Remscheid: So soll das Zentrum künftig leuchten

Konzept für Remscheid: So soll das Zentrum künftig leuchten

Bei einem abendlichen Rundgang bekommen Politik und Bürger an drei Punkten einen Eindruck vom neuen Lichtkonzept für die Innenstadt. Die Politik erhält nun eine Prioritätenliste der Stadt und kann entscheiden.

Ungewohnt dunkel ist es auf dem Rathausplatz gegen
21.30 Uhr an diesem nasskalten Montagabend. Auf Knopfdruck lassen Strahler das Löwendenkmal aus der Schwärze heraustreten, kurz darauf strahlt die Sandsteinfassade des Rathauses im warmen Licht, auf dem Dach treten die Fenster aus dem Schieferhintergrund hervor.

Bei einem Spaziergang durch die fast menschenleere Innenstadt gab Lichtdesignerin Olga Westermann gut zwanzig Politikern und Bürgern eine Kostprobe, wie das von ihrer Firma Studio DL entwickelte Konzept die Innenstadt in ein neues, positiveres Licht tauchen könnte. Das Lichtkonzept ist Teil des umfangreichen Maßnahmenplans für das Programm „Revitalisierung der Innenstadt“, das das Land mit Millionen unterstützt.

Zahlreiche Ideen für die Akzentuierung und Inszenierung prägnanter, das Stadtbild prägender Gebäude, für eine neue Wahrnehmung der Alleestraße oder die Aufwertung von zentralen Plätzen hat das Büro in den vergangenen Monaten entworfen. Vor dem Rundgang stellte Olga Westermann im Büro am Markt 13 ein ganzes Füllhorn von Projekten vor, zeigte, wie viel Licht verändern kann, wie es auch als Wegführung funktioniert.

Die Böker-Villa in neuem Licht. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Für den Rundgang hatten Olga Westermann und das Büro für Stadtumbau Punkte ausgewählt, die den Bürgern bei einer Planungswerkstatt im Herbst besonders wichtig waren. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht die Alleestraße. Deren Bäume will das Studio aus neuen Speziallampen mit unterschiedlichen Farben in verschiedene Stimmungen tauchen. Ein Lichtspiel, das die Allee schöner machen und Besucher anziehen soll. Ohne Blätter und kahl vom jüngst erfolgten Rückschnitt geben die Platanen aber wenig Projektionsfläche für die wenigen Probelaternen ab. Die Reaktionen sind zurückhaltend. Praktische Fragen überwiegen. Etwa, ob den Anwohnern, von denen einige die kleine Demonstration aus dem Fenster verfolgen, das Licht der Steelen nicht zu stark ins Wohnzimmer strahlt. Bei der gewünschten Lichtintensität liegen die beiden gezeigten Leuchten-Varianten gleichauf.

Deutlich größer ist der Aha-Effekt vor dem Rathaus, das auch für die Lichtplaner ein zentrales Element der Innenstadt-Inszenierung ist. Der Rundgang endet vor der Böker-Villa. Diese „Perle“ wird mit etwas kühlerem Licht akzentuiert.

Die Bäume auf der Allee werden von neuen Laterne angestrahlt. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Auf insgesamt zwei Millionen Euro summiert sich das Programm des Lichtkonzeptes, würde man es in Gänze umsetzen, sagt Baudezernent Peter Heinze. Eingeplant sind für dieses Teilprojekt bisher im Haushalt 800.000 Euro. Man werde daher nun eine Prioritätenliste erarbeiten und der Politik zur Abstimmung vorlegen. Denkbar sei, dass man das Lichtkonzept in Schritten komplett umsetze. Das müsse die Politik entscheiden.

Olga Westermann hatte zuvor klar gemacht, dass die Wirkung des Lichtkonzeptes auch von der Einhaltung klarer Regeln abhängt. Knallig bunte und blinkende Leuchtreklamen in den Schaufenster der Allee vertrügen sich nicht mit der Inszenierung. Das sei aber ein Vorblick in die Zukunft. Denn aktuell ist die Allee zu später Stunde – auch wegen der vielen Leerstände im unteren Bereich – im Bereich des Erdgeschosses ein langer dunkler Schlauch.

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