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Ringer des KSK Konkordia Neuss glauben fest an ihre Chance

Bundesliga-Auftakt : KSK-Ringer glauben fest an ihre Chance

Zum Bundesliga-Start empfängt Konkordia Neuss am Samstagabend die Wrestling Tigers Rhein/Nahe. Für die Gastgeber ist es der erste Kampf im Oberhaus nach acht Jahren.

Mit dem Auto sind es von Bad Kreuznach bis nach Neuss über die A61 etwas mehr als zweieinhalb Stunden. Wen das interessiert? Am Samstag auf jeden Fall die Ringer der Wrestling Tigers Rhein/Nahe, die zum Saisonauftakt der neustrukturierten Bundesliga Nordwest in der Stadionhalle des KSK Konkordia Neuss anzutreten haben. Wenn die Teams der beiden Aufsteiger um Punkt 19.15 Uhr einmarschieren, haben die Gastgeber schon einen Großteil ihrer mit dem umfangreichen Hygienekonzept verbundenen Arbeit erledigt. Trotz Coronakrise, an einem lässt KSK-Vorsitzender Robert Talaska keinen Zweifel: „Für die gesundheitliche Sicherheit der Zuschauer ist gesorgt.“

Fürs Sportliche sind in der Nordstadt andere zuständig. Fatih Cinar etwa, Sportlicher Leiter in Diensten des Bundesliga-Rückkehrers. Und weil er sich auskennt im Geschäft, ist seiner Einschätzung unbedingt zu trauen: „Ich bin ganz optimistisch. Wir haben eine Siegchance.“ Zurückhaltung ist freilich angebracht, denn die Wettkampfgemeinschaft aus Bad Kreuznach, Langenlonsheim und Bingerbrück hat sich für die Herausforderung Eliteklasse personell gerüstet. Auf der Trainerbank sitzt in Karl-Heinz Helbing sogar eine immer noch quicklebendige Ringerlegende. Der mittlerweile 63-Jährige war 21 Mal Deutscher Einzelmeister, holte bei den Männern  zwischen 1975 und 1985 zehn Mal in Folge den Titel. Seinen größten Erfolg feierte er bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, wo er als 19-Jähriger Bronze gewann. Als Trainer war er bei 20 Europa- und Weltmeisterschaften, bei Olympischen Spielen und mehr als 100 internationalen Turnieren im Einsatz. Darum war ihm schnell klar, dass er seine junge Mannschaft nach dem Aufstieg mit Topleuten verstärken musste: Vom ehemaligen Erstligisten TV Aachen-Walheim lieh sich der Neuling Martin (98/130 kg) und Max Otto (86 kg) aus. Dazu kamen internationalen Asse wie der Pole Aleksander Wojtachnio (98 kg), der Ungar Alex Szöke, Junioren-Europameister in der Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm, und der Bulgare Radoslav Georgiev (130 kg). Stefan Kehrer (98/130 kg), Zwölfter der Olympischen Spiele 2008 in Peking, könnte ebenfalls auf die Matte gehen. Nicht in die Karten gucken lässt sich vor dem Duell auch der KSK, schließlich ist die personelle Flexibilität eine seiner größten Stärken. Andererseits wollen sich die vielen in Neuss ausgebildeten und an den Olympischen Spielen 2024 in Paris interessierten Talente (Griechisch-Römisch) natürlich unbedingt mit den Besten messen. Genau darum hatte sich der KSK mit seiner neuen Vorstandsmannschaft um Robert Talaska, Fatih Cinar und Nicole Schulz überhaupt nur entschlossen, sich auf das Wagnis 1. Liga einzulassen. Deshalb ist anzunehmen, dass schon am Samstag in Samuel Bellscheidt, 2018 Dritter der Kadetten-Weltmeisterschaften, Iwan Tagner, Julian Lejkin oder auch Ayub Musaev einige Ringer aus der „Goldenen Generation“ der Konkordia antreten werden. Auf Lom-Ali Eskiev, in der Aufstiegssaison ungeschlagen durch die Oberliga NRW marschiert, darf sich das Publikum ebenfalls freuen.

Wer ab 19.30 Uhr für Neuss ins von Kampfrichter Hamdan Iflazoglu (Stendal) geleitete Duell mit den Gästen aus Rheinland-Pfalz geht, entscheiden die beiden Trainer Oleg Dubov, verantwortlich für den gesamten griechisch-römischen Bereich, und Erich Marjalke (Freistil) nach Absprache mit Fatih Cinar. Druck gibt es im Übrigen keinen: In dieser (Corona-)Saison soll es zwar einen Meister, aber keinen Absteiger geben.