Ziel in Remscheid: Ein neuer Job für 115 Langzeitarbeitslose

Ziel in Remscheid: Ein neuer Job für 115 Langzeitarbeitslose

Das langanhaltende Konjunkturhoch in Deutschland hat auch in Remscheid in den vergangenen Jahren viele Arbeitslose wieder zurück in den Job gebracht.

Die Gruppe der Menschen, die bereits über viele Jahre ohne Anstellung sind, hat allerdings von diesem Effekt am wenigsten profitiert.

Das soll sich nun ändern. Langzeitarbeitslose sind die Zielgruppe des neuen Teilhabechancen-Gesetzes, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Fünf Milliarden Euro stellt der Bund insgesamt zur Verfügung, damit die Wirtschaft sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für diese Gruppe anbietet. Die Idee dahinter ist so alt wie die Arbeitsmarktpolitik selber: Es ist besser Arbeit zu finanzieren als Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsvertrag läuft fünf Jahre. Die Kosten dafür trägt der Bund in den ersten beiden Jahren komplett, danach – wenn der Mitarbeiter gut eingearbeitet ist – schmilzt der Anteil ab. Das Ziel: Aus dem geförderten Job im ersten Arbeitsmarkt wird im Anschluss ein regulärer.

„Wir begrüßen dieses Gesetz außerordentlich“, sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Er sei stolz darauf, dass Remscheid zu den ersten Kommunen in NRW gehöre, die das neue Instrument nutze. Bereits im vergangenen Jahr habe das Jobcenter nach vielen Vorgespräche einen Pool von rund 200 Menschen gebildet, die für diese neuen Arbeitsstellen infrage kommen. Für
30 von ihnen gebe es bereits Zusagen. Insgesamt möchte Remscheid auf diesem Weg 115 Menschen in den Job verhelfen, 78 davon sollen aus dem Bereich des Jobcenters kommen. Über ein Interessen-Bekundungsverfahren können sich Arbeitgeber melden, die mitmachen wollen.

Der Rest der Stellen könnte im Sozialbereich entstehen. Damit durch das Gesetz auch in diesem Segment Arbeitsplätze geschaffen werden können, wo anders als etwa in einer Werkzeugfabrik im klassischen Sinne keine Wertschöpfung stattfindet, schlägt die Stadtspitze vor, diese Jobs aus eigenen Mitteln zu unterstützen. Finanziert werden soll dieser Zuschuss aus einem Teil der Transferleistungen, die eingespart werden, wenn die Menschen durch die Einkünfte aus ihrer neuen Tätigkeit ihren Lebensunterhalt selber bestreiten können. „Passiv-Aktiv-Tausch“ heißt das im Fachchinesisch.

Der andere Teil der eingesparten Gelder werde zum Abbau der Schuldenlast genutzt, sagte Neuhaus unserer Zeitung. Aktuell prüft die Stadt, welche Jobs sie selber im Rahmen des Programmes anbieten kann.

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