Handball-Drittligist HSG Krefeld hat nach dem Ausfall von Keutmann ein Torhüterproblem

Handball-Drittligist HSG Krefeld : Sorgen nach Keutmann-Verletzung

Der Ausfall dünnt die Eagles auf der wichtigen Torhüter-Position aus. Nur noch Max Jäger ist fit. Torwarttrainer Uwe Tophoven wurde nachlizenziert. Am Samstag geht es zum Tabellenletzten nach Großenheidorn.

Der Unterschied zwischen der HSG Krefeld und ihrem kommenden Gegner, dem MTV Großenheidorn, könnte kaum größer sein. Hier der souveräne Tabellenführer mit bereits sechs Zählern Vorsprung, dort der Letzte, den bereits ebenfalls sechs Punkte vom vielzitierten „rettenden Ufer“ trennen. Die Eagles bringen die drittbeste Offensive (672 Tore) mit nach Hannover, die Gastgeber stellen den viertschwächsten Angriff (587 Tore). Noch größer ist der Unterschied in der Abwehr, die bekanntlich zumeist noch entscheidender für den Erfolg ist: Die HSG baut auf eine regelrechte Mauer und hat mit 533 schon 34 Tore weniger kassiert, als der Zweite dieser Wertung. Die Niedersachen holten bereits 751 mal den Ball aus dem eigenen Netz – 49 Mal häufiger als der Vorletzte dieser Wertung.

Entsprechend deutlich sind die Schwarz-Gelben favorisiert, wenn am Samstag um 19.30 Uhr der Anwurf erfolgt. Für die Krefelder allerdings hängt der Erfolg in den kommenden Spielen nicht zuletzt an der Gesundheit von Max Jäger. Dieser ist nämlich aktuell der sprichwörtlich „letzte Mohikaner“ unter den ehemals drei sehr starken Schlussleuten der Krefelder. Nachdem Stefan Nippes sich bereits vor Wochen mit einer Knieverletzung in den Krankenstand verabschiedet hatte und frühstens in der Relegation wieder einsatzfähig sein dürfte, erwischte es nun auch den seit Wochen starken Paul Keutmann.

Der junge Torhüter verletzte sich unter Woche im Training an der Schultet und wird, wie die Eagles vermeldeten, „in den nächsten Spielen“ nicht zur Verfügung stehen. Erste Untersuchungen deuten aber daraufhin, dass es sich um eine Prellung und Dehnung handelt. „Wir werden sehen, wie lange es dauert. Ich hoffe, dass er vielleicht Ende kommender Woche wieder dabei ist“, sagt Trainer Ronny Rogawska. Zur Sicherheit wurde Torwarttrainer Uwe Topohoven lizenziert und wird am Samstag auf der Bank sitzen.

Auch Kapitän Marcel Görden könnte für das Spiel ausfallen. Noch immer wartet der Kreisläufer auf die Geburt seines ersten Kindes. „Ob er am Samstag im Bus sitzt, oder zu Hause bleibt, entscheiden wir kurzfristig“, sagt Rogawska. Doch auch ohne ihn sollte es unter normalen Umständen für den Abstiegskandidaten reichen. Genau hier sieht aber der Trainer ein Problem. „Die Jungs lesen auch die Tabelle und sie sehen, dass Großenheidorn in den vergangenen beiden Spielen 47 Gegentore gegen die Dragons und 41 in Gummersbach gefangen hat. Da kann ich reden, wie ich will. Wir müssen die Sache ganz seriös angehen“, sagt der Däne.

Wichtig sei, nicht auf eigene Statistiken zu achten, sondern das Leistungsvermögen als Team auszuschöpfen. „Wichtig sind die Punkte. Wenn jemand zehn oder mehr Tore macht, ist das gut, aber das darf nicht das Ziel sein. Von niemandem“, fordert der Übungsleiter. Gelingt es, diese Ernsthaftigkeit auf die Platte zu bringen, sollte die Qualität für weitere Punkte reichen und die Eagles Rang eins weiter festigen.

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