HSG Krefeld steigt nach Krimi in Rostock auf

Handball : HSG steigt nach Krimi in Rostock auf

Der Krefelder Handball-Drittligist gewann das Regelations-Rückspiel an der Ostsee mit 24:22 und schaffte damit den Sprung in die Zweite Bundesliga. Kevin-Christopher Brüren sorgte Sekunden vor Schluss für die Entscheidung.

Die HSG Krefeld ist Zweitligist! In einem unfassbar dramatischen Spiel mit einem Treffer in der allerletzten Sekunde zum notwendigen zwei-Tore-Erfolg ist Kevin-Christopher Brügen der ganz große Held. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel vor 4300 Zuschauern im Hexenkessel der bestens gefüllten Rostocker Stadthalle feierten die Schwarz-Gelben den größten Erfolg der Vereinsgeschichte und können nun endgültig für die Zweitklassigkeit planen.

Nach der knappen 24:25-Heimniederlage vor einer Woche feierte das Team von Ronny Rogawska gegen den Ersten aus dem Norden mit 24:22 (13:11) den benötigten Erfolg mit zwei Treffern Differenz. Dabei sah es kurz vor Schluss gar nicht danach aus, als dürften die Krefelder feiern. Zehn Minuten vor Ende des Spiel lagen die Eagles mit 19:20 zurück. Dann aber packte die Deckung um Paul Keutmann, der diesmal im Tor stand, noch einmal eine Schippe drauf und ließ nur noch zwei Rostocker Treffer in den letzten zehn Minuten des Spiels zu.

Keutmann wehrte bei Zwei-Tore-Rückstand unter anderem einen völlig freien Wurf ab und hatte überdies auch Glück, dass ein Siebenmeter des ansonsten sicheren Rostockers Michael Höwt an den Pfosten schlug. Ansonsten aber hatten die Hausherren vom ominösen Punkt deutliche Vorteile. Krefeld verwandelte nur einen von drei Siebenmetern, Rostock durfte in neun Versuchen siebenmal jubeln. Diesen Nachteil aber glichen die Mannen von Ronny Rogawska mit unbändigem Kampfgeist aus und kamen kurz vor Ende zur zwei Tore-Führung, als David Hansen zum 23:21 traf. Rostock schlug zurück und kam 26 Sekunden später zum Siebenmeter. Keutmann stellte sich Felix Mehrkens gegenüber, doch der verwandelte sicher zum 22:23.

Jetzt ging der Ball an Krefeld und die ganze Saison beider Teams destillierte sich auf einen einzigen Torabschluss. Die Krefelder ließen zunächst die Zeit so weit wie möglich herunterlaufen. Dann war es Kevin-Christopher Brüren, der die Verantwortung übernahm und abzog. Der Ball wurde abgeblockt, rutschte aber doch durch, der Torwart kam an den abgefälschten Ball, doch der truidelte irgendwie durch. Zunächst sah es so aus, als sei er nicht im Tor. Doch nach einem Augenblick des Zitterns entschieden die Schiedsrichter auf Tor für Krefeld.

In der vollbesetzten Rostocker Halle brach Schockstarre aus, während die rund 100 mitgereisten Krefelder nebst Spielern und Verantwortlichen in unbeschreiblichen Jubel ausbrachen. Spielertrauben bildeten sich auf der Platte. Die Mannschaft tanzte, feierte und sang und auch auf den Rängen lagen sich die Fans in den Armen.

Wie Trainer Rogawska im Vorfeld des Spiels vermutet hatte, war es am Ende vor allem der Rückraum der Eagles, der die Entscheidung brachte. Traf dieser im Hinspiel nur selten, so waren in Rostock Simon Ciupinski und David Hansen mit je fünf Treffern die besten Werfer der Krefelder. Und auch Last-Minute-Held Brüren (2) und Tim Gentges (3) verstanden es, sich entscheidend in Szene zu setzen. Bei nur 22 Gegentreffern gegen eine sehr starke Angriffsreihe aber war es einmal mehr die beste Abwehr der dritten Liga, die zum Erfolgsgaranten wurde. Feiern tun die Eagles nun am Montagnachmittag beim Empfang im Rathaus und hoffen auf viele Fans, die mit ihnen den ersehnten Aufstieg in die Zweitklassigkeit angemessen begehen.

HSG: Keutmann, Nippes – Schiffmann (1), Woestmann, Janus (1), Goerden (2), Roosna, Vonnahme, Gentges (3), Kuhfuß (1), Liesebach, Hansen (5), Zimmermann (5/1), Ciupinski (5), Brüren (2).

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