Deutsche Bahn: Keine Denkverbote für bessere S7 in Remscheid

Bahnverkehr in Remscheid: Keine Denkverbote für bessere S 7

Wie bekommt man es hin, dass mehr Remscheider mit dem Zug nach Düsseldorf fahren als bisher?

Bewusst offen formulierte Ronald Lünser, neuer Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), am Montagabend bei einem Besuch in der CDU-Ratsfraktion die Zielsetzung einer Arbeitsgruppe, die Stadt und VRR jetzt ins Leben gerufen haben. Hintergrund ist der Wunsch der Stadt, ihren Bürgern auf der Linie der S 7 („Müngstener“) mehr Direktverbindungen in die Landeshauptstadt anbieten zu können.

Eine durchgehende Schnellverbindung, die die Anschlussbahnhöfe in Solingen oder Wuppertal zügig erreicht, könne auch ein Ergebnis der Überlegungen sein, entgegnete Lünser auf eine Frage von CDU-Fraktionschef Jens Nettekoven. Das sei zwar „nicht die ideale Lösung“, aber sie sei besser als keine Lösung. „Jeder Zustand ist besser als der jetzige Zustand“, sagte Lünser. Aktuell gibt es nur sehr wenige Direktverbindungen nach Düsseldorf.

 Lünsers Vorgänger Martin Husmann hatte im vergangenen Jahr dem Ansinnen Remscheids eine klare Absage erteilt: zu teuer, nicht umsetzbar. Mit Lünser, der aus seiner Zeit als langjähriger Chef des S 7-Betreibers Abellio die Situation im Bergischen Land gut kennt, hofft Remscheid auf einen Neustart.

Den sicherte Lünser zu. „Ohne Denkverbote“ werde man alle Varianten erneut prüfen. Erst am Ende werde ein „Preisschild“ auf die Lösungen gemacht und geschaut, ob sie finanzierbar sind. Als große Schwierigkeit im Verfahren nannte Lünser die Beschaffung zusätzlicher Züge. Die werden gebraucht, wenn die S-Bahn häufiger bis zum Rhein durchfahren würde. Würde man sie neu bestellen, würde das vier Jahre dauern, so der VRR-Chef. Gebrauchte Modelle seien schwer zu bekommen. Hintergrund: Weil die Strecke des „Müngsteners“ zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Solingen nicht elektrifiziert ist, setzt Abellio Fahrzeuge mit Dieselmotor ein.

Mehr Freiheit bei der Lösungssuche werde es ab 2028 geben. Dann wir die Bergische Strecke vom VRR neu ausgeschrieben. Dann könnte die Stunde für Hybrid-Züge kommen. Diese verfügen auch über eine Batterie, die auf den Abschnitten ohne Stromversorgung den Antrieb übernimmt. Für die S 7 wären diese Züge die bessere Lösung als die vom Rat auf Antrag der Solinger Grünen gewünschte Elektrifizierung der Strecke, für die unter anderem die Müngstener Brücke angepackt werden müsse. Dieser Lösung erteilte Lünser eine klare Absage.

Mehr von RP ONLINE