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Viele Ideen bei neuem Geschäftsführer Sportbund Rhein-Kreis Neuss

Knapp über 100 Tage im Amt : Neuer KSB-Geschäftsführer hat viel vor

Der Niedersachse Hergen Fröhlich hat sich gut eingelebt am Niederrhein, seit er im Oktober 2021 seinen Job beim Sportbund Rhein-Kreis Neuss antrat. Unter anderem will er seinen neuen Arbeitgeber sichtbarer machen.

Wie wichtig der Sport sein kann, um eine Region bekannt zu machen, dass lässt sich gut am Beispiel von Hergen Fröhlich zeigen. Denn obwohl der gebürtige Niedersachse einige Jahre an der Sporthochschule in Köln Sportmanagement und Sportkommunikation studierte, war für ihn der Rhein-Kreis Neuss ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Erst als der 30-Jährige im Oktober vorigen Jahres als Nachfolger von Dominik Steiner den Posten des hauptamtlichen Geschäftsführers beim Sportbund Rhein-Kreis Neuss (KSB) übernahm, wurde ihm klar, dass er doch schon Teile des politischen Konstrukts kannte. „Als sportinteressierter Mensch hatte ich natürlich schon vom TSV Bayer Dormagen oder der TG Neuss gehört“, sagt Fröhlich, der sich nach über 100 Tagen im Amt inzwischen gut eingelebt hat am Niederrhein. „Ich mag die rheinische Art, ich bin überall mit offenen Armen empfangen worden.“

Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit. Bei Fröhlichs Mitarbeiterteam in der KSB-Geschäftsstelle an der Grevenbroicher Lindenstraße herrscht augenscheinlich ein gutes Miteinander und auch KSB-Vorsitzender Hermann-Josef Baaken hält offenbar große Stücke auf den neuen Mann. Abgesehen davon, dass er zufrieden damit ist, was Fröhlich in der kurzen Zeit schon für Ideen eingebracht und welche Projekte er angeschoben hat, wertete Baaken auch die erste Klausurtagung mit den Stadtsportverbänden unter Beteiligung von Fröhlich als großen Erfolg. „Wir haben wichtige Impulse gesetzt und uns auf gemeinsame Projekte verständigt. Die vorhandenen Kompetenzen in den Kommunen und Stadtverbänden sind eine gute Grundlage angesichts der Herausforderungen. Das gibt uns eine starke Stimme“, meinte Baaken vergangenen November.

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Eine starke Stimme für den Sport im Rhein-Kreis Neuss möchte auch Hergen Fröhlich mit dem KSB sein, weshalb er sich zum Ziel gesetzt hat, die Institution präsenter zu machen. „Ich habe die Rückmeldung bekommen, dass viele Vereine immer noch nicht genau wissen, wie unsere Arbeit aussieht und wie wir ihnen helfen können. Wir haben eine offene Tür für alle und wollen für mehr Sichtbarkeit sorgen“, sagt der KSB-Geschäftsführer. Dabei helfen soll ein neu geschaffene Stelle für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, wofür sich Fröhlich eingesetzt hat. Bewerbungen sind übrigens bis Ende Februar noch sehr willkommen Der neue Geschäftsführer verspricht sich unter anderem davon, dass eine gesteigerte Bekanntheit eventuell auch Zugriff auf bislang noch unzugängliche Fördertöpfe für die Vereine eröffnet.

Wie Fröhlich den KSB sichtbarer machen möchte, da hat er auch schon ganz konkrete Vorstellungen. Etwa damit, zu ermitteln, wo der Bedarf an Sportangeboten im Kreisgebiet noch nicht richtig erkannt ist. Er denkt da zum Beispiel an Menschen aus sozial-schwachen Gegenden, die in Sportvereinen noch unterrepräsentiert sind und für die der Sportverein ein Zugang zur Gesellschaft sein kann. „Wir müssen uns generell die Frage stellen, welche Sportangebote wir benötigen, um mehr Menschen in den Sport zu holen“, betont Fröhlich. Sehr am Herzen liegt ihm auch das Thema Kinderschutz, wobei es für ihn nicht nur um Prävention vor sexualisierter und psychischer Gewalt geht, dabei spielen für den 30-Jährigen auch Kinderrechte und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle. „Das möchte ich gemeinsam mit den Stadtsportverbänden angehen, ohne dabei die Leichtigkeit bei diesem ernsten Thema zu verlieren“, erklärt Fröhlich, der gerne auch die Fachberatungsstellen der Jugendämter mit ins Boot holen würde. Weiter möchte er Vereinen auch aufzeigen, welche Möglichkeiten sich beim Thema Inklusion eröffnen.

Ein großes Anliegen ist dem neuen KSB-Geschäftsführer auch die Stärkung des Ehrenamts, wo er viel Expertise sieht. Dabei ist es für ihn auch kein Widerspruch, sich perspektivisch für mehr Hauptamt in den Sportvereinen einzusetzen. „Nicht als Konkurrenz, sondern als Unterstützung für das Ehrenamt“, sagt Fröhlich. Bei der Finanzierung müsse einerseits an mehr Zusammenarbeit zwischen den Vereinen gearbeitet werden, es müsse aber auch das Tabuthema der aus seiner Sicht oftmals viel zu geringen Beiträge angegangen werden. Natürlich müssten soziale Aspekte bedacht werden, doch für das umfangreiche Angebot der Vereine würden die im Vergleich zu anderen Freizeitaktivitäten in der Regel zu wenig Geld verlangen. „Wir sollten eine Kultur schaffen, um gemeinsam im organisierten Sport über neue Wege nachzudenken, also die bestehenden Dinge zu hinterfragen“, meint Hergen Fröhlich.

Dazu gehört für ihn auch die Rolle, die Vereine in den Schulen und Kindertagesstätten spielen können. Schließlich werde das Zeitfenster immer kleiner, in dem Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit Sport treiben könnten. Viele Ansätze also, die Hergen Fröhlich mit seinem Team angehen möchte. Wer fragen dazu hat oder neue Ideen einbringen möchte, soll auf keinen Fall Scheu haben, sich an den KSB zu wenden. „Wir haben auf fast jede Frage im organisierten Sport im Rhein-Kreis Neuss eine Antwort. Und falls nicht, finden wir diese gemeinsam mit den Vereinen“, sagt Fröhlich.