Heiligenhaus und Velbert: Razzia in mehreren Shisha Bars

Kreis Mettmann : Polizei durchsucht Shisha-Bars

Polizei, Zoll und Ordnungsbehörden haben in der Nacht zum Samstag Shisha-Bars in Heiligenhaus und Velbert durchsucht. Bei den Razzien geht es unter anderem darum, kriminellen Clanmitgliedern das Leben schwer zu machen.

Der Schiedsrichter hatte gerade die zweite Halbzeit angepfiffen, das war das EM-Qualifikationsspiel der Türkei gegen Albanien für die Besucher einer Shisha-Bar in Velbert eigentlich schon gelaufen. Sie solle doch endlich aus dem Bild gehen, herrschten ein paar Männer die Dame vom Ordnungsamt an. Dass seine Gäste nicht in aller Seelenruhe Fußball gucken konnten, dürfte für den Wirt am Ende des Abends wohl das geringste Problem gewesen sein. Ihm droht ein Strafverfahren, nachdem Zollbeamte mehrere Müllsäcke mit unversteuertem Wasserpfeifentabak aus dem Lokal getragen hatten.

Ähnlich lief es in nahezu allen Shisha-Bars, Vereinsräumlichkeiten und Gaststättenbetrieben, die bei der Razzia am Freitagabend durchsucht wurden. „Die überprüften Objekte sind schon länger Gegenstand polizeilicher und ordnungsbehördlicher Maßnahmen und Beobachtungen“, sagte Polizeipressesprecher Daniel Uebber zu den Kontrollen, die bis in den frühen Samstagmorgen hinein andauerten. „Es liegen Erkenntnisse vor, dass sie als Treffpunkte und Rückzugsorte von Personen dienen, welche in kriminellen Gruppen organisiert sind, die der Clan-Kriminalität zuzuordnen sind.“

Kontrolliert wurden unter Beteiligung von Polizei, Zoll und Ordnungsbehörden bei dem gemeinsamen Einsatz in Velbert Objekte an der Schwanenstraße, der Oststraße, der Nevigeser Straße sowie der Heiligenhauser Straße. In Heiligenhaus überprüften die Einsatzkräfte eine Shisha-Bar an der Hauptstraße. Die erste Bilanz des Schwerpunkteinsatzes kann sich aus Sicht der Polizei sowie der weiteren beteiligten Behörden sehen lassen: In den acht überprüften Objekten kontrollierten die Beamten insgesamt 80 Personen. Der Zoll stellte insgesamt rund 60 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak in einigen Hundert Shisha-Tabak-Dosen sicher - rund 30 Kilogramm davon alleine in der kontrollierten Bar in Heiligenhaus. Die Verstöße gegen das Tabaksteuergesetz werden nun mit Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen geahndet.

Ferner stellten die Zöllner zwei Straftaten wegen illegaler Beschäftigung sowie zwei Ordnungswidrigkeiten wegen arbeitsrechtlicher Meldeverstöße fest. Die Ordnungsämter der Städte Velbert und Heiligenhaus stellten fast 50 Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz fest, welche mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige geahndet werden. Zudem stellten sie in einer Bar an der Heiligenhauser Straße Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz fest, weil sie hier nach Mitternacht noch minderjährige Personen in der Bar antrafen. Zudem schenkte eine Shisha-Bar in Velbert trotz fehlender Gaststättenkonzession Alkohol an ihre Gäste aus.

Bei Kontrollen in Vereinsräumlichkeiten an der Friedrichstraße in Velbert verdichteten sich für die Beamten die Hinweise auf die Existenz einer illegalen „Zockerhöhle“. Hier trafen die Einsatzkräfte auf 15 Personen. Gegen sie besteht der Verdacht, dem illegalen Glücksspiel nachgegangen zu sein. Die Polizei leitete hier nicht nur Strafverfahren ein, sondern stellte auch rund 4.000 Euro Bargeld sicher. Sichergestellt wurden im Rahmen des gemeinsamen Einsatzes auch gleich neun illegale Glücksspiel- beziehungsweise Wettautomaten. Weitere Geräte wurden versiegelt, weil ihre Zulassung abgelaufen war.

Nach den Kontrollen in Erkrath und Langenfeld ging es nun im nördlichen Teil des Kreises Mettmann weiter mit der vom Innenministerium angekündigten „Null-Toleranz-Strategie“. „Die verstärkten Kontrollen sollen auch dabei helfen, die kriminellen Strukturen zu durchleuchten“, sagte Polizeipressesprecher Daniel Uebber. Außerdem wolle man durch die erhöhte Polizeipräsenz das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Razzien in Shisha-Bars in Heiligenhaus und Velbert

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