Nele Schenker: "Wiedersehen mit Alex Bittroff"

Nele Schenker: "Wiedersehen mit Alex Bittroff"

Die Moderatorin von Sport1 ging mit dem Verteidiger des KFC Uerdingen einst gemeinsam zur Schule. Zudem verrät sie, wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß sie überrascht hat und warum ihr die Regionalliga große Freude bereitet.

Im Herbst sahen bis zu 380.000 Fernsehzuschauer das Spiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und dem KFC Uerdingen. Eine gute Quote. Am Sonntag ist der KFC wieder live im Fernsehen zu sehen. Um 15 Uhr wird das Spiel des Fußball-Regionalligisten bei der SG Wattenscheid 09 von Sport1 übertragen. Kommentator ist Thomas Herrmann, Moderatorin Nele Schenker. Mit ihr haben wir über ihren Job und das Spiel gesprochen.

Was reizt eine junge Frau am Fußball?

Schenker Geiles Spiel, besondere Spannung, viel Emotionen.

Was macht für Sie den besonderen Charme der Regionalliga aus?

Schenker Das ist Fußball zum Anfassen und Fußball, wie ihn die meisten Fußballfans selber kennen und lieben. Echt, authentisch und herrlich ehrlich! Alte Holzbänke in der Kabine und Ehrenamtliche, ohne die nichts läuft, gehören genauso dazu wie Spieler, denen es ausschließlich um den Sport geht, und Klartext-Alarm der Trainer in Interviews. Solche Dinge machen's aus und wegen ihnen fühle ich mich in den Regionalligen verdammt wohl.

Im Oktober waren Sie bei Oberhausen gegen Uerdingen für SPORT1 im Einsatz. Welchen Eindruck haben Sie vom KFC gewonnen?

Schenker Einen sehr guten, aber ich möchte mir nach bisher erst einem gesehenen Livespiel noch kein umfassendes Urteil erlauben. Dass sie ein heißer Kandidat für die Aufstiegsrelegation sind, war mir damals schon klar. Michael Wiesinger hat einen klaren Plan von dem Fußball, den er spielen lassen will. Die defensive Ausrichtung des KFC muss nicht jedem gefallen, der Erfolg gibt ihnen allerdings recht.

Haben Sie eventuell eine Verbindung zu Uerdingen?

Schenker Ich habe keine persönliche Verbindung zu Uerdingen. Ich komme aus Cottbus - sprich einmal 700 Kilometer Richtung Osten quer rüber. Allerdings beim KFC spielt in Alex Bittroff jemand, den ich noch aus Sportschulzeiten in Cottbus kenne. Das ist schon witzig und auch sehr cool immer mal wieder alte Bekannte zu treffen. Nach dem letzten Spiel haben wir natürlich eine Runde gequatscht - das werden wir auch diesmal machen.

Wie lange und intensiv bereiten Sie sich auf ein Spiel wie Wattenscheid - Uerdingen vor?

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schenker Auf eine Stundenanzahl ist das gar nicht herunterzubrechen. Es gilt ja immer up to date zu sein. Vor so einem Spiel führe ich viele Telefongespräche und kann mich in die Recherche auch gerne mal stundenlang reinsteigern. Und auch nach der Partie noch damit weitermachen, wenn ich gewisse Themen besonders spannend finde.

Wie ist es in der Regionalliga West unterwegs zu sein, was fällt Ihnen besonders auf?

Schenker Im Westen ist das spielerische Niveau vergleichsweise sehr hoch. Das ist definitiv eine Stärke dieser Staffel. Die Regionalliga West glänzt außerdem mit tollen Persönlichkeiten auf sowie abseits des Platzes und vielen Traditionsvereinen wie unseren beiden Konkurrenten am Sonntag und auch Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen und Rot-Weiß Oberhausen.

Was war ihr bislang überraschendstes oder lustigstes Erlebnis beim Fußball?

schneker Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat mich stellvertretend für den Frauenfußball mal vor laufender Kamera umarmt. Das war nicht nur überraschend, sondern auch sehr bemerkenswert und einfach eine tolle Geste!

Gab es ein negatives oder trauriges?

Schenker Als im Grünwalder Stadion vor der Partie 1860 München gegen den TSV Buchbach das Licht ausging, war ich echt traurig. Ich hatte mich extrem auf dieses Spiel und unsere Übertragung gefreut. Berichten konnten wir damals nur über den Stromausfall. Allerdings wird diese Partie bald live bei uns (27. Februar, Anm. d. Red.) nachgeholt - ein wortwörtlicher Lichtblick.

Welche beruflichen Ziele/Wünsche haben Sie?

Schenker Ein sehr großer Wunsch von mir ist es einmal von Olympischen Sommerspielen berichten zu dürfen. Früher als Leistungssportlerin habe ich immer von einer Teilnahme geträumt. Sich diesen Traum doch noch auf beruflichem Weg erfüllen zu können, wäre ganz, ganz stark.

THOMAS SCHULZE FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)
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