Mönchengladbach: Commerzbank baut am Niederrhein Immobiliengeschäft aus

Bankgeschäft in der Region Mönchengladbach : Commerzbank baut Immobiliengeschäft aus

Die Niederlassung wächst vor allem bei Finanzierungen.

Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr in der Niederlassung Niederrhein zugelegt. Das Geschäft mit Krediten, Einlagen und Wertpapieren sei jetzt bei einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro, was einem Wachstum von sieben Prozent entspräche, wie Niederlassungsleiter Jürgen Bauten bei der Vorstellung der Bilanz sagte. „Wir haben seit Ende 2016 unsere Kundenzahl um 9444 auf heute rund 162.000 Kunden gesteigert“, sagte Bauten. Im Privatkundengeschäft seien im vergangenen Jahr netto 4350 Kunden hinzugekommen. Die Niederlassung Niederrhein ist für 19 Filialen zwischen Erkelenz und Emmerich am Niederrhein zuständig. Hauptsitz ist die Filiale am Bismarckplatz in Mönchengladbach. Auch wenn der Online-Anteil am Bankgeschäft weiter rasant steige, wolle die Niederlassung auf Filialschließungen verzichten.

Das Geschäft mit neu ausgereichten Ratenkrediten wuchs um 25 Prozent auf 36,8 Millionen Euro, das Neugeschäft mit Immobilienfinanzierungen wuchs um 11,1 Prozent auf gut 294 Millionen Euro. Häuslebauer sind demnach der wichtigste Wachstumstreiber. Das Gesamtvolumen der Immobilienkredite der Commerzbank-Niederlassung ist um satte 17,8 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro gestiegen. „Eine klassische Preisblase bei Immobilien sehen wir hier in der Fläche nicht, auch wenn die Preise anziehen“, sagte Bauten.

Bei der Geldanlage sind sehr viele Kunden aber weiter konservativ: Mehr als 1,1 Milliarden Euro lägen am Niederrhein auf den Commerzbank-Konten weitgehend unverzinst. Durch die Inflation, die wieder angezogen hat im Gegensatz zum Zins, bedeutet das einen realen Verlust an Kaufkraft. „Wer Vermögen erhalten will, muss anlegen und nicht hinlegen“, sagt Bauten. Eine Zinswende erwarten die Banker weiter vorerst nicht, frühestens für 2021 oder 2022.

Bei den Unternehmern und Gewerbetreibenden mit einem Umsatz unter 15 Millionen Euro wuchs der Kundenstamm um 750 Firmen auf jetzt 20.500, wie der zuständige Direktor Roland Pastoors sagte. Digitale Anwendungen wie ein Cash-Radar (ein digitaler Liquiditätsplaner) und digitales Rechnungs- und Buchhaltungsmanagement werde für Firmen, insbesondere für Gründer, immer interessanter.Die Mittelstandsbank der Commerzbank legte in der Region aber auch bei größeren Unternehmern zu. Das Kreditvolumen sei am Niederrhein um 9,4 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro gestiegen, wie Niederlassungsleiter Kai Uwe Schmidt sagte.

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