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3. Liga: Stefan Reisinger bleibt Teamchef des KFC Uerdingen

Drei Möglichkeiten : So kann Reisinger doch Teamchef des KFC Uerdingen bleiben

Stefan Reisinger wird die Mannschaft des KFC Uerdingen bis zum Saisonende betreuen – ob als Interimstrainer oder als Teamchef hängt vom DFB ab. Die Spieler freuen sich darüber und stärken ihm den Rücken.

Das gibt es auch nicht allzu oft: Es war ein historischer Sieg, doch der geschichtliche Aspekt war weit weniger wichtig als die drei Punkte, die der KFC Uerdingen einfuhr.

Es war ein historischer Sieg, den der KFC Uerdingen im Münchner Olympiastadion errang, weil es der erste im 20. Anlauf war. Nun muss allerdings ehrlicherweise hinzugefügt werden, dass die ersten 19 Versuche gegen den FC Bayern München und den TSV 1860 München in der ersten und zweiten Liga erfolgten, das 2:0 nun aber in der dritten Liga gegen Türkgücü München gefeiert wurde. Es war ein ungemein wichtiger Erfolg, denn ohne die drei Punkte wären die Chancen auf den Klassenerhalt rapide gesunken. Aber München war in dieser Saison für den KFC stets eine Reise wert: 0:0 beim TSV 1860 München, 1:0 beim FC Bayern München II, 3:2 bei der Spielvereinigung Unterhaching und jetzt 2:0 bei Türkgücü.

Es hat sich in den vergangenen Tagen einiges beim KFC geändert. Die Trainingsintensität wurde erhöht, es wurde mutiger agiert, Kleinigkeiten umgestellt. Dazu gehörte, dass Gustav Marcussen und Kolja Pusch der Startformation angehörten, Letzterer auf rechts, der Däne auf links. Beide trafen aus der Distanz. „Wichtig ist für einen Spieler wie mich, dass man Vertrauen bekommt“, sagte Pusch. „Das war halt nicht immer so. Ich will das jetzt auch zurückzahlen.“ Ein klares Statement für Stefan Reisinger.

Er hatte zum dritten Mal auf der Bank das Sagen: nach dem 2:2 in Saarbrücken, wo Stefan Krämer gesperrt war, und dem 0:3 in Verl. Laut Statuten darf er die Mannschaft als Interimscoach nur bis zum 4. Mai betreuen, weil er nicht über die Lizenz des Fußballlehrers verfügt. „Das ist extrem unglücklich“, sagt er. „In der vergangenen Saison habe ich keinen Platz erhalten, da wurden andere vorgezogen; in dieser Saison gibt es wegen der Pandemie keinen Lehrgang.“ Aufgrund der geschilderten Situation eine Sondergenehmigung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB)? Ob überhaupt ein entsprechender Antrag gestellt wurde? „Das weiß ich nicht“, sagt Reisinger.

Die Spieler wollen, dass er bleibt. „In die Überlegungen bin ich nicht eingebunden“, sagt Pusch. „Stefan hat das gut gemacht, ich weiß nicht, was dagegen spricht. Ich denke, er ist die ganze Saison dabei und lange im Verein. Ich wüsste nicht, warum er die restlichen Wochen nicht bei uns coachen sollte.“

Investor Roman Gevorkyan dürfte das ähnlich sehen, denn es macht wenig Sinn und birgt ein hohes Risiko, jetzt einen Außenstehenden zu holen, der die Mannschaft und den Verein nicht kennt. Somit gibt es drei Szenarien: 1. Reisinger erhält vom DFB eine Sondergenehmigung. 2. Reisinger wird Teamchef und Daniel Steuernagel wird erneut Trainer. 3. Reisinger wird Teamchef und ein Fußballlehrer aus Armenien wird Trainer. Die zweite Möglichkeit erscheint die wahrscheinlichste.