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Mönchengladbach: Trockener Boden bereitet Bauern Sorgen

Boden zu trocken : Bauern brauchen mehr Regen – und zwar jetzt

Der Regen am Mittwochabend war ein Segen für die Landwirte in der Region. Aber so richtig aufatmen können sie nicht. Nach der Dürre im vorigen Sommer ist es noch viel zu trocken im Boden. Die obere Schicht mag feucht sein, schon in einem Meter Tiefe ist es anders.

„Eigentlich hätte sich im Herbst und Winter wieder genug Grundwasser bilden müssen. Aber da gab es zu wenig Niederschlag, so dass die Grundwasserneubildung praktisch nicht stattgefunden hat. Wir haben daher kein Reservoir, um eine längere Trockenheit abzupuffern“, sagt Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mönchengladbach Neuss. Was die 700 Kollegen im Rhein-Kreis Neuss und im Mönchengladbacher Stadtgebiet dringend brauchen, beschreibt er so: „Ordentlich Landregen über die gesamte Vegetationsperiode.“

Dass Meteorologen 2019 einen ähnlich trockenen Sommer für möglich halten, bestätigt die Sorgen der Landwirte. Um Ernteeinbußen zu verhindern, müsste es mehr regnen, und zwar ab jetzt. „Im Augenblick ist das Getreide noch klein und einigermaßen mit Wasser versorgt. Aber mit den gestiegenen Temperaturen setzt das Wachstum ein, damit steigt jetzt auch der Wasser- und der Nährstoffbedarf. Und die wiederum hängen zusammen, da Pflanzen Nährstoffe nur über Wasser aufnehmen können“, sagt Wappenschmidt.

2018 haben viele Landwirte vor allem Kulturen wie Gemüse, Blumen und Kartoffeln mit künstlicher Bewässerung aus Brunnen gerettet. Etliche haben nach den Erfahrungen des vorigen Jahres Genehmigungen für weitere Brunnen beantragt. Aber künstliche Beregnung sollte bei Trockenheit eigentlich immer nur eine Übergangslösung sein, sagt Wappenschmidt: „Auf Dauer kann man nicht gegen die Natur anregnen.“

(hh)