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Europapokal-Trip als Sahnehäubchen für die Crash Eagles Kaarst

Skaterhockey : Europapokal-Trip als Sahnehäubchen

Die Crash Eagles sind in die Vorbereitung auf eine Skaterhockey-Saison eingestiegen, in der die Kaarster gleich mit vier Mannschaften international im Einsatz sein werden. Kaum personelle Veränderungen bei den Herren in der 1. Liga.

Ja, in der wegen des Lockdowns stark verkürzten Saison 2021 hatten die Crash Eagles Kaarst zum ersten Mal seit 2016 (Titel 2017 und 2018) die Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft im Skaterhockey verpasst. Die Krone ging an die Skatingbears Krefeld, die sich in zwei Spielen (11:3, 6:8) gegen den HC Köln-West Rheinos durchsetzten und damit den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte perfekt machten. Aber zu feiern gab es in und rund um die Stadtparkhalle trotzdem genug, brachte der Nachwuchs mit den Triumphen bei Junioren (U19), Jugend (U16) und Schülern (U13) doch nicht zum ersten Mal das Triple ein. „Und unterstrich damit wieder einmal unsere gute Ausbildungsarbeit“, stellt der Vorsitzende Georg Otten ebenso selbstbewusst wie glücklich fest.

Darum ist es nur konsequent, dass Verein auch bei der Besetzung der Trainerposten Fachpersonal aus den eigenen Reihen bevorzugt. Bei den 1. Herren steht nun in Marcus Drücker ein bereits im Nachwuchsbereich überaus erfolgreich tätiger Coach an der Bande und wird dabei in Michael Geiß vom langjährigen Kapitän der Bundesliga-Truppe als Co-Trainer unterstützt. Beide hatten schon im vergangenen Herbst für den in der laufenden Saison zur in der 2. Liga spielenden Zweitvertretung zurückgekehrten Dominik Linde übernommen. Ihr Kader, der vor anderthalb Wochen in die Vorbereitung auf die am 5. März beginnende Spielzeit 2022 eingestiegen ist, hat sich über den Jahreswechsel kaum verändert. Einziger Abgang ist der jetzt für den Süd-Zweitligisten Hilden Flames auflaufende Timo Funk.

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Dort trifft er mit seinem neuen Klub auch auf die Zweitvertretung der Eagles. Deren Topscorer Anthony Riller (19 Jahre) ist bei den Kaarstern ins Erstliga-Team aufgerückt. Mit Verspätung ist inzwischen auch Daniel „Taylor“ Schneider ein Adler geworden. Der Nationaltorhüter war schon im Sommer fest als Ersatz für die nach Verletzungen als Rekonvaleszenten geführten Top-Goalies Richard Steffen und Niclas Stobbe gebucht, ehe der Verband mit dem Hinweis auf die abgelaufene Wechselfrist sein Veto einlegte. Die Kaarster hatten daraufhin aus der Not eine Tugend gemacht und ihre Junioren-Schnapper Roman Lienaerts und Max Drücker ins eiskalte (Bundesliga-)Wasser geworfen.

Bauen können die Eagles ab sofort zudem auf die Expertise von Philip Heiler. Der Trainer der NRW-Auswahl und ehemalige Sportchef der Miners Oberhausen musste von einem Engagement in Kaarst nicht erst lange überzeugt werden. Dass der als Studienrat am Heinrich-Heine-Gymnasium in Oberhausen wirkende Lehrer für Spanisch und Sozialwissenschaften an die Pestalozzistraße kommen würde, sei schon nach zwei Telefonaten klar gewesen, verrät Otten. „Wir lagen direkt auf einer Wellenlänge. Bei seiner Vorstellung hat er den Spielern sofort zu verstehen gegeben, dass es ihm nicht auf Titel ankomme, sondern darauf, Spieler für die Bundesliga auszubilden. Damit passt er perfekt in unsere Philosophie.“ Heiler trainiert in Kaarst die Junioren und assistiert seinem Kollegen Jochen Nowak bei der Jugend.

Eine gute und keineswegs erwartetet Nachricht gab es außerdem vom Skaterhockey-Dachverband. Die International Inline Skater Hockey Federation (IISHF) mit Sitz im schweizerischen La Heutte (Kanton Bern) fragte höflich an, ob der viermalige Deutsche Meister nicht Interesse habe, als Nachrücker einen freigewordenen Platz im Europapokal zu besetzen. Er hatte: „Da lassen wir uns nicht zweimal bitten“, betont Otten. Damit geht es Ende August mal wieder in die Schweiz, wo in Rossemaison der europäische Hochadel zu Gast sein wird. Die Euro-Trophäe fehlt den Kaarster Herren noch in ihrer ansonsten prallgefüllten Vitrine. 2018 langte es nach dem 5:2-Sieg im kleinen Finale gegen die London Street Warriors hinter den Gentofte Starz aus Dänemark und dem gastgebenden SHC Rossemaison zum dritten Platz. Ein Jahr später erreichten die Adler in Givisiez (Schweiz) mit Marcel Noebels, Eishockey-Profi bei den Eisbären Berlin und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea, durch einen 6:0-Erfolg über Cup-Verteidiger Gentofte sogar das Endspiel. Das verloren sie allerdings nach einer für sie nicht nachvollziehbaren Zeitstrafe kurz vor Ende der Verlängerung mit 3:4 gegen den Dauerrivalen SHC Rockets Essen.

Stolz möchte Otten schon mal festgehalten wissen: „Gemeinsam mit unseren drei Meistern im Nachwuchsbereich sind damit vier Kaarster Mannschaften international im Einsatz. Ein Novum.“