Stadtbekannte Großfamilie Türmchenvilla in Leverkusen kommt unter den Hammer

Leverkusen-Schlebusch · Wegen der markanten Optik ist das Haus der stadtbekannten Großfamilie in der Waldsiedlung als Türmchenvilla bekannt. Am 22. Mai wird das Gebäude zwangsversteigert – Verkehrswert: 936.000 Euro.

 Die Türmchenvilla in der Waldsiedlung wird  im Mai zwangsversteigert.

Die Türmchenvilla in der Waldsiedlung wird im Mai zwangsversteigert.

Foto: Miserius, Uwe (mise)/Miserius, Uwe (umi)

Zwangsversteigerungen am Amtsgericht Leverkusen sind nichts Besonderes. Am 22. Mai, 9.30 Uhr, jedoch steht ein außergewöhnliches Haus samt 85 Quadratmeter großer Garage auf der Tagesordnung: eine Villa in der Waldsiedlung, in der Mitglieder der stadtbekannten Großfamilie wohnen beziehungsweise gewohnt haben. Wegen der markanten Optik des Gebäudes ist das Haus auch als „Türmchenvilla“ bekannt. Wer sie passiert, sieht des Öfteren teure Limousinen in der Einfahrt. Nun kommt das Haus unter den Hammer.

Laut Sachverständigengutachten – lief ohne Innenbesichtigung, heißt es in der Objektbeschreibung auf dem Zwangsversteigerungsportal – geht es um ein unterkellertes eingeschossiges „Einfamilienwohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss (Baujahr 1956/ Umbau 1992)“ mit rund 244 Quadratmetern Wohnfläche und besagte 85-Quadratmeter-Garage.

„Das Objekt liegt im Bereich einer Altlastenverdachtsfläche“, heißt es weiter. Unter der Waldsiedlung, das ist lange bekannt, ist Grundwasser mit schädlichen Rückständen von Sprengstoffen belastet – aus der Zeit der Carbonit AG, die zwischen 1887 und 1926 Sprengstoffe am Standort Waldsiedlung produzierte, später Lacke.

Den Verkehrswert schmälere das nicht, sagt das Gutachten; für das Grundstück mit Gebäuden liegt er laut Beschreibung auf dem Zwangsversteigerungsportal bei 936.000 Euro. Wer mit Kaufinteresse zum Termin am Amtsgericht geht, muss 96.300 Euro – zehn Prozent des Verkehrswertes – als Sicherheitsleistung bereit haben. Ob die „Türmchen-Villa“ für den Verkehrswert unter den Hammer kommt oder den Gläubigern schon 70 Prozent dessen – das wären immer noch weit mehr als 600.000 Euro – ausreichen, muss sich beim Termin zeigen.

Im Gutachten heißt es, ein Markt „für derartige Objekt“ sei wegen der „Außendarstellung“ mit Türmchen und der Größe nur „eingeschränkt“ vorhanden. Eine kurzfristige Vermarktung sei nicht zu erwarten.

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