Bayer 04 Leverkusen: Fußballerinnen gehen gebeutelt ins Topspiel

Viele Ausfälle : Fußballerinnen gehen gebeutelt ins Topspiel

Die Verletztenliste von Bayers Bundesliga-Frauen ist vor der Partie gegen die TSG Hoffenheim lang. Coach Achim Feifel will aus der Not eine Tugend machen.

Wie Peter Bosz und die Werkself müssen auch Bayers von Achim Feifel betreute Fußballerinnen am Freitagabend spielen. Nach drei Niederlagen in Folge – darunter die bitteren gegen Sand und in Duisburg – erwartet die Leverkusenerinnen die nächste Herausforderung. Zu Gast zur Live-Übertragung aus dem Ulrich-Haberland-Stadion ist das Team der TSG Hoffenheim (Anstoß um 19.30 Uhr). Die Gäste aus Sinsheim belegen überraschend Platz zwei und sind die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga.

Anders als die Feifel-Elf, die nach starkem Saisonstart zuletzt nicht mehr überzeugte, hat die TSG einen Lauf. Sie bezwang neben den Aufsteigern Köln und Jena auch Essen, Freiburg sowie den FC Bayern und musste sich lediglich Primus Wolfsburg geschlagen geben. 23 Tore in sechs Partien sind eine beeindruckene Zwischenbilanz. „Hoffenheim hat eine sehr spielstarke Offensive. Wer sie spielen lässt, bekommt richtig Probleme“, warnt Feifel. Darum liegt der Schlüssel zu einem Erfolg für ihn in der Verteidigung. „Es ist brutal wichtig, ihnen die Räume zu nehmen und auch in Ballnähe viel Druck zu erzeugen“, betont der Coach.

Dass nun eines der momentanen Spitzenteams zu Gast ist, sieht er nach der Niederlage in Duisburg nicht unbedingt als schlechtes Vorzeichen. „Wir haben ja schon gezeigt, dass wir uns gegen gute Gegner behaupten können“, sagt er mit Blick auf die Siege gegen München und Freiburg. Nicht leichter wird die Aufgabe durch die lange Liste an Ausfällen. Die Freude darüber, dass Zugang Antonia Göransson am Wochenende endlich fit genug für einen Teilzeiteinsatz war, ging angesichts immer neuer Krankmeldungen und Verletzungen fast unter.

Die Langzeitverletzen Jessica Wich, Isabel Kerschowski und Saskia Meier peilen die Winterpausen-Vorbereitung an. Auch Frederike Kempe wird wohl noch etwas brauchen. Kein Ende der Leidenszeit ist vorerst auch bei Karoline Heinze in Sicht. Bei der Niederlage gegen Sand beim ersten Leverkusener TV-Spiel in dieser Saison verletzten sich zudem Nicole Banecki und Lena Uebach. Sie sind für Freitag ebenso wenig ein Thema wie die kranke Sandra-Maria Jessen. Fraglich sind zudem Henrietta Csiszár (Rückenprobleme) und Ann-Kathrin Vinken, die der Ursache ihrer Knieprobleme mit einer Computer-Tomographie auf den Grund gehen will. „Aber es bringt nichts, jetzt zu jammern. Das ändert nichts. Wir müssen einfach versuchen, das Beste aus dem zu machen, was uns zur Verfügung steht“, sagt Feifel.

Auffangen lassen sich diese vielen Ausfälle nur im Kollektiv. Wenn das funktioniert, sind die Leverkusenerinnen in der Lage, jeden Gegner zu schlagen – der Saisonstart hat es bewiesen. Da ist es (natürlich nur relativ) egal, in welcher Besetzung sie antreten können.