KFC Uerdingen: Mikhail Ponomarev droht mit Rückzug

Sauer auf Stadt Krefeld : KFC-Investor Ponomarev droht mit Rückzug

Der KFC Uerdingen ist aktuell in zahlreiche juristische Prozesse verwickelt. Geschäftsführer Frank Stüver bleibt aber entspannt. Investor und Präsident Mikhail Ponomarev ist derweil sauer auf die Stadt.

Deutschlandweit sorgt der KFC Uerdingen derzeit mal wieder für Negativschlagzeilen. In Krefeld sind viele Vorwürfe allerdings längst kein Thema mehr. Wie zum Beispiel die juristischen Streitigkeiten mit ehemaligen Angestellten – das jüngste Beispiel ist Trainer Norbert Meier – oder die Androhung der Duisburger Betreibergesellschaft, den Mieter KFC beim letzten Heimspiel auszusperren. „Wir haben vor zwei Wochen alle Zahlungen geleistet“, sagte KFC-Geschäftsführer Frank Strüver. Dem widersprach die Stadionprojektgesellschaft: Die Zahlungen seien erst am Freitag erfolgt. Dass es überhaupt zu der Duisburger Drohung kam, erklärt Strüver auch. Es habe sich um eine Zahlung von 57.000 Euro gehandelt, die aber flexibel, weil vom Zuschauerzuspruch, abhängig gewesen sei. Daher habe der KFC vorgeschlagen, auf die exakte Summe zu warten. Der KFC habe später gezahlt mit der Folge, dass nun eine Rückerstattung erfolgen müsse.

Ähnlich entspannt betrachtet Strüver die Aufregung angesichts der zahlreichen juristischen Prozesse. „Das ist bei einem Unternehmen, das so rasant wächst, normal“, findet er. „Es gibt dann freundliche Trennungen und solche, die nicht so schön sind. Einige landen vor dem Arbeitsgericht, das ist in der Wirtschaft ein normaler Vorgang.“ Dabei gehe es meist um Detailfragen. So soll es zum Beispiel im Fall von Ex-Trainer Michael Wiesinger sein, dessen Forderungen in Höhe von 180.000 Euro zum Großteil unstrittig sind. Es geht um die Aufstiegsprämie. 25.000 Euro sollte er für die Meisterschaft erhalten, beim Aufstieg in die Dritte Liga 50.000 Euro. Wiesinger will – obwohl er längst nicht mehr Trainer war – 75.000 Euro. Der KFC vertritt die Ansicht, dass die Meisterschaft Voraussetzung für Relegation und Aufstieg war, also in den 50.000 Euro enthalten ist.

Präsident Mikhail Ponomarev hat angekündigt, dass er sein Engagement beenden werde, wenn die Stadt nicht das Stadion Grotenburg saniert. „Eine dritte Saison in einem fremden Stadion wird es mit mir nicht geben“, kündigte er an. Die Grotenburg ist aus Sicherheitsgründen für jeglichen Spielbetrieb gesperrt. In dieser Saison fanden die Heimspiele in Duisburg statt, in der kommenden in Düsseldorf. Dafür hat Ponomarev jeweils rund 1,5 Millionen Euro Miete aus seiner Privatschatulle gezahlt.

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