Leichlinger TV: Die kommenden Spiele werden wegweisend

Handballer im Aufwind : Der LTV steht vor wegweisenden Wochen

Nach dem überraschendem Sieg in Hagen herrscht gute Stimmung bei den Drittliga-Handballern des Leichlinger TV. Doch die Frage nach der wahren Stärke der Mannschaft stellt sich am Freitagabend im Heimspiel gegen Gummersbach II erneut.

Der Jubel über den überraschenden Sieg des Leichlinger TV beim VfL Eintracht Hagen war groß – doch die Gefahr, dass dieser Erfolg schon am Freitagabend wertlos werden könnte, ist es auch. Um 20 Uhr treffen die Drittliga-Handballer auf die zweite Mannschaft des VfL Gummersbach, die punktgleich hinter den Leichlingern auf Rang elf liegt. Das Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve, die zuletzt überraschend und deutlich beim Longericher SC gewann, ist der Beginn von zwei vorentscheidenden Wochen für den mit neuem Mut ausgestatten LTV.

„Der Sieg in Hagen war super und wir haben uns sehr darüber gefreut – keine Frage“, sagt LTV-Trainer Lars Hepp. Doch dem 41-Jährigen ist die Brisanz der Lage klar. „Wir dürfen jetzt bloß nicht denken, dass die kommenden Spiele von alleine laufen.“ Mit dem Positiv-Erlebnis in Hagen und in der Woche zuvor gegen den OHV Aurich beförderte sich der Nordrheinligist nicht nur weg vom Tabellenende, er sorgte auch für bessere Stimmung.

Die Misserfolge zum Beginn der Saison hatten auf die Gemütslage der Beteiligten gedrückt. Die Aufbruchstimmung aus der Vorbereitung, in der Leichlingen gut spielte und Hepp einen Kader nach seinen Vorstellungen zusammenstellen durfte, verflüchtigte sich. Der Trainer wirkte genervt, seine Spieler sprachen offen über die Unsicherheit in der Mannschaft. Völlig unterlegen agierten die Blütenstädter dabei nie, aber die Gemengelage aus Pech, Unkonzentriertheit und Stimmungsabfall drohte in eine Abwärtsspirale zu führen.

Der Sieg gegen Aurich Anfang des Monats war dann so etwas wie eine Initialzündung, die das zuvor beinahe erloschene Feuer der Leichlinger neu entfachte. Dass die angeschlagenen Handballer in Hagen nach einer schwachen ersten Hälfte dem favorisierten Zweitliga-Absteiger noch die Punkte abnahmen, schien ohne Aurich beinahe undenkbar. Plötzlich war wieder etwas vom jahrelang so erfolgreichen Leichlinger Selbstverständnis zu sehen: Wenn Der LTV gewinnen wollte, tat er das auch. Inzwischen ist das anders: Gewinnen will der LTV zwar nun sogar öfter als früher, doch damit das gelingt, muss nun in der Regel auch der Gegner seinen Teil beitragen. Das zeigten beide Siege der noch jungen Saison.

Angesichts des vor den Erfolgen verkorksten Saisonstarts bleibt der Druck gegen Gummersbach II und vor allem eine Woche später beim TuS Volmetal nahezu identisch hoch. Leichlingen steht – trotz der zwei Erfolge in Serie – unter Zugzwang. Bleiben die Erfolge aus, dürfte der Abstiegskampf schnell wieder Thema werden. Zeigt die Mannschaft was sie kann und sammelt entsprechend Punkte, könnte es für eine ruhige Spielzeit in der 3. Liga reichen.

Die Konsequenzen daraus greifen indes noch tiefer. Mit Mittelmaß oder mehr ließe sich die Chance erhöhen, einen Großteil der Leistungsträger zu halten. Mit Abstiegskampf oder gar der eine Klasse tiefer angesiedelten Nordrheinliga, stünde der nächste drastische Umbau des Kaders an. Der Gedanke an einen kompletten Neustart ist den Machern zwar nicht fremd, aber wohl auch nicht gerade angenehm. Es bleibt so oder so eine spannende Saison für den Leichlinger TV.

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