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Handball: Neusser HV enttäuscht beim Schlusslicht TV Rheinbach.

Handball : Neusser HV enttäuscht beim Schlusslicht

Nach der Niederlage in Rheinbach sprach NHV-Trainer Christoph Schon Klartext: „Das war heute eine schlechte Leistung.“ Vor allem in den ersten 30 Minuten kam von den fahrig wirkenden Gästen in der Defensive viel zu wenig Gegenwehr.  

Der Start ins neue Jahr kann beim Handball-Regionalligisten Neusser HV durchaus als misslungen bezeichnet werden. In der vergangenen Woche setzte es „daheim“ in Lank eine 27:28-Niederlage gegen Dinslaken und am Samstag lief es ähnlich unglücklich. Beim bisherigen Schlusslicht verloren die Schützlinge des neuen Trainers Christoph Schon nach wenig berauschender Leistung mit 26:27 (Halbzeit 12:16). Während die Gastgeber damit die Rote Laterne abgaben, versäumte es der NHV, den Vorsprung auf die unteren Tabellenplätze zu vergrößern. „Ich bin schon ziemlich enttäuscht", sagte der Coach. „Das war heute eine schlechte Leistung. Da gibt es nichts schönzureden – und Ausreden lasse ich auch nicht gelten.“

War vor dem Anpfiff noch eine gute Stimmung spürbar und auch die Bereitschaft, mit viel Engagement zwei Punkte zu entführen, änderte sich das Bild schon nach wenigen Sekunden. Die Neusser Abwehr war schlicht und ergreifend nicht im Bilde. „Vor dem Spiel habe ich noch einmal darauf hingewiesen, dass es für Rheinbach um alles geht“, so Schon. „Wir haben die verschiedensten Angriffsszenarien des Gegners aufgezeigt und verdeutlicht, wie er im Normalfall agiert.“ Rheinbach hielt sich daran, hatte keine Überraschung parat. Doch beim NHV war von Gegenwehr nichts zu erkennen. Der Gegenspieler wurde einfach laufen gelassen und Absprachen untereinander fehlten völlig. Engagement und Kampfgeist waren auch nicht zu erkennen.

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Prompt liefen die Neusser schon nach wenigen Minuten einem Rückstand hinterher. Es war aber keinesfalls nur ein schlechter Auftritt in der Defensive, auch der Angriff war gerade in der ersten Hälfte nur ein Schatten seiner selbst. Belegt durch je 13 technische Fehler und Fehlwürfe. Besonders weh tat, dass dabei auch Tempogegenstöße und Siebenmeter-Strafwürfe leichtfertig vergeben wurden.

Nach dem Seitenwechsel lief es dann etwas besser für die Gäste. Schon stellte auf offensivere Deckungsvarianten um, was den Gegner aus dem Konzept brachte. „Eigentlich kann ich das überhaupt nicht verstehen", wunderte sich der Neusser Trainer. „Während unsere normale Abwehrarbeit nicht funktionierte, wurde es deutlich besser, als wir zwei Systeme spielten, die wir überhaupt noch nicht trainiert haben." Die Gäste kamen noch dreimal bis auf eine Treffer heran: beim 21:22 (51.), 23:24 (54.) und beim 25:26 (59.). Das verbesserte die Laune des Trainers aber nicht. Schon: „Ich möchte gar nicht immer auf unserer Hallensituation herumreiten. Natürlich kann man in einer Hallenhälfte beispielsweise keine Tempogegenstöße trainieren, aber Einsatz und Kampfeswille muss auch so an den Tag gelegt werden – und das hat mir heute sehr gefehlt. Natürlich haben einige Spieler auch Trainingsrückstand nach ihren Erkrankungen, aber letztlich mangelt es uns an Cleverness und Erfahrung. Das muss sich bei dieser jungen Mannschaft noch entwickeln.“ Immerhin gab es in der Partie auch immer wieder Phasen, die gut waren. Ein engagierter Einsatz in der Abwehr oder auch zwei, drei gekonnte Paraden der Torhüter. Aber im Anschluss gab immer wieder genau die Fehler, die bereits in der ersten Halbzeit zu sehen gewesen waren.

„Wir müssen jetzt erkennen, was die Stunde geschlagen hat“, fordert Schon darum energisch. „Nach zwei unnötigen Niederlagen müssen wir nun Punkte gegen Teams holen, die in der Tabelle über uns stehen. Aber vielleicht liegt das der Mannschaft ja besser. Ich bin auf jeden Fall sehr zuversichtlich, dass wir auch wieder bessere Spiele haben werden, ansonsten finden wir uns schneller im Abstiegskampf wieder als uns lieb ist.“