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Ringen: KSK Konkordia Neuss blickt schon auf Olympia 2024 in Paris

Ringen : KSK blickt schon auf Olympia 2024

Am Samstag starten die Ringer der Neusser Konkordia mit dem Heimkampf gegen die Wrestling Tigers Rhein-Nahe zum ersten Mal seit acht Jahren wieder in eine Bundesliga-Saison. Über allem stehen indes die Sommerspiele in Paris.

Die Ringer des KSK Konkordia Neuss richten sich nach achtjähriger Abstinenz auf eine stürmische Rückkehr ein. Schon im ersten Kampf der Bundesliga Nordwest am Samstag ab 19.30 Uhr in heimischer Stadionhalle dürfte es gegen den vom ehemaligen Weltklasseringer Karl-Heinz Helbing (Bronze  bei Olympia 1976 in Montreal) trainierten Mitaufsteiger Wrestling Tigers Rhein-Nahe ans Eingemachte gehen. Weil sich die Konkurrenz im Oberhaus personell samt und sonders mächtig verstärkt habe, wird KSK-Ehrenvorsitzender Hermann J. Kahlenberg nicht müde, die Beweggründe zu erklären, die den Kraftsportklub von 1924 dazu bewogen haben, sich auf das sowohl sportliche als auch organisatorische Abenteuer einzulassen. „Man kann von unseren Jungs unmöglich große Siege erwarten. Für uns ist wichtig, dass sie sich weiterentwickeln auf ihr großes Ziel hin: die Olympischen Spiele 2024 in Paris.“ Top-Nachwuchsleute wie Samuel Bellscheidt (19), Deni Nakaev (18) und Aaron Bellscheidt (17), aber auch Nikita Lejkin (17) und Albert Nakaev (17), unter Trainern wie Oleg Dubov, Erich Marjalke und Max Schwindt über Jahre in der Nordstadt ausgebildet, stehen für das nachhaltige Konzept, das Ringen im Rhein-Kreis auch bei den Erwachsenen wieder hoffähig zu machen.

Und das neue Punktesystem der Liga stellt sicher, dass alle Eigengewächse auch tatsächlich zum Einsatz kommen können. Ausländische Topstars werden nämlich mit bis zu acht Punkten belastet, deutsche Ringer mit maximal einem Punkt, teilweise sogar mit Minuspunkten. Das ist deshalb wichtig, weil pro Team bei 28 Punkten Schluss ist. Zudem müssen immer mindestens fünf Deutsche auf der Matte stehen. Für den KSK kein Akt, stehen neben starken EU-Kräften wie dem mit einem belgischen Pass ausgestatteten Ayub Musaev oder dem  in der Oberliga ungeschlagenen Lom-Ali Eskiev (besitzt nach mehr als sechs in Deutschland verbrachten Jahren den  N6-Status und gilt damit als naturalisiert) in Ahmed Aruhanov (18), Iwan Tagner (17), Adam Bachor (17), Dennis Briske (18) und Julian Lejkin (19) doch weitere deutsche Talente zur Verfügung.

„Wir haben nur da Leute dazu geholt, wo wir selbst keine hatten“, sagt Kahlenberg. Etwa im Freistil der Klasse bis 57 Kilogramm: Vladimir Tumparov (18) ist zwar Bulgare, wohnt aber schon ewig in Deutschland und rang zuletzt für die SU Witten-Annen in der Landesliga. Kahlenberg: „Kein Überflieger, aber den musst du erstmal besiegen.“ Der Brite George Ramm (24) war in der vergangenen Saison mit dem KSV Simson Landgraaf härtester Konkurrent des KSK in der Oberliga, trug aber auch schon das Trikot des Bundesligisten RC CWS Düren-Merken. Der Dritte der Junioren-EM kann im Freistil in der Klassen bis 66 und 71 Kilogramm eingesetzt werden.

Imran Daubekov (26) kommt auf Empfehlung des dort tätigen Max Schwindt ebenso wie Lom-Ali Eskiev vom populären Vollkontakt-Kampfsport „Mixed Martial Arts“ und soll dem KSK als Freistilspezialist in den Klassen bis 80 und 86 Kilogramm helfen. Zviadi Metreveli (26), geeignet für Einsätze in 98 und 130 Kilogramm, zieht für die Saison aus Georgien an den Rhein. Er sammelte beim TV Aachen-Walheim und der RKG Reilingen/Hockenheim Bundesliga-Erfahrung. Schwergewichtler (bis 130 kg) sind der Weißrusse Adlan Tasuev (30) und der Ungar Dariusz Vitek (21), 2019 jeweils Dritter der Junioren-WM und -EM. Dazu bestand die Möglichkeit, sich, ohne Wechselgebühren zu entrichten, bei Klubs zu bedienen, die in dieser Saison nicht für die Eliteklasse gemeldet haben. „Aber als die Listen mit den verfügbaren Ringern herauskamen, hatten wir unseren Kader schon voll“, sagt Kahlenberg. Lediglich der beim AC Mülheim unter Vertrag stehende Deutsche Jugendmeister Kiril Kildau (17) fällt aktuell in diese Kategorie.

Ein Tipp: Da wegen der Hygienevorschriften am Samstag nur rund 150 Zuschauer in die Stadionhalle dürfen, rät Kahlenberg dazu, Tickets im Vorverkauf zu erwerben.