Felder im Rhein-Kreis Neuss: Tulpen erobern soziale Netzwerke

Felder im Rhein-Kreis : Wie die Tulpenfelder zum Instagram-Hit wurden

Farbenprächtige Tulpenfelder boomen derzeit in den sozialen Netzwerken. Viele Aufnahmen stammen aus dem Rhein-Kreis. Eine Landwirtin berichtet von einem ungewohnten Besucherandrang.

Auf dem Foto trägt sie ein braunes Kleid, ihre blonden Haare fallen auf ihre Schultern, den Blick hat sie verträumt in die Ferne gerichtet. Die Frau, die sich auf Instagram lisatellers nennt, steht in Grevenbroich auf einem Tulpenfeld. Für ihre Aufnahme hat sie mehr als 1000 Likes bekommen. Und damit ist sie nicht alleine. In den vergangenen Tagen sind in den sozialen Netzwerken unter den Stichwörtern: Grevenbroich, Korschenbroich und Neuss unzählige Bilder eingelaufen, die das bunte Blütenmeer zeigen.

Jedes Jahr im April blühen im Rhein-Kreis Neuss die Tulpen und lassen die Äcker in prächtigen Farben erstrahlen. „Tulpen sind momentan ein ganz heißes Thema“, sagt Landwirtin Petra Francken, die zusammen mit ihrem Mann ein sechs Hektar großes Tulpenfeld in Grevenbroich bewirtschaftet. Zwar zieht die bunte Blütenpracht seit Jahren viele Spaziergänge und Fahrradfahrer an, doch in diesem Jahr sei die Besucherzahl außergewöhnlich hoch. „Besonders über Ostern waren viele da“, erzählt Francken.Und das lag nicht nur an dem schönen Wetter. „In den sozialen Medien sind die Tulpen im Trend“, sagt die Landwirtin. Dadurch dass dort die Bilder hochgeladen werden, werden andere auf die Blütenpracht aufmerksam. „Teilweise rufen uns die Leute an, um zu fragen, wo unsere Felder liegen und ob sie vorbei kommen können“, erzählt Frankchen. Ein Mann kam sogar aus Moskau. Ob er aber extra für die Tulpenfelder angereist sei, weiß Francken allerdings nicht.

Petra Francken freut sich über die große Aufmerksamkeit: „Es ist schön, dass sich die Leute an den Farben erfreuen können“, sagt sie und fügt hinzu: „Nur pflücken dürfen sie die Pflanzen nicht.“

Im Rhein-Kreis Neuss liegt das größte Tulpenanbaugebiet in Deutschland. Das erzählt Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt, der selbst ein Tulpenfeld hat. Insgesamt seien es ungefähr 50 Hektar Tulpen, die im Rhein-Kreis blühen. Fünf Betriebe bauen sie an. „Tulpen sind eine intensive Kultur und passen gut in die Ackerbaufruchtfolge“, sagt Wappenschmidt. Der Rhein-Kreis Neuss profitiere von der Nähe zum Tulpenmutterland Holland.

Auch wenn die Blüten im Freien noch so schön aussehen, den Landwirten im Rhein-Kreis geht es um die Vermehrung der Zwiebeln. So sind die Tulpen nur zwei bis drei Wochen lang in voller Pracht zu bewundern, dann werden sie geschnitten. „Die Zwiebeln werden im Juni geerntet“, erzählt Wappenschmidt. Sie bekommen dann eine spezielle Temperaturbehandlung und werden in Treibhäuser gepflanzt und dort in mehreren Sätzen geerntet. Auch er erlebt, dass seine Felder von vielen Menschen aufgesucht werden. Das stört ihn aber nicht: „Bei uns haben sich die Leute immer gut benommen. Wenn sie sich an den Fotos erfreuen und keinen Schaden hinterlassen, ist es eine schöne Sache.

Wer noch einen Schnappschuss für seinen Instagram-, Facebook- oder Twitteraccount schießen möchte, muss sich beeilen. Denn lange werden die Tulpenblüten im Rhein-Kreis in diesem Jahr nicht mehr zu sehen sein: Bei Petra Francken werden sie dieses Wochenende geschnitten.

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(ubg )
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