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Heiligenhaus. Museum Abtsküche ist ein Publikumsmagnet

Heiligenhaus : An der Abtsküche ist das Besondere normal

Im Heimatmuseum des Geschichtsvereins Heiligenhaus zählt man um die 14.000 Besucher jährlich. Gemütlich bleibt es trotzdem.

Das Museum Abtsküche ist ein Ort zum Gucken, Staunen und Dazulernen. Nominell ist es ein Heimatmuseum, Hausherr ist der Heiligenhauser Geschichtsverein. Soweit die Papierform. Die ehemalige Volksschule, dem Abtskücher Teich direkt gegenüber gelegen, ist allerdings mehr als eine Art Stauraum für mehr oder minder Kurioses. Dafür sorgt Kustos Reinhard Schneider. Der pensionierte ehemalige Leiter des Kulturamtes sorgt mit Sonderausstellungen mehrfach im Jahr für wahre Publikumsanstürme. Man trifft sich bei den Eröffnungen. Unterm Strich zählt man um die 14.000 Besucher jährlich.

Die Märklin-Ausstellung verwandelte das Museum zur Jahreswende in einen Treffpunkt für Bahn-Enthusiasten. Inzwischen ist eine andere Sonder-Schau am Start. Foto: Blazy, Achim (abz)

Warum hingehen? Weil es auf engstem Raum viel zu sehen gibt. Nur eine Auswahl. Eine alte Ur-Heiligenhauser Kneipe ist in einem Raum untergebracht. Keine Theaterdeko alles original, von der Theke bis zu den Aschenbechern. Und, wer es bis dahin noch nicht wusste: Es gibt Nachbildungen von kneipentypischen Mahlzeiten, halbwegs originalgetreu aus Plastik und bunt. Passt perfekt, ist aber eher skurril als unmittelbar appetitanregend. Zu sehen ist auch ein mit Originalmaterial ausstaffiertes altes Klassenzimmer der Volksschule. Dunkle Holzbänke, speckige Lederranzen, ein Lehrer-Katheder, Landkarten, Schüler-Utensilien, alles da.

Wen treffe ich im Museum? Enthusiasten, die sich für die Ausstellungsstücke der Sonderausstellungen interessieren. Bestes Beispiel aus jüngster Vergangenheit: Die Ausstellung mit alten Märklin-Eisenbahnen. eine typische Aktion des Kustos: Er lernte den Leihgeber auf Umwegen kennen und überzeugte ihn spontan davon, einen kleinen Teil seiner Sammlung erstmals öffentlich auszustellen. Die Resonanz war enorm. Aber das ist nur ein Teil der Museums-Klientel. Der vor Jahren angebaute Multifunktionsraum, in dem die Ausstellungsvitrinen stehen, wird auch als Bühne für Musikabende im eher kleineren Rahmen genutzt. Und nicht zuletzt steht – in unmittelbarer Nähe zur Kneipen-Einrichtung – allerhand schweres Eichenmobiliar, mit goldfeierlich gerahmten Landschaftsbildern an der Wand dahinter. Dieser Teil des Museums dient der Stadt als sehr besonderes Trauzimmer.

Was muss ich sonst noch wissen? Stöbern lohnt sich. Da wäre zum einen ein Bücherregal, in dem sich neben allerhand säglichen und unsäglichen Bücherschätzchen auch ein wenig Trödel befindet, der für ganz kleines Geld zum Verkauf steht. Auch Unscheinbares lohnt einen näheren Blick: Es gibt die Schriftenreihen des Geschichtsvereins und die des Vereinigung für Verkehr und Heimatpflege (VVH) zu kaufen. Wer sich für Orts- und Regionalgeschichte interessiert, wird hier begeistert fündig. In beiden Fällen handelt es sich um liebevoll und kenntnisreich gestaltete Hefte.

Ausstellungen: Die aktuelle Sonderausstellung widmet sich ganz der Friseur- und Barbierkunst vergangener Tage.

Adresse und Anfahrt: Abtskücher Straße 37, 42579 Heiligenhaus.

Von Hsel aus zu erreichen über die Heiligenhauser Straße bis zum Hösseler Platz, geradeaus weiter über die Umgehung „Westfalenstraße“, der Straße folgen, an Campus u nd alten Bahnhof vorbei reichtung Velbert, bis zum ausgeschilderten Linksabbieger „Abtsküche“. Der weg die Abtskücher Straße, hinunter zum Teich führt übrigens am Heiligenhauser Feuerwehrmuseum vorbei. Auch sehenswert.

Eintrittspreis: Der Eintritt ist frei. Eine Sammeldose mit höflicher Bitte um Spenden steht im Schulzimmer des Museums.