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Handballer des TSV Bayer Dormagen starten am Freitag in die Saison

Handball : Für 60 Minuten geht es nur um Handball

Auch wenn die im Hygienekonzept fixierten Anforderungen natürlich voll erfüllt werden müssen, freuen sich Spieler und Anhänger des Zweitligisten TSV Bayer Dormagen auf den Saisonauftakt am Freitag gegen den Dessau-Roßlauer HV.

Na klar, die umfangreichen Handlungsvorgaben im Hygienekonzept der HBL sind ihm und seinen Jungs mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen, doch langsam kann es Dusko Bilanovic nicht mehr hören. „Corona! Corona! Corona! Das nervt!,“ gibt der Trainer des Handball-Zweitligsten TSV Bayer Dormagen zu und fragt augenzwinkernd: „Ist das jetzt der neue Hauptsponsor der Liga?“ Wie nah Covid-19 ist, ist natürlich auch ihm bewusst, gerade erst haben sich beim Ligarivalen HSV Hamburg fünf Akteure mit dem Coronavirus infiziert, doch vor dem ersten Saisonspiel am Freitag (19.30 Uhr) im heimischen TSV Bayer Sportcenter gegen den Aufsteiger Dessau-Roßlauer HV interessiert ihn nichts anderes als Handball.

Und das ist auch gut so, schließlich sind die Gäste aus der Bauhausstadt in Sachsen-Anhalt kein wirklicher Neuling. Von 2016 bis zum Abstieg 2018 gehörte der 2006 aus der Fusion des Dessauer HV mit dem TV Roßlau entstandene Handballverein für drei Jahre dem Bundesliga-Unterhaus an. Diesen Betriebsunfall reparierte der erfahrene Trainer Uwe Jungandreas (58), ein echter Experte in Sachen Aufstieg, sofort. Nicht nur darum begegnet Bilanovic dem Kontrahenten mit größtem Respekt: „Wer sich im Osten durchsetzt, muss stark sein. Und was man so liest, haben die einen höheren Etat als wir. Ich bin mir sicher, dass die nach dem Abstieg 2018 aus ihren Fehlern gelernt haben.“

Denker und Lenker des Teams ist auf der Mittelposition im Rückraum  der auch schon für den ASV Hamm-Westfalen tätige Kapitän Vincent Sohmann. Der ist zwar nur 1,78 Meter groß, „macht aber ordentlich Randale“, weiß Bilanovic. Auf Linksaußen führt Nationalspieler Jakub Hrstka die darüber hinaus mit den Rechtsaußen Tomas Pavlicek und Jan Zahradnicek sowie Kreisläufer Libor Hanisch besetzte tschechische Zweigstelle in Dessau an. Hinten halten Philip Ambrosius und Julian Malek den Laden dicht. „Ein solides Torhütergespann“, sagt Bilanovic. Gefasst machen müssen sich die Dormagener zudem auf einen Systemwechsel im Defensivverbund des Gegners. Zwar werde man weiterhin aus der gewohnten 6:0-Abwehr agieren“, kündigt Jungandreas an, allerdings „mit der Ausrichtung hin zur Zonendeckung mit genauen Abläufen und Aufgaben für alle Spieler.“ In der Vorbereitung auf die Partie ist Bilanovic indes nicht entgangen, dass sein Kollege die Mannschaft mitunter sogar mit drei etatmäßigen Kreisläufern verteidigen lässt. Gar nicht in den Kram passt ihm die schon jetzt angespannte personelle Lage am Höhenberg: Der aus Leichlingen für den rechten Rückraum gekommene Alex Senden ist nach seiner Beinverletzung zwar wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und gehört am Freitag zum Aufgebot, dafür ist der am Meniskus operierte Zwei-Meter-Shooter Julian Köster bis zum Jahresende raus. Ob die angeschlagenen Patrick Hüter und Joshua Reuland auflaufen können, lässt der Coach noch offen.

Mit den Neuen ist Bilanovic jedoch grundsätzlich zufrieden: So habe sich der Österreicher Toni Juric am Kreis mittlerweile an das deutlich intensivere Training gewöhnt und sei spürbar fitter als bei seinem Einstieg im Juli. Der von allen nur „Carlos“ gerufene Grieche Efthymios Iliopoulos überzeugte im rechten Rückraum nach auskurierter Muskelblessur. Klasse findet der Trainer zudem, dass er in Platzhirsch Sven Barthmann (33) und dem Kroaten Martin Juzbasic (32), bis zum coronabedingten Saisonabbruch unumstrittene Identifikationsfigur beim Drittligisten HSG Bieberau/Modau, nun über zwei routinierte Torhüter verfügt. „Komplett unterschiedliche Typen, die sich gerade deshalb hervorragend ergänzen.“