Ringen : TV Orken gründet Ringer-Abteilung

Der Verein aus Grevenbroich hat in Kooperation mit dem AC Ückerath eine Talentschmiede für Nachwuchsringer ins Leben gerufen. Unter anderem kümmert sich auch Trainerikone Heinz Schmitz um die Kinder im Grundschulalter.

Im Ringen ist der Rhein-Kreis Neuss ganz groß: Der AC Ückerath ist im Frauenringen einer der führenden Vereine Deutschlands und gleichzeitig Bundes- und Landesstützpunkt. Zudem bringt er regelmäßig Olympiateilnehmerinnen hervor. Auch der KSK Konkordia Neuss kann ganz oben mithalten. Er startet am Samstag in die Bundesligasaison bei den Herren. Nun kommt ein dritter Verein hinzu. Der Turnverein Orken hat sein Sportangebot erweitert und bietet nun ebenfalls den jahrhundertealten Kampfsport an.

Die Idee dazu hatte aber nicht der Verein selbst. Der AC Ückerath trat mit dem Vorschlag einer Kooperation an Heinz-Peter Korte, Präsident des TV Orken, heran. Der Deal: Der etablierte Verein stellt die Trainer zur Verfügung, die Orkener bauen eine Art Talentschmiede auf, greifen aber selbst nicht in das Wettkampgeschehen ein. So werden Hindernisse, wie ein langer Fahrtweg, für den Start in die „schönste Sportart der Welt“, wie der AC Ückerath das Ringen auf seiner Facebookseite nennt, überwunden. Aufmerksam waren die Ückerather auf die „Versorgungslücke“ geworden, weil einige junge Ringerinnen für jedes Training den Weg aus Grevenbroich bis in den Dormagener Stadtteil zurücklegen müssen.

Mit dem Workshop „Rangeln – Raufen – Ringen“ tat der TV Orken einen ersten Schritt in Richtung einer eigenen Ringer-Abteilung. An vier Samstagen bot der TVO einen Schnupperkursus an, über den im Vorfeld die umliegenden Schulen informiert worden waren. Und tatsächlich fanden bei jedem der vier Probetrainings immer acht bis zehn Kinder am Samstagmorgen den Weg in die Hans-Winzen-Halle, von denen die große Mehrheit an einem regelmäßigen Angebot interessiert war. So entstand dann die Ringer-Abteilung des TV Orken.

Vorigen Samstag ging das regelmäßige Training in die erste Runde. Spielerisch lernten die Kinder die ersten Grundlagen des Ringens. Korte zeigte sich mit der Teilnehmerzahl von knapp zehn Kindern zufrieden und sprach von einem „guten Start“. Das Training soll nun wöchentlich samstags zwischen 10 und 11.30 Uhr in der Halle am Türling stattfinden. Amy Allgaier und Heinz Schmitz, der bereits Olympiateilnehmerinnen hervorgebracht hat, trainieren die jungen Ringer zwischen sechs und zehn Jahren. Bis zu 20 Nachwuchssportler groß darf die Trainingsgruppe für Grundschulkinder werden. „Auch Erwachsene, die von der Abteilungsgründung gehört haben, haben mich schon angerufen. Diese musste ich aber erst einmal zurückhalten“, erklärt Korte, der bereits seit 45 Jahren Präsident des mittlerweile 900 Mitglieder umfassenden Vereins ist.

Durch die Größe des Vereins und die vielen Abteilungen reichen die Hallenkapazitäten momentan für mehrere Trainingsgruppen noch nicht. Er könne sich aber dennoch vorstellen, die Abteilung auf längere Sicht auf den Erwachsenenbereich oder mehrere Trainingsgruppen im Jugendbereich auszuweiten. Trotz des Verzichts auf den Leistungssport freut sich Korte auf eine florierende Ringer-Abteilung, in der sich Nachwuchssportler sportlich und menschlich weiterentwickeln können.