzekampf. Da war das mit dem weinenden und lachenden Auge wörtlich zu nehmen. „Aber die Entscheidung steht fest“, betonte er zum Abschied. Der 60-Jährige wird Turniere ab sofort nur noch als Zuschauer besuchen, und sich Familie und Pferdezucht widmen. Damit wird dem Turniergeschehen im Kreis-Pferdesportverband Neuss ein großes Springturnier ab 2021 fehlen.